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Fragen & Antworten

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Ausgabe der Mitgliedsliste

gefragt von Knach
am 15.08.2014
um 11:01 Uhr
Ein einzelnes Mitglied möchte eine außerordentliche Mitgliedsversammlung einberufen. Dies hat er dem Vorstand bisher mündlich mitgeteilt. Auch mündlich bittet er um Herausgabe der Mitgliedsliste zum Erreichen der benötigten 10% der Mitglieder.
Die Ausgabe wurde verweigert, da in schriftlicher Form weder Begründung noch Wunsch vorliegen, es gibt nur die Anfrage vor der Haustür des Vorsitzenden. Wir wissen, dass das Mitglied ein Anrecht auf diese Liste hat. Reicht hier eine mündliche Anfrage seinerseits oder können wir auf eine kurze schriftliche Begründung bestehen? Da das Mitglied dauerhaft mit "rechtlichen Konsequenzen" droht, wollen wir hier keinen Fehler machen.

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Antwort von hbaumann
am 15.08.2014
um 12:09 Uhr
Die Herausgabe der Mitgliederlisten darf der Vorstand nicht verweigern, wenn die Mitglieder ein berechtigtes Interesse vorweisen können. Solch ein Interesse besteht immer dann, wenn das Verzeichnis benötigt wird, um andere Mitglieder zu Vereinszwecken zu erreichen, was bei einem Minderheitenbegehren gegeben ist (OLG Saarbrücken, Urteil v. 2.4.2008, 1 U 450/07, nicht rkr., Az. beim BGH: II ZR 114/08).

Der Vorstand kann die Einsicht bzw. die Herausgabe einer Abschrift nur dann verweigern, wenn offensichtlich ist, dass sie einem gesetz- oder satzungswidrigen bzw. privaten Zweck dienen sollen – z.B. für Geschäftsinteressen oder zur Weitergabe zu Werbezwecken.

Allerdings sollte die Aufforderung zur Herausgabe schon zu Beweiszwecken schriftlich dem Vorstand übergeben werden.

H. Baumann
www.vorstandswissen.de
 
 
 
 
 

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