Superbanner
 
 
 
 

Mitgliedsbeiträge im Verein: Was in keiner Satzung fehlen darf

Vereinswissen aktuell

Zahlungspflichten der Vereinsmitglieder

Als Schatzmeister bewegen Sie sich in Bezug auf die Zahlungspflichten der Mitglieder dann auf sicherem Boden, wenn die Satzung möglichst genaue Regelungen enthält. Welche nicht fehlen sollten, habe ich hier für Sie aufgelistet. Steht die nächste Satzungsänderung an, haben Sie als Schatzmeister mit der folgenden Übersicht eine hilfreiche Arbeitshilfe direkt parat, um mit Ihren Vorstandskollegen zu beraten, welche noch fehlen und für Ihren Verein sinnvoll sind.

Möchten Sie mehr erfahren? Dann klicken Sie hier!

Wann Arbeitsleistungen anfallen und wie Sie diese regeln

Aus Arbeitsleistungen, zu denen Mitglieder verpflichtet sind, können schnell Zahlungspflichten werden. Dann nämlich, wenn Mitglieder ihrer Verpflichtung nicht nachkommen können oder wollen. Für diese Fälle muss geregelt werden, wie die nicht erbrachten Arbeitsleistungen finanziell abgegolten werden. Berücksichtigen Sie bei der Regelung, dass die Arbeitsleistungen unter Umständen nicht allen Mitgliedern zumutbar sind.

Aufnahmegebühren

So geht es nicht: Ohne Satzungsgrundlage sind weder die Mitgliederversammlung noch der Vorstand berechtigt, die Erhebung einer Aufnahmegebühr zu beschließen.

PRAXIS-TIPP: Es empfiehlt sich, auch die Aufnahmegebühr sozial ausgewogen zu staffeln. Dies erreichen Sie vor allem dann, wenn Sie sich in Bezug auf die Höhe der Aufnahmegebühr an der Höhe des Monatsbeitrags orientieren.

Beispiel: Die Aufnahmegebühr beträgt einen Monatsbeitrag. Manche Vereine berücksichtigen jedoch zusätzlich auch, wann innerhalb des laufenden Jahres die Neuaufnahme erfolgt:

Bei Eintritt in den Verein ist eine Aufnahmegebühr wie folgt zu entrichten:

       Eintritt bis 30. Juni: ein voller Monatsbeitrag,

       Eintritt nach 30. Juni: ein halber Monatsbeitrag.

Beitragsfreie Mitglieder

Bereits bei Gründung des Vereins kann in der Satzung festgelegt werden, dass bestimmte Mitgliedergruppen, zum Beispiel Ehrenmitglieder, beitragsfrei gestellt werden. Es handelt sich dann um ein sogenanntes Sonderrecht der Ehrenmitglieder (§ 35 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)).

Beachten Sie dabei Folgendes: Später kann eine solche Regelung im Wege der Satzungsänderung nur eingeführt werden, wenn alle beitragspflichtigen Mitglieder zustimmen.

Achtung: Ohne Regelung ist auch keine Beitragsfreiheit möglich. Der Vorstand haftet!

Erhöhung des Mitgliedsbeitrags

Die Mitgliedsbeitragserhöhung ist ein sehr emotional besetztes Thema – auch dann, wenn sie objektiv unausweichlich ist. Trotzdem gibt es auf Mitgliederversammlungen regelmäßig Streit darüber, ab wann die Beitragserhöhung greift. Insbesondere wird immer wieder leidenschaftlich darüber gestritten, ob die Beitragserhöhung auch rückwirkend möglich ist. Die ist aber nur dann möglich, wenn die Satzung das erlaubt.

Beachten Sie: Ohne Satzungsgrundlage gilt: Keine rückwirkende Erhöhung möglich!

Beitragserhöhung richtig angehen

Das erleben wir alle: Den traditionell eher moderaten Mitgliedsbeiträgen, speziell denen für Kinder und Jugendliche, stehen gestiegene Ansprüche und veränderte Anforderungen und Erwartungen gegenüber. Es gilt daher abzuwägen, wie weit ein Verein den an ihn gestellten sozialen Anforderungen gerecht werden kann.

Andererseits: Sie können auch um Verständnis werben, indem Sie das besondere soziale Engagement Ihres Vereins in den Vordergrund stellen. Aber auch das gilt es zu bedenken: Verspricht der Verein eine hohe Dienstleistungsqualität, steigt mit dem verbesserten Angebot oftmals emotional der Gegenwert für die Beitragszahlung.

Folge: Die Mitglieder sind in der Regel bereit, auch einen höheren Beitrag zu zahlen.

Beispiel: Denken Sie nur an das Angebot der Fitness-Studios: Dieselben Mitglieder, die in Ihrem Verein gegen eine Beitragserhöhung von 5 auf 6 Euro im Monat protestieren, zahlen im Fitness-Studio klaglos 75 Euro im Monat. Es kommt eben auf das Angebot an – und darauf, wie es „verkauft“ wird.

Versachlichen Sie die Diskussion. Dabei ist es legitim, sich im Interesse des Vereins bewährter psychologischer Tricks zu bedienen:

§ Erstellen Sie eine Übersicht, wie sich die Einnahmen und Kosten der letzten vier bis fünf Jahre bzw. seit der letzten Beitragserhöhung verändert haben.

§ Stellen Sie die Leistungen des Vereins besonders heraus. Betonen Sie, wie das gelungen ist – trotz der angespannten Finanzlage.

§ Prüfen Sie im Gesamtvorstand, ob es „Knackpunkte“ aus dem laufenden Vereinsjahr gibt, die bei den Mitgliedern einen großen Widerstand gegen eine Beitragserhöhung wecken könnten.

§ Bereiten Sie die Beitragserhöhung entsprechend den Vorgaben Ihrer Satzung bereits so weit vor, dass sie zügig durchgezogen werden kann.

§ Setzen Sie auf moderate, kontinuierliche Beitragserhöhungen. Vermeiden Sie größere Beitragssprünge.

Ob die beabsichtigte Beitragserhöhung von den Mitgliedern akzeptiert wird, hängt maßgeblich von der vereinsinternen Kommunikation ab. Werben Sie rechtzeitig vor der Mitgliederversammlung für die Notwendigkeit einer Beitragserhöhung – durch Rundschreiben, Aushänge in den Schaukästen des Vereins, im Internet und in der Vereinszeitung.

Fälligkeit der Mitgliedsbeiträge

Ob der Mitgliedsbeitrag jährlich, vierteljährlich oder monatlich zu leisten ist: Die jeweiligen Termine müssen in der Beitragsordnung oder der Satzung unmissverständlich geregelt werden. Typisches Formulierungsbeispiel aus der Vereinspraxis:

So könnte eine Regelung z. B. in Ihrer Vereinssatzung aussehen

  1. Jedes Mitglied leistet jährlich zehn Arbeitsstunden (= Zeitstunden). Ausgenommen hiervon sind Mitglieder unter 14 Jahren und über 65 Jahren. Die Ableistung der Arbeitsstunden muss durch einen vom jeweiligen Abteilungsleiter abgezeichneten Arbeitszettel nachgewiesen werden.
  2. Der Arbeitszettel ist dem Vorstand bis zum 31. Januar des Folgejahres vorzulegen. Nicht nachgewiesene Arbeitsstunden werden mit 15 €/Arbeitsstunde berechnet.
  3. Der Vorstand kann auf Antrag eine Befreiung von der Arbeitsleistung bzw. Zahlungspflicht erteilen. Der Vorstand entscheidet nach billigem Ermessen.

Musterformulierung: Eine Beitragserhöhung ist rückwirkend ab dem 1.1. des Kalenderjahrs, in dem sie beschlossen wird, zulässig.

Musterformulierung: Der Mitgliedsbeitrag ist am 1.4. eines jeden Jahres fällig.

Vorteil: Hier kommen Ihre Mitglieder automatisch in Zahlungsverzug, wenn die Mitgliedsbeiträge nicht bis zum 1.4. auf dem Vereinskonto gutgeschrieben sind. Das erleichtert Ihnen das weitere Procedere.

Ergänzend können Sie regeln: Für die Rechtzeitigkeit der Zahlung kommt es auf den Eingang des Mitgliedsbeitrags auf dem Vereinskonto an.

Mit Beitragsordnungen können Sie die Mitgliedsbeiträge Ihres Vereins flexibel anpassen. Dafür haben wir hier für Sie ein Muster, damit Sie diese in Ihrer Satzung verankern können.

Möchten Sie mehr erfahren? Dann klicken Sie hier!

 
 
 
 
 
 
 
Wide Skyscraper
Full Banner