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Rücklagen

Eine Ausnahme vom Grundsatz der zeitnahen Mittelverwendung sind unter bestimmten Voraussetzungen Rücklagen. Kann nämlich ein Verein seine Mittel nicht zeitnah für seine satzungsmäßigen Aufgaben verwenden, stellt sich die Frage, ob und inwieweit zulässige Rücklagen gebildet werden dürfen.
Unabhängig von der Notwendigkeit, Mittel zeitnah zu verwenden, sind so genannte zweckgebundene Rücklagen zulässig. Unterscheiden Sie hierbei folgende Rücklagen:

  • Rücklagen, die dem steuerbegünstigten satzungsgemäßen Zweck dienen
Beispiel: Gelder für die Errichtung, den Ausbau oder die Instandsetzung des Vereinsheims
  • Rücklagen für wiederkehrende Ausgaben als so genannte Betriebsmittelrücklagen
Beispiel: Wiederkehrende Ausgaben sind etwa Löhne, Gehälter und Miete
  • Rücklagen für die Pflege des Vereinsvermögens
Beispiel: Reparatur eines geerbten Mehrfamilienhauses

Achtung: Auch dann, wenn der Zeitraum bis zur Verwendung der Mittel noch nicht konkret angegeben werden kann, ist die Bildung einer Rücklage zulässig. Dann müssen allerdings folgende Voraussetzungen erfüllt werden: Die Bildung der Rücklage ist notwendig, um ein bestimmtes Vorhaben durchzuführen. Das Projekt soll auch tatsächlich durchgeführt werden.

Und: Die finanzielle Gesamtsituation des Vereins lässt es auch realistisch erscheinen, dass das geplante Vorhaben tatsächlich in angemessener Zeit realisiert werden kann. Auch die Bildung einer so genannten freien Rücklage ist möglich. Sie beschränkt sich allerdings auf die Erträge aus der vermögensverwaltenden Tätigkeit. Konkret gilt: Ein gemeinnütziger Verein darf folgende freien Rücklagen bilden:

Bis zu einem Drittel des Überschusses aus der Vermögensverwaltung können Sie als freie Rücklage einsetzen.

Beispiel: Sie erzielen mit Ihrem Verein Mieteinnahmen in Höhe von 4.620 € und Zinserträge in Höhe von 450 €, insgesamt also 5.070 € aus der Vermögensverwaltung. Dann können Sie hieraus eine freie Rücklage in Höhe von 1.690 € (ein Drittel von 5.070 €) bilden.
Daneben können Sie 10 % der sonstigen Mittel, die zeitnah zu verwenden sind, in eine freie Rücklage stecken.

Beispiel: Die Mitgliedsbeiträge belaufen sich auf 31.700 €, Spenden sind in Höhe von 8.400 € eingegangen und mit der Vereinsgaststätte erwirtschaften Sie einen Gewinn in Höhe von 12.300 €. Das sind insgesamt 52.400 €. Davon können Sie 10 %, also 5.240 €, als freie Rücklage zurücklegen.

 
 
 
 
 
 
 
 
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