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Diese Auskünfte kann die Mitgliederversammlung von Ihnen als Vorstand verlangen

Vereinsrecht aktuell

Das alles beherrschende Thema derzeit in den Medien ist Griechenland. Warum nicht nachmachen? Ihr Verein hat Schulden, gibt auch jetzt noch viel mehr Geld aus, als er einnimmt, aber bekommt kein Geld mehr. Deshalb lässt er die Mitglieder beschließen: „Wir zahlen nichts zurück“ - und beschließt gleichzeitig, dass die Geldgeber nun eine weitere Tranche Geld herüberzureichen haben ...
 
Nun ja, so eine Macht hat die Mitgliederversammlung nicht. Und das ist auch gut so. Trotzdem ist sie für Sie als Vorstand der Chef. Und was für einer. Genau darum geht es in dieser Ausgabe der Vereinswelt.

Diese Auskünfte kann die Mitgliederversammlung von Ihnen als Vorstand verlangen
 
Gesetzlich ist nicht wirklich geregelt, dass Sie als Vorstand den Mitgliedern gegenüber zur Auskunft verpflichtet sind. Allerdings gibt es § 27 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) und die „allgemeinen Vorschriften für den Auftrag“ (§§ 664 bis 670). Demnach haben Sie als Vorstand eine umfassende Auskunftspflicht gegenüber der Mitgliederversammlung. Aber nur auf Verlangen - dafür aber in allen Vereinsangelegenheiten.
 
Letztendlich ist aber auch gerichtlich anerkannt, dass Mitglieder auf der Mitgliederversammlung über Angelegenheiten des Vereins Auskunft verlangen können, soweit dies zur Meinungsbildung und zur ordnungsgemäßen Erledigung von Tagesordnungspunkten erforderlich ist.
 
Konkret heißt das:
Gegenstand der Auskunft können alle Fragen sein, die Sie als Vorstand im Rechenschaftsbericht noch nicht erschöpfend behandelt haben.
 
Generell gilt aber, dass die Mitglieder während der laufenden Versammlung alle erbetenen Auskünfte erhalten sollten. Jedoch:
 
Immer wieder kommt es bei Jahreshauptversammlungen zu Diskussionen, die wegen fehlender Detailkenntnisse der Teilnehmer „heiß laufen“. Wenn Sie in einer solchen Situation von Ihren vereinsinternen Kritikern aufgefordert werden zu einem bestimmten Thema „jetzt, hier und heute Rede und Antwort zu stehen“, Sie dazu aber bestimmte Unterlagen heraussuchen müssen, empfiehlt es sich, die Unterbrechung der Versammlung zu beantragen. Dadurch gewinnen Sie Zeit, können Ihre Argumentation noch einmal überdenken bzw. mit Ihren Vorstandskollegen abstimmen –und vor allem nehmen Sie so „Dampf aus dem Kessel“.
 
Aber auch das kommt vor:
Die Versammlung „plätschert so dahin“, zu dem einen oder anderen Tagesordnungspunkt melden sich Teilnehmer mit Fragen – und dann passiert es: Sie können eine erbetene Auskunft nicht sofort erteilen, weil Sie beispielsweise noch Rückfragen halten oder Recherchen durchführen müssen.

Mein Tipp:
Dann dürfen Sie die Auskunft auch nach Ende der Mitgliederversammlung geben. Dies kann direkt gegenüber dem Mitglied erfolgen, das auf der Mitgliederversammlung um Auskunft gebeten hat. Alternativ bietet sich aber auch an – und im Interesse der Information aller Mitglieder erscheint es auch sinnvoller –, die Auskunft in der Mitgliederzeitung oder beispielsweise auf der Homepage des Vereins zu veröffentlichen.
 

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