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Was hat das Gericht denn da mit dem armen Verein gemacht?

Vereinsrecht aktuell

In diesem Fall geht es um einen verschossenen Fußball. Der hatte einen Motorradfahrer zu Fall gebracht. Das nagelneue Motorrad wurde beschädigt. Folge: Der Verein muss nun tief in die Tasche greifen, denn das Landgericht Detmold verurteilte diesen zur Zahlung von Schadenersatz und Schmerzensgeld von immerhin 4.500 Euro.

In den Augen der Richter hatte der Verein seine Pflicht zur Verkehrssicherung verletzt: Der zwei Meter hohe Maschendrahtzaun, der das Sportgelände umgibt, sei zu niedrig und in einem schlechten Zustand. (Der Ball war damals durch ein Loch geflogen.) Der Verein dagegen hatte argumentiert, der Mann hätte besonders aufmerksam sein müssen. Denn er sei selbst Mitglied der verklagten Kicker und wisse, wann trainiert werde.

Es nützte nichts – der Verein muss zahlen.

Stichwort Verkehrssicherungspflichten:

Denken Sie mal an folgenden Fall:


An einem regnerischen und stürmischen Herbstnachmittag fällt in großen Mengen feuchtes Laub auf den Zugangsweg Ihres Vereinsheims und vor den Haupteingang. Am frühen Abend ist Musikprobe. Unmittelbar vor dem Haupteingang zum Vereinsheim stürzt ein Vereinsmitglied, das auf dem feuchten Laub ausgerutscht ist.

In diesem Beispiel sind die sehr praxisrelevanten und haftungsträchtigen Verkehrssicherungspflichten angesprochen. Grundsätzlich muss nämlich jeder, der eine Gefahrenquelle schafft, die erforderlichen Maßnahmen treffen, um Schäden Dritter zu vermeiden. Das betrifft nicht nur Fußballnetzte – sondern auch das Laub, das sozusagen von ganz allein in den Eingangsbereich des Vereinsheims gefallen ist.

Da das Vereinsheim für die Mitglieder und Besucher des Vereins zugänglich ist, müssen Sie dafür sorgen, dass von Ihrem Vereinsheim keine Gefahren für Sachen, Leib und Leben anderer Personen ausgehen.

Wichtig:
Ihr Verein muss nicht etwa Eigentümer der Anlage bzw. des Grundstücks sein, noch nicht einmal Mieter. Ausreichend ist die Beherrschung des infrage kommenden Verkehrsbereichs.

Beispiel: Nicht richtig gesicherte Treppe
Ihr Verein veranstaltet ein Campingwochenende. Neben einem Sanitärwagen haben Sie für die Verpflegung der Teilnehmer einen Kühlwagen zur Verfügung gestellt, den Sie beim örtlichen Großmarkt ausgeliehen haben. Die zum Betreten des Kühlwagens dienende Holztreppe ist nur angelehnt, nicht aber sicher befestigt. Und natürlich passiert es ausgerechnet am Veranstaltungstag, dass ein Mitglied auf der Treppe ausrutscht und sich verletzt.

Die Folge: Da Ihr Verein zum Unfallzeitpunkt Besitzer des Kühlwagens ist, trifft ihn auch die Sicherungspflicht für ein gefahrloses Betreten des Kühlwagens, so dass der Verein für den Schaden des verletzten Mitglieds haftet.

Fazit:
Verletzt der Verein also seine Verkehrssicherungspflicht, haftet er auch dafür. Und dann ist es auch grundsätzlich egal, ob der Geschädigte ein außenstehender Dritter (etwa ein Besucher des Vereins oder auch nur ein Passant) ist, oder es sich bei ihm um ein Vereinsmitglied handelt. Deshalb:

Inspizieren Sie regelmäßig den Zustand der vom Verein genutzten Anlagen. Es zahlt sich aus. Im wahrsten Sinne des Wortes.

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