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Fragen & Antworten

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Fördermittel

gefragt von Josefine
am 19.12.2013
um 22:12 Uhr
Der geschäftsführende Vorstand möchte beim Dachverband Fördermittel beantragen.
Dieser fordert bei der Antragstellung die Vorlage des Jahresabschlusses 2012 und des letzten Bankauszuges 2013 zu Prüfungszwecken.
Die Beisitzerin, die Buchhaltungsaufgaben übernommen hat, bat mich um Mithilfe.
Der 1. und der 2. Vorsitzende haben soeben ein Konto bei einer anderen Bank eröffnet. Dorthin soll eine große Summe überwiesen werden, um beim Dachverband dann den Bankauszug des „heruntergefahrenen“ Kontos einreichen zu können.
Ich persönlich halte das für Subventionsbetrug, die Beisitzerin ebenfalls.
Darüber hinaus ist es Dummheit, denn der Dachverband sieht ja im Jahresabschluss 2012 in der Bilanz das gesamte Vereinsvermögen und auch die genaue Aufgliederung.
Die Summe, die beiseite geschafft werden soll, übersteigt die beantragte Fördersumme wahrscheinlich um ein Vielfaches.

Im Dachverband sitzen doch Personen, die diesen Antrag aufmerksam prüfen. Wenn ihnen die extreme Differenz zwischen den beiden Zahlen auffällt, werden sicher Fragen gestellt. Im Glücksfall wird der Antrag einfach abgelehnt. Was aber, wenn der Dachverband (zu Recht) Betrug vermutet und Strafanzeige stellt? Ich bin ja durch meinen Rücktritt nicht mehr haftbar, aber was ist mit der Beisitzerin?
Müssen wir warten, bis etwas passiert? Es handelt sich doch um Vereinsvermögen. Ich kann doch trotz meines Rücktritts nicht einfach weg schauen, wenn dem Verein mit solch offensichtlicher Vorsätzlichkeit Schaden entsteht.
Was können wir tun?

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Antwort von hbaumann
am 29.12.2013
um 10:42 Uhr
Die Vergabe von Fördermitteln ist an bestimmte Richtlinien gebunden (sog. Verwendungsrichtlinien), die sich Dachverbände entweder selbst geben oder daran gebunden sind, weil sie ihrerseits auch nur öffentliche Gelder - z.B. der Kommune oder der DKLB (Lotto/Toto) - vergeben. Ein wichtiges Kriterium ist dabei die finanzielle Situation des Antragstellers.

Wenn der Vorstand also durch das Verschieben von Geldern auf ein anderes Konto falsche Tatsachen schafft, ist das wahrscheinlich tatsächlich ein Verstoß gegen diese Förderrichtlinien – möglicherweise sogar Betrug.

Abgesehen davon, dass das der Verband eigentlich merken müsste, sollten Sie diesen Umstand nicht dulden und den Vorstand auffordern, ehrlich zu agieren. Erstens könnte der Verein dadurch Schaden nehmen und zweitens kann es auch zur persönlichen Haftung der Vorstandsmitglieder kommen, was man nicht unterschätzen sollte. Immerhin liegt hier Vorsatz vor.

Sollten der 1. und 2. Vorsitzende uneinsichtig bleiben, dann bleibt Ihnen und vor allem der Beisitzerin nichts anderes übrig, als dem Verband einen Tipp zu geben. Das hat dann auch nichts mit "Anschwärzen" zu tun, sondern soll lediglich Schaden vom Verein abwenden und dafür sorgen, dass das Vertrauensverhältnis zum Verband nicht gefährdet wird.

H. Baumann
www.vorstandswissen.de
 
 
 
 
 

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