Superbanner
 
 
 
 

So gründen Sie einen Förderverein – Neue Geldquellen erschließen

Vereinswissen aktuell

Darum geht es: Nahezu jeder Kindergarten und jede Schule, die etwas auf sich halten, haben heute einen Förderverein an ihrer Seite. Da die öffentlichen Mittel nicht mehr so fließen wie früher, sind es die Fördervereine, die versuchen, Geld und Spenden für ihre Institutionen zu sammeln. Denn ohne Geld können die meisten attraktiven Angebote in den Einrichtungen nicht mehr aufrechterhalten werden.

Möchten Sie mehr erfahren? Dann klicken Sie hier!

Um alternative Finanzierungsmöglichkeiten müssen sich heute auch viele Vereine kümmern, denn auch hier fließen die öffentlichen Mittel nur noch spärlich. Die Gründung eines Fördervereins zur Unterstützung Ihres Vereins sollten Sie deshalb unbedingt ins Auge fassen. Was Sie bei der Gründung beachten müssen und welche Vorteile Ihnen ein Förderverein bringt, das erfahren Sie in diesem Beitrag.

In Zeiten knapper öffentlicher Kassen hilft ein Förderverein

Fördervereine sind heute bei sozialen Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen kaum mehr wegzudenken. Und auch Vereine entdecken gerade in Zeiten einer Finanzkrise die Fördervereine als ein wichtiges Instrument, zusätzliche Finanzmittel aufzubringen. Doch die Möglichkeiten eines Fördervereins gehen über die rein finanzielle Unterstützung weit hinaus. Und so sollten Sie sich, bevor Sie die Gründung eines Fördervereins ins Auge fassen, damit auseinandersetzen, in welcher Form der Förderverein Ihren Verein unterstützen soll:

  • Soll er nur als Spendensammelverein fungieren?
  • Oder soll er als wirtschaftlich tätiger Förderverein wirken?

Der Spendensammelverein

Der alleinige Zweck eines Spendensammelvereins ist es, Mittel für die steuerbegünstigten Zwecke einer anderen Körperschaft – in diesem Falle eines Vereins – zu sammeln. Der „Verein zur Förderung des TuS Musterstadt e. V.“ erhebt Mitgliedsbeiträge und sammelt Spenden. Einmal im Jahr überweist er das eingenommene Geld an den TuS Musterstadt.

Das ausschließliche Ziel dieses Vereins ist es also, Spenden zu sammeln und mit dem so gewonnenen Vermögen einen anderen Verein zu unterstützen.

Der wirtschaftlich tätige Förderverein

Ein Förderverein muss sich jedoch nicht darauf beschränken, Spenden zu sammeln. Er kann auch einen eigenen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb unterhalten.

  • Ein Förderverein kann als eigenständige Körperschaft als Arbeitgeber fungieren. Das heißt, er kann z. B. Honorarkräfte einstellen und so den Hauptverein entlasten.
  • Ein Förderverein kann Fahrten u. Ä. anbieten. Auch das entlastet den Hauptverein.
  • Ein Förderverein kann Veranstaltungen z. B. Feste durchführen oder Kurse anbieten. Die dadurch erzielten Einnahmen kommen natürlich dem Hauptverein zugute.

Planen Sie einen Förderverein mit wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb, müssen Sie beachten, dass dieser den Förderverein nicht gemeinnützigkeitsschädlich prägt. Die Folge wäre die Aberkennung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt.

Das bedeutet konkret: Der wirtschaftlich tätige Förderverein wird nur als gemeinnützig anerkannt, wenn seine Einnahmen aus der wirtschaftlichen Betätigung nicht höher sind als seine Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden.

Ein Förderverein hat im ideellen Bereich (Mitgliedsbeiträge und Spenden) Einnahmen in Höhe von 20.000 €. Um seine Gemeinnützigkeit nicht zu gefährden, darf er im Bereich des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs nur Einnahmen von höchstens 20.000 € erzielen.

Förderverein - So erarbeiten Sie ein erfolgversprechendes Konzept

Bevor Sie zur Gründungsversammlung einladen, setzen Sie sich mit den potenziellen Gründungsmitgliedern zusammen und erarbeiten ein tragfähiges Konzept. Denn genauso wie der Zweck Ihres Hauptvereins muss auch der Zweck des Fördervereins genau definiert sein:

  • Welche Ziele wollen Sie mit der Gründung des Fördervereins verwirklichen?
  • Was oder wen wollen Sie genau fördern, z. B.
    • den gesamten Verein?
    • einzelne Abteilungen des Vereins?
    • Einzelmaßnahmen?
    • einzelne Personen oder Mannschaften?
  • Welche Einnahmen können Sie erwarten?
  • Soll der Förderverein ausschließlich für das Sammeln von Spenden zuständig sein?
  • Wie hoch soll der Mitgliedsbeitrag festgesetzt werden? Setzen Sie nur einen Mindestbeitrag fest. Weisen Sie Ihre neuen Mitglieder im Anmeldeformular jedoch darauf hin, dass auch höhere Beiträge willkommen sind.
  • Soll der Förderverein noch anderweitig tätig werden?
    • Soll er wirtschaftlich tätig werden, z. B. Feste veranstalten?
    • Soll er den begünstigten Verein personell, d. h. durch ehrenamtliches Engagement der Mitglieder, unterstützen?
    • Soll er den begünstigten Verein ideell unterstützen


Wie Sie die Förderverein Satzung rechtssicher formulieren

Die Satzung ist das Herzstück eines jeden Vereins und für alle Mitglieder rechtlich bindend. Daher sollten Sie die größte Sorgfalt auf die Formulierung legen. Einige formale Dinge schreibt das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) in den §§ 56 – 59 vor. Es lässt aber trotzdem noch genügend Freiraum, die Satzung den speziellen Erfordernissen Ihres Vereins anzupassen.

Ihre Satzung sollte möglichst viele Ziele enthalten, damit Sie ungehindert alles Denkbare durchführen können, aber gleichzeitig möglichst wenige Bestimmungen aufführen, um sich nicht unnötig einzuschränken. Da ein Förderverein die Anerkennung der Gemeinnützigkeit anstreben sollte, sind dann auch die entsprechenden Vorgaben des Finanzamts einzuhalten.

Die fatale Folge: Sind diese Vorgaben nicht richtig formuliert, wird der Gemeinnützigkeitsstatus verwehrt. Der Förderverein ist als gemeinnützig anerkannter eingetragener Verein steuerbegünstigt und kann Spendenquittungen ausstellen. Diese steuerliche Abzugsfähigkeit ist ein zusätzlicher Anreiz für Privatpersonen und Unternehmen, sich bei Sach- und Geldspenden großzügig zu zeigen.

In vielen Punkten unterscheidet sich die Satzung eines Fördervereins nicht von der Satzung eines sonstigen eingetragenen Vereins. Besonders zu beachten sind jedoch:

  • die Formulierung des Vereinszwecks und der Mittelverwendung sowie
  • die Formulierung der Vermögensbindung bei der Vereinsauflösung

Wichtig ist, dass Sie den Vereinszweck möglichst detailliert formulieren und dass der gemeinnützige Charakter eindeutig erkennbar ist. Bei der Formulierung der Vermögensbindung muss das Restvermögen entweder einer namentlich zu benennenden, steuerbegünstigten Körperschaft zufließen oder es muss einem konkret zu benennenden steuerbegünstigten Zweck zugeführt werden. Lassen Sie die ausgearbeitete Satzung vor der Gründungsversammlung von Ihrem örtlichen Finanzamt schon einmal prüfen.

Ihr Vorteil: So verhindern Sie von vornherein, dass es nach der Gründung des Fördervereins und der Eintragung ins Vereinsregister zu Beanstandungen durch das Finanzamt kommt und Sie daraufhin die Satzung ändern müssen, was wiederum mit unnötigen Kosten verbunden ist.

Führen Sie die Förderverein Gründungsversammlung durch

Zur Vereinsgründung ist es zwingend erforderlich, eine Gründungsversammlung durchzuführen. Die zentralen Aufgaben der Gründungsversammlung sind die Verabschiedung der Vereinssatzung sowie die Wahl eines Vorstands.

Zuerst wählen die Anwesenden eine(n) Versammlungsleiter(in) sowie eine(n) Protokollführer(in). Beide unterzeichnen später auch das Gründungsprotokoll.

Das Gründungsprotokoll kann kurz gehalten werden, sollte aber folgende Angaben enthalten:

  • Ort und Zeit der Versammlung
  • Namen, Anschriften, Geburtsdaten und Berufe der Teilnehmer
  • Sitzungsverlauf
  • Ablauf der Wahlen (offen oder geheim)
  • Wahlergebnisse

Die eigentliche Gründungsversammlung beginnt mit der Diskussion über die Satzung, die Sie der Versammlung am besten als „Entwurf“ vorlegen. Mit der Abstimmung über die Annahme der Satzung ist der eigentliche Akt der Vereinsgründung erfolgt. Die Satzung muss dann von den Gründungsmitgliedern (mindestens sieben) unterschrieben werden. Ist das geschehen, gilt der Verein als gegründet.

Anschließend erfolgt die Wahl des Vorstands gemäß den Vorgaben in der Satzung. Gemäß § 26 BGB muss ein Verein einen Vorstand haben. Dieser wird im Vereinsregister eingetragen.

Eine Personaländerung im Vorstand muss grundsätzlich immer über einen Notar im Vereinsregister beim Amtsgericht eingetragen werden, was auch immer mit Kosten verbunden ist.

Beantragen Sie die Eintragung ins Vereinsregister

Haben Sie die Gründungsversammlung erfolgreich durchgeführt, lassen Sie Ihren neuen Förderverein in das Vereinsregister bei dem für Sie zuständigen Amtsgericht eintragen. Für die Eintragung ins Vereinsregister ist es erforderlich, dass alle Mitglieder des (BGB)-Vorstands bei einem Notar erscheinen, um die Vereinsgründung zu bezeugen.

Mitzubringen sind die Personalausweise der einzelnen Vorstandsmitglieder, das Protokoll der Gründungsversammlung, die Teilnehmerliste und die von allen Gründungsmitgliedern unterschriebene Satzung.

Der Notar beurkundet die Vereinsgründung und leitet die Unterlagen an das zuständige Amtsgericht weiter. Entspricht die Satzung den formalen Vorgaben des BGB, erhalten Sie von dort einen Vereinsregisterauszug. Der Verein kann sich ab sofort „e. V.“ nennen.

Beantragen Sie die Anerkennung als gemeinnütziger Förderverein

Der letzte formale Schritt, den Sie jetzt noch machen müssen, ist die Zusage der Gemeinnützigkeit. Hierzu reichen Sie eine Kopie der Satzung und des Vereinsregisterauszuges mit der Bitte um Anerkennung als gemeinnütziger Verein beim zuständigen Finanzamt ein.

Das Finanzamt prüft anhand der Satzung, ob alle gesetzlichen Voraussetzungen für die Anerkennung erfüllt sind. Ist alles in Ordnung, erhalten Sie daraufhin einen auf drei Jahre befristeten Freistellungsbescheid sowie Ihre Steuernummer. 

Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit ist grundsätzlich befristet. Sie müssen dem Finanzamt regelmäßig durch Vorlegen der aktuellen Satzung sowie eines Rechenschaftsberichts nachweisen, dass die Voraussetzungen der Anerkennung immer noch bestehen.

Kurz und präzise: Mit dieser Checkliste haben sie das wichtigste bei der Gründung Ihres Fördervereins im Blick.

Möchten Sie mehr erfahren? Dann klicken Sie hier!

 
 
 
 
 
 
 
Wide Skyscraper
Full Banner