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Fragen & Antworten

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Inwieweit ist die Bezahlung des Vorsitzenden legitim?

gefragt von Fred
am 07.08.2013
um 17:04 Uhr
Liebe Leute,

zu allererst vielleicht der Hinweis, dass es sich hier um einen (man mag es kaum glauben) gemeinnützigen Verein handelt.

Meine Frage bezieht sich auf einen Arbeitsvertrag des 1. Vorsitzenden. Unsere Satzung sieht keine Entschädigungen oder Vergütungen für Vorstandstätigkeiten vor, schließt sie aber auch nicht explizit aus. Der Vorstand ist von 181 BGB befreit.

Nun gibt es im Internet widersprüchliche Angaben zur Vorstandsvergütung. Hier ließt man es wäre erlaubt auf der anderen Seite ist dann eine Vergütung für Vorstandstätigkeiten wieder nicht erlaubt.

Ich habe den Arbeitsvertrag nun gesehen. Angegeben als Tätigkeiten sind organisatorische Dinge. Mehr steht da auch wirklich nicht. Es wird ein Dienstwagen auf Vereinskosten angeschafft, und der wird mit der 1% Regelung verbucht. Dieser steht dann dem Vorsitzenden für seine \"organisatorischen Tätigkeiten\" zur Verfügung.
Der Vorsitzende hat keine Bücher über tatsächlich geleistete Stunden zu führen, sondern bekommt ein Monatliches Gehalt im niedrigen 4 Stelligen Bereich. (1xxx)
Zusätzlich dafür erhält er Provisionen. Auf was er die jetzt bekommt habe ich noch nicht ganz mitgekriegt, aber für mich sieht das ganze nach Gewinnbeteiligung aus (bei einem kostendeckend arbeitenden Verein).

Auf der Mitgliederversammlung wurde vor kurzen von einzelnen Personen Auskunft über diesen Arbeitsvertrag verlangt. Es kam keine zufriedenstellende Antwort und nun (da ich selbst im Vorstand bin) sehe ich, dass sie solcherlei Dinge wie Provisionen einfach verschwiegen haben.
Sind Vorstände der MV nicht Auskunftspflichtig? Kann sich der Fragesteller gegen so eine Informationsverweigerung wehren?

Zudem weiß ich nicht ob ehrenamtliche Tätigkeiten von den vergüteten Tätigkeiten strikt getrennt sein müssen.
Die arbeiten die der besagte Herr hier ausführt haben viele Vorsitzenden vorher unentgeltlich erledigt da Vorige diese Tätigkeiten als ehrenamtliche Tätigkeiten angesehen haben. Was rechtfertigt nun eine Bezahlung?


Da mir nun die Fachliche Expertise fehlt und ich nicht damit gerechnet habe Jura studieren zu müssen um ein Ehrenamt anzunehmen, wende ich mich nun an euch.

Bitte helft mir am besten mit Belegen dieser Rafferei ein Ende zu setzen.

Ich bedanke mich schon mal im Voraus.

PS: Es wäre schön wenn ich diesen Verein noch retten könnte. Beziehungsweise wäre es mir ein Anliegen die Gemeinnützigkeit dieses Vereins zu erhalten, weil diese Maßgeblich für den vorigen Satz ist.
Der Vorstand mag nicht mein Fall sein, die Leute in diesem Verein wollen aber einfach nur Sport machen und sind auch ganz glücklich damit (und interessieren sich deswegen leider nur wenig für solcherlei Themen). Es wäre Schade wenn so etwas an der Unfähigkeit des Vorstandes kaputt gehen würde.

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Antwort von hbaumann
am 07.08.2013
um 20:02 Uhr
Vorstandstätigkeit kann durchaus auf der Basis eines Dienstvertrages vergütet werden. Dazu bedarf es allerdings zwingend einer Satzungsgrundlage, da ansonten die Gemeinnützigkeit gefährdet ist.

Zu den gezahlten Provisionen kann ich nichts sagen, da ich die Zusammenhänge nicht kenne. Wofür Provisionen? Verkauft der Verein etwas oder vermittelt er Geschäfte? Dann hätte er ja auch noch steuerpflichtige Einnahmen.

Selbstverständlich haben Sie ein Recht auf Auskunft über gezahlte Vergütungen - zumal diese in Ihrem Fall ja nicht ganz durchsichtig sind. Insbesondere als Vorstandsmitglied sollten Sie sich da nicht "abwimmeln" lassen.

H. Baumann
www.vorstandswissen.de
 
 
 
 
 

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