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Aufmerksamkeiten an Mitglieder: So rechnen Sie Finanzamtsicher zusammen

Vereinsrecht aktuell

Seit dem Deutschlands Finanzämter die „Aktion scharf“ gestartet haben und immer mehr Vereine durch Betriebsprüfungen in die Defensive drücken, häufen sich in der Redaktionssprechstunde die Anfragen zum Thema „Aufmerksamkeiten für Mitglieder“. Denn gerade hier prüft das Finanzamt besonders streng. Schließlich dürfen Mitglieder keine Zuwendungen erhalten. Eine Ausnahme bilden auch 2016 wieder nur die sogenannten Aufmerksamkeiten.
 
60 Euro pro Jahr und Mitglied – das ist Höchstgrenze für Zuwendungen im Rahmen von Vereinsfesten und ähnlichem. In manchen Bundesländern gelten sogar 40 Euro als Grenze – zum Beispiel Baden-Württemberg. Fragen Sie also lieber bei Ihrem Finanzamt nach.
 
Grundsätzlich gilt die Grenze von  40/60 Euro als „Höchstsatz“ für erlaubte Zuwendungen an Mitglieder. Dabei müssen Sie allerdings zwei Fallkonstellation unterscheiden:



Während die Grenze von 40/60 Euro pro Jahr bei Vereinsanlässen insgesamt nicht überschritten werden (das heißt: die Zuwendungen pro bei allen Vereinsanlässen des Jahres zusammen dürfen insgesamt nicht über die 40/60 Euro hinausschießen), gilt die 40/60-Euro-Grenze bei persönlichen Anlässen jedes Mal wieder neu:
 
Beispiel:
Vereinsmitglied Müller nimmt an beiden Vereinsanlässen Sommer- und Weihnachtsfest teil. Auf dem Sommerfest erhalten die Mitglieder Bewirtungsgutscheine im Wert von 15 Euro. Auf der Weihnachtsfeier ergeben die Gesamtkosten geteilt durch die teilnehmen Mitglieder einen Pro-Kopf-Betrag von 18 Euro. Insgesamt hat er also Aufmerksamkeiten im Wert von 33 Euro erhalten. Die 40/60-Euro-Grenze wurde nicht überschritten.
 
In diesem Jahr aber hat Vereinsmitglied Müller zum zweiten Mal geheiratet. Aus diesem Anlass wurde ihm auf der Jahreshauptversammlung ein Blumenstrauß im Wert von 18 Euro überreicht. Und anlässlich seines 25jährigen Verreinsjubiläums erhält er auf der Weihnachtsfeier eine Flasche Cognac (Wert 30 Euro). Zwar liegt der Wert beider Geschenke insgesamt bei 48 Euro. Das ist aber unschädlich, da die 40-Euro-Grenze bei jedem einzelnen persönlichen Anlass gilt. In Bundesländern, die die 60-Euro-Grenze nehmen, wäre sogar noch viel mehr möglich.-
 
Diese Obergrenze müssen Sie auf jeden Fall einhalten!
 
In der Praxis wird gerne übersehen, dass die 40/60-Euro-Grenze nicht die einzige Obergrenze darstellt. Sie kann sogar „unterschritten“ werden. Denn:
 
Die Zuwendungen an die Mitglieder dürfen nicht höher sein als der tatsächlich erhobene Mitgliedsbeitrag.
 
Im Klartext: Zahlt ein erwachsenes Mitglied „nur“ 20 Euro im Jahr dürfen Sie ihm keines Aufmerksamkeiten in Höhe von 40 oder 60 Euro zukommen lassen. Der Betriebsprüfer würde zurecht fragen, wie denn der Verein seine satzungsgemäßen Zwecke verfolgen will, wenn er mehr als die Einnahmen für Zuwendungen ausgibt.

 
 
 
 
 
 
 
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