Tagegeld

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    Hallo alle zusammen,

    unser gemeinnütziger Verein sieht in der Satzung bei der Erstattung von Reiseaufwendungen folgende Regelung vor:

    “Durch Vereinstätigkeit bedingte Auslagen werden ersetzt. Für bestimmte, vom Verwaltungs-und Wirtschaftsausschuss festgelegte Vereinstätigkeiten wird darüber hinaus ein pauschales Tagegeld gewährt. Die Höhe bestimmt der Verwaltungs- und Wirtschaftsausschuss auf Vorschlag des Vorstandes.“

    Reisekostenrichtlinie
    “Es wird ein Tagegeld in Höhe von 31,00 € gewährt. Wird die Reise nach 12.00 Uhr mittags angetreten oder vor 12.00 Uhr mittags beendet, so ist nur 1/2 Tagegeld zu zahlen.“

    Das Tagegeld weicht also in der Höhe, als auch bei der Berücksichtigung der Abwesenheitsdauer von dem Bundesreisekostengesetz ab.

    Je nach Abwesenheitsdauer liegt das gewährte Tagegeld 7,00€ bis 31,00 € über dem BRKG.

    1. Darf der Verein dem Mitglied die 31,00€ steuer- und sozialversicherungsfrei erstatten, oder müssen die gesetzlichen Vorgaben von Obergrenze (24,00€) und Abwesenheitsdauer angewandt werden ?

    2. Eine Regelung bei unentgeltlicher Verpflegung existiert nicht. Besteht ein Anspruch auf das Tagegeld, auch wenn eine kostenfreie Verpflegung vorliegt, oder greifen hier trotzdem die Kürzungssätze (20%-50%-30%) aus dem Bundesreisekostengesetz ?

    Vielen Dank im Voraus !

    hbaumann hbaumann

    In dem Moment, wo die Sätze des Bunndesreisekostengesetzes überschritten werden, sind die Beträge darüber steuer- und sozialversicherungspflichtig. Es handelt sich dann um Einkommen. Wenn allerdings eine kostenlose Vollversorgung gegeben ist, darf gar nichts gezahlt werden.

    Und es kommt noch schlimmer! Da für die Beträge darüber keine Leistung erbracht wird, handelt es sich außerdem auch noch um eine unzulässige Zuwendung aus Vereinsmitteln an Mitglieder. Die Folge wäre der Verlust der Gemeinnützigkeit und die Nachzahlung von Steuern und Sozialversicherung. Der Verlust der Gemeinnützigkeit hätte aber auch noch weitere verheerende Auswirkungen.

    Ich kann Ihnen daher nur raten, lassen Sie die Finger von solchen überhöhten Zahlungen. Es gibt überhaupt keinen sachlichen Grund dafür, solche Erstattungen – die es ja gar nicht sind – zu zahlen.

    Sie sollten auch daran denken, dass sogar Sie als Vorstand persönlich haften können, wenn dem Verein dadurch ein finanzieller Schaden entsteht. Hier greift nämlich nicht der Schutz des § 31a BGB, da Ihnen ja bewusst ist, was sie tun und demzufolge vorsätzliches Handeln vorliegt.

    H. Baumann

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    Hallo Herr Baumann,

    danke für die schnelle und detaillierte Antwort.

    Ich Soll die Kasse 2019 prüfen und bin während meiner „Vorbereitung“ auf einige Ungereimtheiten gestoßen, u.a. eben diese Tagegeldpauschale.

    Habe mir mal „Kassenprüfung im Verein“ bestellt und hoffe hier noch den einen oder anderen interessanten Ansatz zu finden.

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