Welche Überprüfung Sie oder Ihr Schatzmeister jetzt noch unbedingt machen müssen!

Es gibt kaum ein Thema, um das sich im Vereins(steuer-)leben soviel Märchen und Mythen ranken wie um das das Thema Umsatzsteuer. Das merke ich vor allem an den vielen Fragen in der Redaktionssprechstunde meiner Publikationen „Handbuch für den Vereinsvorsitzenden“, „Schatzmeister aktuell“ und „Verein und Vorstand aktuell“. Höchste Zeit also, um bei diesem Thema einmal für Klarheit zu sorgen – mit der folgenden Blitzübersicht, die Sie bitte auch Ihrem Schatzmeister zur Verfügung stellen.

Umsatzsteuer im Verein: So handeln und entscheiden Sie richtig

Der Grundsatz:
Für alle entgeltlichen Leistungen im Rahmen eines „Leistungsaustauschs“ (Leistung gegen Entgelt) wird Umsatzsteuer fällig. Der eine erbringt eine Leistung – zum Beispiel Ihr Verein – der andere nimmt Ihnen diese Leistung ab.

Ihr Verein wird umsatzsteuerlich damit also wie ein Unternehmen behandelt. Das heißt aber auch:

Bewegen sich die Umsätze, die Ihr Verein (inklusive seiner Abteilungen und Untergliederungen) im niedrigen Bereich, ist er von der Umsatzsteuer befreit. Der Fiskus nennt dies die sogenannte „Kleinunternehmerregelung“.

Wann ist Ihr Verein „Kleinunternehmer“ – und damit von der Umsatzsteuer befreit?

Ihr Verein gilt als „Kleinunternehmer“ gemäß § 19 des Umsatzsteuergesetzes, und ist damit von der Umsatzsteuer befreit, wenn seine Umsätze

  • im vorangegangenen Kalenderjahr WENIGER als 17.500 Euro betragen haben UND
  • im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigen werden.

Wichtig:
Ist eine Grenze überschritten, fällt Umsatzsteuer an.

Tipp:
Der Fiskus hält zur Schulung seiner Mitarbeiter folgendes Beispiel bereit, dass sich Finanzreferent Klaus Wachter vom Finanzamt Ravensburg ausgedacht hat.

Beispiel
Der Musikverein MV erzielt in den Jahren 2011 – 2013 folgende Einnahmen:

Mitgliedsbeiträge / SpendenVereinsfeste
20115.000 €15.000 €
20125.000 €20.000 €
20135.000 €16.000 €

Ist der Verein in den Jahren 2012 bzw. 2013 umsatzsteuerpflichtig?

2012
Der Umsatzsteuerpflicht unterliegen lediglich die Einnahmen aus Vereinsfesten, nicht die Mitgliedsbeiträge und Spenden. Da der Musikverein im Vorjahr (2011) mit seinen steuerpflichtigen Einnahmen von 15.000 € die Grenze von 17.500 € nicht überschritten hat, wird der Musikverein in 2012 nicht umsatzsteuerpflichtig.

2013
Der Musikverein MV hat im Vorjahr (2012) mit seinen steuerpflichtigen Einnahmen von 20.000 € die Grenze von 17.500 € überschritten, so dass der Musikverein MV in 2013 umsatzsteuerpflichtig wird. Keine Rolle spielt, dass der Verein in 2013 die Kleinunternehmergrenze von 17.500 € nicht überschreitet.

Unternehmerische Tätigkeiten

Umsatzsteuer fällt beim gemeinnützigen Verein nur für unternehmerische Tätigkeiten an. Da Ihr Verein in 4 (steuerlichen) Bereichen tätig ist, wovon aber der ideelle Bereich (der Bereich, in dem Sie unmittelbar die Satzungszwecke erfüllen) niemals unternehmerisch ist UND der Verein im Zweckbetrieb (der Bereich, in dem sich der Verein wirtschaftlich betätigt aber unmittelbar zur Erfüllung der satzungsgemäßen Zwecke) nur dem ermäßigten Steuersatz (7 %) unterliegt, ergibt sich folgendes Bild:

BereichBeispielUmsatzsteuer?
Ideeller BereichMitgliedsbeiträge, Spenden, Zuschüssenein
ZweckbetriebSportliche Veranstaltungen bis 45.000 Euro, Lotterien für gemeinnützige Zwecke, Museen, Theater, Konzerte7 %
VermögensverwaltungBankgeschäfte, Vermietung von Grundbesitz, Verpachtung, WerberechteGgfs. 7 % wenn nicht von vornherein umsatzsteuerfrei (z.B. Vermietung)
Wirtschaftlicher GeschäftsbetriebVerkauf von Kaffee und Kuchen beim Turnier, Vereinsheim usw.Regelsteuersatz (7 % oder 19 %)

Fazit:
Prüfen Sie jährlich neu, ob Ihr Verein in die Umsatzsteuerpflicht rutscht – denn dann müssen Sie nicht nur Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben, sondern in den Rechnungen, die Ihr Verein ausstellt, auch Umsatzsteuer (zusätzlich) ausweisen. Im Gegenzug dafür können Sie dann aber auch aus allen Eingangsrechnungen die Mehrwertsteuer abziehen und geltend machen.

Übrigens:
Auch Vereine, die steuerlich als „Kleinunternehmer“ gelten, können zur Umsatzsteuer „optieren“, dem Finanzamt also mitteilen: „Wir möchten doch umsatzsteuerpflichtig sein“. Das lohnt sich in der Regel dann, wenn der Verein größere Vorhaben (Bau eines Vereinsheims zum Beispiel) plant oder wenn Ihr Verein hohe Einnahmen aus der Verpachtung von Werberechten erzielt.

Wichtig:
Sie können die Option bis zur endgültigen Umsatzsteuerfestsetzung eines Jahres abgeben. Sie sind an diese Option dann aber für mindestens fünf Jahre gebunden.

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