Vergütung Schatzmeister (Vorstandsmitglied) für Pressearbeit möglich?

  • This topic has 3 Antworten, 2 Teilnehmer, and was last updated vor 11 Monate, 2 Wochen by  hbaumann.
Ansicht von 4 Beiträgen - 1 bis 4 (von insgesamt 4)
  • Autor
    Beiträge
  • Kein Profilbild vorhanden SinaT

    Guten Tag,
    eines unserer Vorstandsmitglieder hat eine Agentur für Public Relations und Werbung und bekommt vom Verein (nicht gemeinnützig) jeden Monat eine Zahlung für Pressearbeit. Er schreibt eine Rechnung über seine Dienstleistung. Gleichzeitig ist er der Schatzmeister des Vereins. Laut Satzung darf dafür eine Vergütung gezahlt werden.

    Die Satzung besagt: Der Vorstand arbeitet ehrenamtlich und ohne Vergütung. Eine Ausnahme ist der Schatzmeister.

    Sind wir also auf der sicheren Seite, weil er Schatzmeister ist? Ein neues Mitglied behauptet nämlich, dass der gesamte in den letzten Jahren gezahlte Betrag an den Verein zurückzuzahlen ist, da wir laut Satzung für Pressearbeit kein Geld ausgeben dürfen. (Ich finde leider nur Infos für gemeinnützige Vereine!)

    Vielen Dank und viele Grüße
    Sina T.

    hbaumann hbaumann

    In diesem Fall wird die Pressearbeit ja an eine außenstehende Agentur gegeben. Dass diese dem Schatzmeister gehört, ist dabei unerheblich. Es findet somit keine Vergütung des Schatzmeisters statt, sondern die Begleichung einer externen Firmenleistung.

    H. Baumann

    Anzeige
    Spezialreport „Der große Satzungs-Check”

    „Der große Satzungs-Check“ führt Sie Schritt für Schritt durch die wichtigsten Bestandteile, Rechtssprechungen und Formulierungen.

    Mit diesem Spezialreport erhalten Sie eine Fülle wertvoller Tipps und Informationen rund um die rechtssichere Formulierung Ihrer Vereinssatzung und erfahren, welche Regelungen zwingend erforderlich enthalten sein müssen und welche sinnvoll und empfehlenswert sind. Zudem bekommen Sie zahlreiche Formulierungsbeispiele, Checklisten und Schnellübersichten.

    Jetzt mehr erfahren »
    Kein Profilbild vorhanden SinaT

    Das ist eine gute Nachricht, vielen Dank, Herr Baumann.

    Aber nur zur Sicherheit, weil ich es vielleicht nicht sehr gut formuliert habe:

    Dann können die anderen beiden Vorstandsmitglieder auch eine Vergütung bekommen, einmal für IT-Dienstleistungen und einmal für Coaching des Vorstands oder so, da fällt uns schon etwas ein. Zum Glück sind die zwei auch selbständig.
    Der Vorstand darf sich also gegenseitig Aufträge geben, unabhängig von der Satzung. Und die Mitglieder haben da nicht mitzureden, stimmts? Auch wenn in der Satzung steht, dass der Vorstand ehrenamtlich arbeiten muss. Das heißt, das Neumitglied kann uns keinen Ärger machen auf der JHV?! Es handelt sich ja in allen drei Fällen nur um pro forma Rechnungen, in Wirklichkeit wird so die Vorstandsarbeit vergütet, aber das ist unerheblich?!
    Danke!

    hbaumann hbaumann

    Sie müssen darauf achten, dass die Vergütung tatsächlich für Leistungen erfolgt, die in keinster Weise mit den Aufgaben der Vorstandsmitglieder zu tun hat. Wenn sie z.B. den Pressewart dafür vergüten, dass er in seiner Druckerei die Vereinszeitung herstellt, ist das bereits grenzwertig und könnte (muss nicht) bei einer Prüfung durch das Finanzamt durchaus der Vorstandstätigkeit zugeordnet werden. Es sollte daher sowohl bei der Auftragsvergabe als auch bei der Rechnungsstellung klar ersichtlich sein, dass es sich um eine externe Firma handelt bzw. um eine Dienstleistung handelt, die auch ein außenstehender Dritter hätte erledigen können. Die Beweislast liegt beim Verein.

    Andererseits kann den Vorstandsmitgliedern ja die Ehrenamtspauschale gezahlt werden. Allerdings bedarf das eine Ermächtigung in der Satzung.

    H. Baumann

Kostenfrei registrieren und Antwort schreiben
Login für bestehende Nutzer
Ansicht von 4 Beiträgen - 1 bis 4 (von insgesamt 4)
  • Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.