Superbanner
 

Fragen & Antworten

Avatar

Kassierer Rücktritt -muß er trotzdem weitermachen?

gefragt von Cassy19
am 20.02.2013
um 10:54 Uhr
Hallo,unser Kassierer ist am Sonntag zurückgetreten,Neuwahlen sind erst im Juli.Der Vorstand bleibt beschlussfähig,auch sind 2 Vorstandsmitglieder Bankmäßig handlungsfähig und haben Zugriff aufs Konto.
Jetzt gab es ein Einschreiben an den Kassierer ,das er seine Aufgaben weitermachen muss,solange der Vorstand keinen Ersatz hat.Stimmt das?Ist das rechtlich,dass er obwohl der Rücktritt angenommen wurde er weiterbuchen und Zahlungen machen soll?
Danke

Antworten & Kommentare

Avatar
Antwort von hbaumann
am 20.02.2013
um 13:38 Uhr
Die Rücktrittserklärung eines Vorstandsmitglieds ist eine einseitige, empfangsbedürftige Willenserklärung. Sobald diese Erklärung entweder an das Bestellungsorgan (normalerweise die Mitgliederversammlung) oder ein vertretungsberechtigtes Vorstandsmitglied gegangen ist, ist das Vorstandsmitglied aus dem Amt ausgeschieden. Das heißt, dass diese persönliche Entscheidung nicht von einer Zustimmung oder dem Einspruch des Restvorstandes abhängig ist.

Das Vorstandsmitglied ist demzufolge nicht verpflichtet, sein Amt noch bis zur nächsten Wahl fortzuführen bzw. die Aufgaben weiterhin zu erledigen.

H. Baumann
Kontakt über: www.vorstandswissen.de
Avatar
Antwort von Cassy19
am 20.02.2013
um 14:18 Uhr
Danke Herr(?) Baumann für die schnelle Antwort.
Hier mal der Inhalt:" Grundsächlich ist es möglich, das Amt der Schatzmeisterin niederzulegen, jedoch bist du dem
Verein gegenüber rechtlich verpflichtet, das Amt solange fortzuführen bis der Verein einen
entsprechenden Nachfolger gefunden hat. Das nicht ordnungsgemäße fortführen des Amtes kann
zur persönlichen Haftung der Schatzmeisterin gegenüber dem Verein führen, wenn dem Verein
dadurch finanzielle Schäden entstehen.

Weiterhin weisen wir dich darauf hin, dass in diesem Fall der vorzeitigen Beendigung deines Amtes
als Schatzmeisterin vor Übergabe an einem neuen Schatzmeister eine Kassenprüfung durch die
gewählten Kassenprüfer stattfinden muss.

Grundsätzlich bedauern wir deine Entscheidung und nehmen sie aber so zur Kenntnis. Wir fordern
dich jedoch auf, dass Amt wie oben beschrieben bis zum Einsatz eines neuen Schatzmeisters
fortzuführen.

Diesbezüglich setzen wir dir für deine Antwort eine Frist bis zum 24.02.2013 wie du weiter
verfahren möchtest."


Avatar
Antwort von hbaumann
am 20.02.2013
um 14:43 Uhr
Einmal abgesehen davon, dass das vereinsrechtlicher Unsinn ist, ist dieses Schreiben ja fast schon Erpressung.

Auch für den Fall, dass Ihre Satzung die sog. Übergangsklausel beinhaltet, nach der der alte Vorstand so lange im Amt bleiben muss, bis ein neuer gewählt wurde, trifft das auf diesen Fall nicht zu, da das Vorstandsmitglied ja von sich aus den Rücktritt erklärt hat. Was hätte das auch für einen Sinn, wenn man vor Ablauf der Amtszeit – aus welchen Gründen auch immer – selbst zurücktritt, dann aber doch bis zum Ende der Amtszeit weitermachen muss. Dann kann man auf den Rücktritt auch gleich verzichten. Aber genau für diesen Fall hat der Gesetzgeber eine vorzeitige Rücktrittsmöglichkeit nicht ausgeschlossen oder sie besonders erschwert. Mögliche Haftungsansprüche entstehen, so wie in dem Schreiben erwähnt, daraus nicht. Diese Gefahr bestünde lediglich, wenn der Verein durch den Rücktritt handlungsunfähig geworden wäre. Dann spricht man von der sog. Unzeit.

Richtig ist in dem Schreiben allerdings, dass der zurückgetretene Kassenwart noch eine ordentliche Übergabe machen muss. Das kann er aber auch nach seinem Rücktritt machen. Und richtig ist auch, dass er persönlich haftet, wenn durch eine nicht erfolgte Übergabe dem Verein ein Schaden entstehen sollte. Das heißt natürlich auch, dass er alle Unterlagen komplett übergeben muss. Denn gerade daraus entstehen in vielen Fällen Haftungsansprüche.
Zu einer Übergabe gehört natürlich auch eine entsprechende Kassenprüfung.

Sie sollten ihm also ans Herz legen, sich in dieser Angelegenheit nicht stur zu stellen, da das im schlimmsten Fall tatsächlich - auch im Nachhinein - noch persönliche Konsequenzen haben könnte.

(Herr) H. Baumann
Kontakt über: www.vorstandswissen.de
Avatar
Antwort von Cassy19
am 20.02.2013
um 15:32 Uhr
Er hat alle Ordner und Ihm vorliegenden Dinge übergeben und das auch quittiert bekommen.Den Kassenprüfern hat er Bescheid gesagt ,dass er zurückgetreten ist und das die Unterlagen zur Prüfung beim 1. Vorsitzenden sind.
Außerdem ist er bereits bei der Bank gewesen und hat seine Vollmacht gelöscht und seine Bankkarte zurückgegeben.
Er hat mit der Sache in soweit abgeschlossen bis dann dieses Einschreiben kam!
Stur stellt er sich nicht ,im Gegenteil,er hat noch alles mögliche weiter geregelt und die Leute nicht ins kalte Wasser geschubst,außerdem sind alle ins Kassenbuch eingearbeitet!
Er muß sich also keine Gedanken mehr machen wegen diesem Brief?

Tut mir leid ,wenn ich soviel frage aber sowas hatten wir hier noch nie in unserem Verein und ob der Vorstand sich damit Freunde macht bleibt noch abzuwarten!
Avatar
Antwort von hbaumann
am 20.02.2013
um 17:04 Uhr
Ich denke, dann hat er wohl alles Erforderliche unternommen.

Was den Brief anbelangt, kann er natürlich einmal ganz freundlich anfragen, auf welcher vereinsrechtlichen Grundlage die Forderungen basieren. Wenn mich meine Erfahrungen nicht all zu sehr täuschen sollten, werden dann einige wahrscheinlich ganz schön ins Stottern kommen…

H. Baumann
Kontakt über: www.vorstandswissen.de
 
 
 
 
 

Login mit Benutzername

 
 
 
 
 
 
Wide Skyscraper
Full Banner