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Fragen & Antworten

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Kassenbelege

gefragt von Gärtner
am 30.03.2013
um 18:48 Uhr
Hallo,
mein Verein e.V. wird von dem ersten und zweiten Vorsitzenden und dessen Ehefrau Kassierer mit harter Hand geleitet.
Mein Problem.: Die drei sind der Meinung, dass bei Ausgaben keine Originalbelege vorhanden sein müssen. Das heißt, Ausgaben werden mit handschriftlichen Zetteln belegt. Bsp. 60,00 € für Lampen oder Trauerkarten 100,00 € für XY. Bei der letzten Hauptversammlung haben die Kassenprüfer eine ordnungsgemäße Kassenführung bescheinigt. Nach Rücksprache meinerseits auf Originalbelege, wurde ich (Zuchtwart) vom ersten Vorsitzenden als Nörgler und Unruhestifter beschimpft und mit Vereinsausschluss bedroht. Die Kassiererin hat auf der Hauptversammlung den Kassenbericht mit 14.000 Einnahmen und 12.5oo,00 Ausgaben vorgelegt. Laut Satzung muss der erste Vorsitzende ausgehende Zahlungen abzeichnen, was er auch nicht für notwendig findet.

Was habe ich für Möglichkeiten

Wie sieht eine richtige Kassenführung aus??

Frohe Ostern.

Antworten & Kommentare

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Antwort von hbaumann
am 31.03.2013
um 16:15 Uhr
Ebenfalls frohe Ostern!

Hier liegt eindeutig ein Verstoß gegen die Grundsätze der ordnungsgemäßen Buchführung vor. Diese ist nur korrekt und wird auch nur so z.B. vom Finanzamt anerkannt, wenn Originalbelege vorliegen.

Einen handschriftlichen Beleg kann jeder ausstellen und keiner kann prüfen, ob das Geld auch wirklich für den bestimmten Zweck ausgegeben wurde. In Ausnahmefällen ist das durchaus einmal möglich, falls der Originalbeleg nämlich verloren gegangen sein sollte, das darf aber nicht die Regel sein.
Durch meine langjährige Beratungspraxis weiß ich, dass da durchaus auch etwas anderes dahinter stecken kann, was der Vorstand dadurch vertuschen will.

Die Androhung auf Ausschluss aus dem Verein sollten Sie ganz gelassen sehen, weil eine kritische Nachfrage nach dem Verbleib von Vereinsmitteln kein Grund dafür ist.

Der Vorstand sollte sich dagegen selbst in Acht nehmen. Wenn er nämlich nicht nachweisen kann, wofür die Vereinsgelder verwendet wurden, kann das bis zur persönlichen Haftung gegenüber dem Verein führen. Das Gleich trifft für die Kassenprüfer zu, wenn sie offensichtliche Mängel nicht kritisiert und in ihrem Kassenprüfbericht erwähnt haben. Und über nichtvorhandene Originalbelege muss jeder Kassenprüfer stolpern.

Sie sollten Ihre vereinsrechtlichen Möglichkeiten nutzen und zur nächsten Mitgliederversammlung entsprechende Anträge stellen. Sollte der Vorstand auch diese abwimmeln, bleibt nichts anderes übrig, als ihn abzuwählen. Dazu brauchen Sie allerdings die erforderliche Mehrheit im Verein.

H. Baumann
Kontakt über: www.vorstandswissen. de
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Antwort von Tom
am 31.03.2013
um 22:16 Uhr
Hallo,
sollten Sie wegen Ihrer Anfrage weiter vom Vorstand unter Druck gesetzt werden, und Stimmt das mit den Belegen wirklich, halte ich es auch für nötig dem Finanzamt einen Wink zu geben.
Spätestens dann kommt der Vorstand in erhebliche Erklärungsnöte.
Und Sollte das Finanzamt evtl. Ansprüche geltend machen, weil z.B. die Gemeinnützigkeit weg fällt, so ist hier auf der nächsten Mitgliederversammlung der Vorstand in Regress zu nehmen.
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Antwort von hbaumann
am 01.04.2013
um 08:24 Uhr
Ein "freundlicher Hinweis" an das Finanzamt ist natürlich auch eine Möglichkeit. Ich hatte das aber bewusst noch nicht erwähnt, da man immer davon ausgehen muss, dass nicht alle Vereinsmitglieder die Probleme gleichermaßen sehen und so etwas dann durchaus als Denunzierung betrachten. Die eigentlich gute Absicht, die man damit verfolgt, um evtl. heraufziehendes Unheil vom Verein abzuwenden, kann dadurch ganz schnell zu Feindseligkeiten innerhalb des Vereins führen. Viele Mitglieder wollen lediglich ihre Ruhe haben und sind froh, dass einer (Vorstand) die Arbeit macht. Demzufolge kümmern sie sich auch nicht darum, wie alles läuft. Wenn dann auch noch jemand diese "traute" Ruhe stört, kann er meist nicht damit rechnen, bei allen auf Verständnis und Unterstützung zu stoßen.

Bevor Sie also an solch einen Schritt denken, sollten Sie bei allen sich bietenden Gelegenheiten dieses Problem mit den anderen diskutieren und in der nächsten Mitgliederversammlung erst einmal einen "Warnschuss" abgeben, um zu sehen, wie die Rektionen bei den Mitgliedern sind. Außerdem wird dadurch in der Regel auch der Vorstand hellhörig und merkt, dass er sich nicht alles erlauben kann.

H. Baumann
Kontakt über: www.vorstandswissen.de
 
 
 
 
 

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