Corona: Was Vereinsvorstände wissen müssen

Coronavirus: Was Sie als Vereinsvorstand wissen müssen

    Schon über ein Jahr haben wir in Deutschland mit den Auswirkungen des Coronavirus zu kämpfen. Dies hat auch Auswirkungen auf das Vereinsleben – Besorgnis und Verunsicherung macht sich breit. Die Berichterstattung in Presse und den sozialen Medien heizt die allgemeine Verunsicherung noch an.

    In diesem Artikel finden Sie kurz zusammengetragen die wichtigsten Informationen zum Coronavirus, die Sie als Vereinsvorstand jetzt wissen müssen und wie Sie hierauf – zum derzeitigen Zeitpunkt – reagieren können. Von der Mitgliederversammlung über finanzielle Unterstützung bis zum Umgang mit dem Coronavirus im Vereinsalltag, finden Sie alle Antworten, die Sie benötigen.

    Bekanntmachung: Neue Richtlinie zur finanziellen Unterstützung sozialer Einrichtungen

    Am 25.11.2020 ist die neue Richtlinie über die Gewährung von Billigkeitsleistungen an Einrichtungen der Behindertenhilfe, Inklusionsbetriebe, Sozialkaufhäuser und Sozialunternehmen zum Ausgleich von Schäden infolge der Corona-Pandemie in Kraft getreten.

    Hierbei unterstützt der Bund die oben aufgeführten Einrichtungen, die aufgrund der Corona-Pandemie in eine finanzielle Notlage geraten sind, mit einem Fördergeld in Höhe von 100 Millionen Euro. Die Richtlinie begründet sich in der Annahme, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht durch die Länder allein bewältigt werden kann.

    Antragsberechtigung: Welche Einrichtungen sind förderungsfähig?

    Antragsberechtigt sind:

    • Inklusionsbetriebe nach § 215 SGB IX.
    • Sozialkaufhäuser, deren Unternehmenszweck in der Versorgung von bedürftigen Menschen mit erschwinglichen Waren des täglichen Gebrauches besteht.
    • Einrichtungen der Behindertenhilfe, deren Hauptzweck die Förderung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben, Sozialleben und an Bildung, inklusive der Frühförderung von Kindern mit Behinderungen, ist. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Unternehmen, die Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderungen betreiben.
    • gemeinnützige Sozialunternehmen unabhängig ihrer Rechtsform, deren Tätigkeit die Inklusion von Menschen mit Behinderungen umfasst.

    Fördervoraussetzungen: Wann wird eine Einrichtung gefördert?

    Die Fördervoraussetzungen der Richtlinie geben vor, dass die Liquiditätsbeihilfe lediglich gewährt wird, wenn

    • ein coronabedingter Einnahmeausfall entstanden ist,
    • der entstandene finanzielle Schaden nicht durch die Einnahmen gedeckt werden kann und somit ein durch das Coronavirus hervorgerufener Liquiditätsengpass vorliegt und
    • dieser finanzielle Engpass nicht durch andere staatliche Unterstützungsmaßnahmen ausgeglichen werden konnte.

    Förderfähige Liquiditätsengpässe: Was wird gefördert?

    Die Liquiditätsbeihilfe kann für einen finanziellen Engpass, der durch fortlaufende betriebliche Fixkosten im Förderzeitraum verursacht wird, beantragt werden. Dazu zählen:

    • die Mieten beziehungsweise Pachten für Grundstücke, Räumlichkeiten und Gebäude, die direkt mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens verbunden sind
    • Weitere Mieten, unter anderem für Fahrzeuge oder Maschinen
    • Zinsaufwendungen für Kredite oder Darlehen
    • Der Kostenanteil bei Finanzierungen von Leasingraten
    • Aufwendungen für erforderliche Instandhaltung, Einlagerung oder Wartung von Anlagevermögen sowie gemieteten Vermögengegenstände, inklusive der EDV
    • Ausgaben für Hygienemaßnahmen und Reinigung, sowie Elektrizität, Heizung und Wasser
    • Grundsteuern
    • Betriebliche Lizenzgebühren
    • Andere feste Ausgaben wie Versicherungen und Abonnements
    • Die Kosten für Wirtschaftsprüfer, Steuerberater oder vereidigten Buchprüfer, die bei der Beantragung dieser Billigkeitsleistungen anfallen
    • Die Kosten für Auszubildende, sofern diese nicht anderweitig bezuschusst werden
    • Aufwendungen für das Personal, die weder anderweitig bezuschusst werden, noch durch das Kurzarbeitergeld gedeckt sind

    Höhe und Form der Billigkeitsleistungen

    Die Liquiditätsbeihilfe erfolgt in Form eines einmaligen und nicht rückzahlbaren Zuschusses. Dieser konnte vom September 2020 bis zum März 2021 für mindestens einen Monat, jedoch höchstens für sieben Monate beantragt werden.

    Der Zuschuss beträgt in der Regel bis zu 90% der Differenz aus dem zu deckenden betrieblichen Fixkosten sowie den voraussichtlichen Einnahmen im festgelegten Förderzeitraum. Der maximale Höchstbetrag beläuft sich auf 800.000 Euro pro Einrichtung.

    Antragstellung: Wie und wo Sie die Liquiditätsbeihilfe in Anspruch nehmen können

    Wichtig: Die Billigkeitsleistung im Rahmen dieser Richtlinie wird ausschließlich auf Antrag gewährt!

    Die Anträge mussten bis zum 31.03.2021 an das zuständige Integrationsamt eingereicht werden. Die erforderlichen Angaben für die Antragstellung finden Sie in Nr. 7, Abs. 3 der amtlichen Veröffentlichung der Richtlinie.

    Wichtige Fakten zur Rechtsgrundlage

    Die Einrichtungen besitzen keinen Rechtsanspruch auf die Gewährung der Billigkeitsleistungen der oben aufgeführten Richtlinie. Die Entscheidung, ob die Liquiditätsbeihilfe dem entsprechenden Unternehmen gewährt wird, obliegt der zuständigen Bewilligungsstelle.

    Corona-Tests im Verein: Was müssen Sie dokumentieren?

    Ihr Verein als Arbeitgeber ist nur verpflichtet, die Tests anzubieten. Dazu reicht es grundsätzlich auch aus, wenn Sie den Vereinsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern Tests nach Hause schicken oder Selbsttests in der Geschäftsstelle deponieren. Dennoch ist es empfehlenswert, alle Beschaffungen bzw. Abrechnungen (zum Beispiel von Apotheken wenn sie mit einer solchen kooperieren) sorgfältig aufzubewahren. Also nicht nur im Rechnungsordner, sondern als Kopie auch in einem eigenen Nachweis-Ordner, falls es von Seiten der Aufsichtsbehörden Nachfragen gibt.

    Eine Nachweispflicht für den erbrachten Test gibt es übrigens nicht. Halten Sie aber fest, wie viele Tests Sie angeboten haben, und wie viele davon genutzt wurden.

    Schnelltest, Coronatest, Antigen-Test Sars-Cov-2
    Eine Corona-TestPFLICHT ist inzwischen aufgehoben © SINNBILD Design – Adobe Stock

    Was tun, wenn ein Vereinsmitarbeiter oder eine Vereinsmitarbeiterin positiv getestet wird?

    Weisen Sie Ihre Vereinsmitarbeiter darauf hin, dass ein positiver Test umgehend mitgeteilt werden muss  – und das sich die oder der Betroffene sofort vom Vereinsgelände entfernt.

    • Bund und Länder haben in einem Beschluss vom 03.03.2021 eindringlich darauf hingewiesen, dass ein positiver Schnell- oder Selbsttest eine sofortige Isolation sowie zwingend eine Bestätigung des Testergebnisses durch einen PCR-Test erfordert.
    • Ergebnisse von positiven Schnelltests für den professionellen Gebrauch müssen dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden.
    Achtung:
    Möglicherweise hat Ihr Bundesland zur Meldung eines positiven Testergebnisses von Selbsttests weitere Vorgaben erlassen. Fragen Sie hier gegebenenfalls bei der Gemeinde oder dem Gesundheitsamt nach.

    Welche Tests sind erlaubt?

    Zugelassen sind Antigentests als Schnelltests durch Fachpersonal, aber auch Laien- oder Selbsttests.

    Tipp:
    Die Liste der derzeit zugelassenen Tests finden Sie hier.

    Vereinsleben wieder aufleben lassen – Was ist aktuell erlaubt?

    Die Zahl von Coronainfizierten Personen sinkt aktuell (Stali: Juni 2021) täglich. Einige Bundesländer haben aktuell Inzidenzzahlen von unter 10. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Maßnahmen für die gesamte Bevölkerung, sondern auch auf die Vereine, deren Einschränkungen wieder gelockert werden können. So ist es beispielsweise bei einer Inzidenz von unter 35 möglich, Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Personen stattfinden zu lassen. Dazu gehören bei vielen Vereinen zum Beispiel Mitgliederversammlungen oder Vorstandssitzungen. Wichtig ist jedoch, dass jeder anwesende zuvor negativ auf das Coronavirus getestet sein muss. Zudem entfällt bei einer Inzidenz unter 35 die Testpflicht für die Innengastronomie. Geimpfte und Genesene Personen müssen sich nicht mehr testen lassen, solange Sie eine schriftliche Bescheinigung vorlegen können.

    Coronavirus-Ausbreitung im Verein eindämmen

    Wird die Expertenmeinung richtig gedeutet, ist das Corona-Virus ähnlich gefährlich wie eine Virus-Grippe. Das heißt: Bei den meisten Erkrankten verläuft sie glimpflich bis leicht. Bei einigen Erkrankten nimmt die Krankheit allerdings einen schweren Verlauf. 

    Gefährlich sind die schweren Lungenentzündungen, die auftreten können und die intensivmedizinisch betreut werden müssen. Die aufgetretenen Todesfälle betrafen bisher wohl eher ältere oder Patienten mit Vorerkrankungen. Kinder, junge und gesunde Personen sind von schweren Folgen der Krankheit wohl weniger betroffen.

    Als Vereinsvorstand sollten Sie nicht in Panik verfallen, sondern ruhig und besonnen überlegen, wie Sie eine Infektion Ihrer Mitglieder und Besucher mit dem Coronavirus nach Möglichkeit vermeiden können, und vorsichtshalber auf größere Veranstaltungen verzichten, wenn sie nicht ohnehin verboten werden.

    Am 29.10.2020 wies die deutsche Bundesregierung wieder darauf hin, die Ausbreitung einzudämmen.

    Coronavirus im Vereinsalltag: die wichtigsten Fragen & Antworten auf einen Blick

    Bevor wir Ihnen einige wichtige Fragen bezüglich Corona und dem Vereinsleben beantworten, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass sich die Regelungen und Schutzmaßnahmen in den jeweiligen Bundesländern unterscheiden können. 

    Um stets auf dem aktuellen Stand zu sein, werfen Sie einen Blick auf die Webseite der Bundesregierung, die regelmäßig aktualisiert wird.

    „Müssen Sie wegen des Corona-Virus das Training des Sportvereins oder z. B. die Jugendgruppe ausfallen lassen?“

    Es gilt, die weitere Ausbreitung von Corona zu verhindern. Deshalb sollten Sie die Regelungen und Einschränkungen in den Ländern beachten.

    Achtung: Die Regelungen ändern sich häufig und sie weichen voneinander ab. Sie können allerdings Online-Kurse und Online-Seminare anbieten. 

    Aktuell (Stand: Juli 2021) gelten folgende Beschlüsse:

    Inzidenz über 50: Die Länder können Individualsport zulassen. Dabei sind max. 5 Personen aus zwei Haushalten erlaubt.

    Inzidenz unter 50: Die Länder können kontaktfreien Sport sowohl indoor als auch outdoor erlauben

    „Können wir die Mitgliederversammlung vertagen oder verschieben?“

    Nach § 36 BGB ist der Vorstand zur Durchführung der Mitgliederversammlung verpflichtet. Aufgrund der behördlichen Anordnungen, die sich ständig ändern, sollten jedoch keine physischen Mitgliederversammlungen mehr durchgeführt werden.

    Im März 2020 verabschiedete die Bundesregierung ein Gesetz, das auch alternative Formen der Mitgliederversammlung zulässt, deshalb besteht aktuell kein Grund mehr, Mitgliederversammlungen zu verschieben. Mehr zu diesen Alternativen finden Sie im Rahmen der folgenden Frage. 

    „Können wir die Mitgliederversammlung auf anderem Wege abhalten (z. B. per Skype)?“

    Zwar sieht das Gesetz vor, dass Entscheidungen nur in einer Versammlung beschlossen werden können. Möchten Sie auf anderem Wege, eben zum Beispiel per Telefonkonferenz, Entscheidungen treffen, muss dies in der Satzung festgeschrieben sein.

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    Es gibt eine Ausnahme: Sind sich alle Mitglieder des Gremiums darüber einig und geben ihr Einverständnis, dass die Mitgliederversammlung als Telefonkonferenz oder als Online Mitgliederversammlung abgehalten werden kann, dann kann die Abstimmung auch auf anderem Weg erfolgen!

    Jetzt unsere „14 Tipps zur Online-Mitgliederversammlung“ downloaden

    Aber Achtung! 

    Der Bundestag hat Ende März 2020 im Folge der Pandemie das Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht verabschiedet, wonach Mitgliederversammlungen und dementsprechend auch Vorstandssitzungen auch ohne Satzungsgrundlage online oder schriftlich durchgeführt werden können und auch schriftliche Beschlussfassungen möglich sind. 

    Das ist eine wesentliche Entlastung für die Vereine, denn so können wichtige Beschlüsse problemlos im Umlaufverfahren gefasst werden. Basis dieser Richtlinie ist Art. 2 § 5 Absatz 1 & 2 des Gesetzes, die als Sonderregelung zu § 32 Absatz 1 Satz 1 BGB gedacht ist.

    Diese Regelung galt vorerst nur bis zu dem 31.12.2021. Am 07.09.2021 hat der Bundestag jedoch eine Verlängerung bis zum 31.08.2022 beschlossen. Allerdings sollten die Sonderregelungen lediglich in Anspruch genommen werden, wenn eine zu hohe Mitgliederanzahl bei den Versammlungen oder die Auswirkungen der Corona-Krise diese Reglungen für erforderlich erklären.

    „Ausfall von Kursen – Hat der Trainer Anspruch auf Bezahlung?“

    Wenn Sie den Vertrag mit Ihren Übungsleitern so gestaltet haben, dass sie nur bezahlt werden, wenn sie Kurse anbieten, haben sie auch keinen Anspruch auf Bezahlung, wenn die Kurse ausfallen.

    Hinweis: Teilweise sehen Verträge mit Übungsleitern eine „pauschale“ monatliche Vergütung vor. Diese soll dann unabhängig von der Frage gezahlt werden, ob Kurse gegeben wurden oder nicht. Dies kann durch die Rentenversicherung als Indiz für ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis gewertet werden! 

    Informieren Sie daher Ihre Trainer zeitnah, damit sie für die Zeit vielleicht sich andere Beschäftigungen suchen können oder bieten sie diese im Verein an.

    „Müssen wir bei einer Absage einer Vereinsveranstaltung die Teilnehmergebühren zurückzahlen?“

    Veranstaltungen werden von langer Hand geplant. Neben den erforderlichen Genehmigungen werden Versicherungen abgeschlossen und auch Personal wird eingestellt. Wenn Sie nun diese Veranstaltung endgültig absagen und bereits Teilnehmergebühren eingenommen haben, besteht ein Rückzahlungsanspruch.

    Wenn Sie die Veranstaltung nur verschieben, behalten die bereits bezahlten Eintrittskarten Gültigkeit. Hier müssen Sie jedoch den Preis erstatten, wenn es Ihrem Gast nicht möglich sein sollte, den anderen Termin wahrzunehmen.

    Schlussendlich werden Sie erneute Genehmigungen einholen müssen, so dass zumindest teilweise Kosten erneut anfallen. Ob Sie hierfür von staatlicher Seite finanzielle Hilfestellungen erhalten, bleibt abzuwarten.

    „Haben unsere Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht oder dürfen sie den Mitgliedsbeitrag mindern, wenn das Vereinsleben still steht?“

    An sich nein. Der Beitrag dient ja dem Zweck, das Vereinsleben zu erhalten und seine Ziele erfüllen zu können und ist grundsätzlich kein Entgelt für die Leistungen des Vereins. Mit dem Mitgliedsbeitrag werden überwiegend die laufenden Kosten eines Vereins gedeckt.

    Zudem ist der Beitrag oft knapp kalkuliert und dient ja für ganzjährig anfallende Kosten wie etwa Verbandsabgaben und der Zweck einer Vereinsmitgliedschaft liegt nun mal in der längerfristigen Verpflichtung.

    Daher dürfte es nicht gerechtfertigt sein, für einen temporären Zeitraum, in dem die Leistungen entfallen, den Mitgliedsbeitrag zu mindern oder eine außergewöhnliche Kündigung zu vollziehen. Für Zeit- oder Kursmitgliedschaften kann jedoch anderes gelten.

    Gilt Corona als höhere Gewalt?

    Höhere Gewalt ist gesetzlich nicht genau definiert. Dabei geht es laut Rechtsprechung um ein von außen kommendes, unvorhersehbares und unbeherrschbares außergewöhnliches Ereignis, das auch durch äußerste Sorgfalt nicht verhütet oder abgewendet werden kann (zum Beispiel eine Pandemie). Daraus könnte man schließen, dass Corona als ein Fall der „höheren Gewalt“ ist. 

    Doch grundsätzlich ist es immer noch eine Frage des Einzelfalls, bei dem viele Faktoren beleuchtet werden müssen. Es bleibt also nichts anderes übrig als abzuwarten, ob bzw. wie sich angesichts der Corona-Krise die Rechtsprechung ändern wird.

    „Stornierung des Vereinsfestes – Welche Ansprüche hat der Caterer?“

    Der Corona-Krise sind auch viele Vereinsfeste zum Opfer gefallen. Haben Sie für solche Feste Speisen und Getränke von Catering-Firmen bestellt, stellt sich die Frage: 

    Wer zahlt nun eventuell anfallende Stornogebühren? 

    Es kommt darauf an, was Sie mit dem Caterer vereinbart haben – und was in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen steht. Grundsätzlich gilt:

    1. Prüfen Sie die bereits geschlossenen Verträge hinsichtlich einer Ausfallzahlung und die AGB des Vertragspartners.
    2. Kommunizieren Sie offen mit Ihrem Vertragspartner, wenn Sie planen, Dienstleistungen bzw. Veranstaltungen abzusagen; manche Unternehmen zeigen sich in der momentanen Situation kulant.
    Tipp: Noch ist ungewiss, wann die bestehenden Veranstaltungsangebote aufgehoben werden. Prüfen Sie daher bereits jetzt die Verträge für schon geplante Veranstaltungen und notieren sich die Stornierungsfristen. So können Sie frühzeitig handeln, falls die Corona-Krise in eine Verlängerung geht. Gleiches gilt für eventuell von Ihnen engagierte Bands. DJs und andere Künstler.
    Eine Person in Schutzkleidung ist in einem Labor. Jetzt erfahren Sie, wie die Symptome einer Infektion mit Corona aussehen und wie weit Unternehmen bei der Entwicklung eines Impfstoffs sind.
    Quelle: JC Gellidon / Unsplash

    Hintergrundinformationen zu Corona: „Wie sehen die Symptome einer Infektion mit dem Corona-Virus aus?“

    Die Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus sind sehr unspezifisch. Es kommt zu:

    • Fieber, 
    • Kopfschmerzen, 
    • Halsschmerzen, 
    • Atemproblemen wie Kurzatmigkeit,
    • Husten, 
    • Schnupfen,
    • Gliederschmerzen, 
    • allgemeinem Krankheitsgefühl, 
    • Durchfall,
    • Verlust bzw. Einschränkung des Geschmacks und des Geruchs.

    Manche Erkrankte zeigen allerdings keine oder kaum Symptome. Behandeln kann man – derzeit – nur die Symptome der Erkrankung, nicht aber die Virusinfektion selbst. Man kann z. B. fiebersenkende Mittel geben oder in schweren Fällen den betroffenen Patienten beatmen.

    „Wie wird das Coronavirus übertragen?“

    Der Ausbruch des Coronavirus hat seinen Ursprung wahrscheinlich auf den Wildtiermärkten in China. Das Virus wurde dort erstmals vom Tier auf den Menschen übertragen. 

    Inzwischen steht fest, die Übertragung erfolgt – als Tröpfchen- und Schmierinfektion – von Mensch zu Mensch. Bei Kindern und Jugendlichen verläuft die Krankheit eher leicht. Sie können sie aber dennoch übertragen. 

    Insofern ist die Gefahr, dass sich das Virus über Kinder- und Jugendgruppen in Vereinen ausbreitet, sehr groß.

    Corona wird durch Husten und Niesen als Tröpfcheninfektion, aber auch als Schmierinfektion übertragen, da das Coronavirus auch auf Gegenständen wie z. B. Türklinken, Wasserhähnen und Lichtschaltern einige Zeit überleben kann. Unklar ist derzeit, ob die Übertragung auch durch den Kot Infizierter erfolgen kann.

    Eine Person wäscht sich die Hände mit Seife. Um die Ausbreitung von Corona im Verein einzudämmen, sollten einige Regeln beachtet werde. Welche, verraten wir Ihnen im folgenden Kapitel.
    Quelle: Kelly Sikkema / Unsplash

    6 Hygiene-Tipps gegen die Ausbreitung des Coronavirus

    1. Wer krank ist, bleibt zu Hause, bis er wieder gesund ist! Diesen Grundsatz sollten Sie allen Vereinsmitgliedern, gerne per Rundmail oder per Brief kommunizieren. Bitten Sie um Verständnis, dass Sie damit einer Ausbreitung des Corona-Virus entgegenwirken wollen.
    2. Informieren Sie Ihre Besucher über die Handhygiene, z. B. durch einen Aushang in Ihren Toiletten. Sorgen Sie dafür, dass in Ihren Toiletten und Waschräumen Flüssigseife und Papierhandtücher in ausreichender Menge vorhanden sind und regelmäßig nachgefüllt werden.
    3. Weisen Sie auf die sogenannten „Husten- und Niesetikette“ hin. Das heißt: Bitten Sie darum, nicht in die Hand zu husten oder zu niesen und auch das Gegenüber nicht anzuhusten oder anzuniesen. Richtig: in die Ellenbeuge husten und niesen. Raten Sie Ihren Vereinsmitgliedern, sich möglichst wenig ins Gesicht zu fassen, um zu vermeiden, dass Viren so über die Schleimhäute in den Körper gelangen.
    4. Sorgen Sie für sorgfältige Hygiene in den Räumlichkeiten Ihres Vereins. Sorgen Sie dafür, dass die Toiletten und Waschräume täglich sorgfältig gereinigt und mit einem Flächendesinfektionsmittel desinfiziert werden.
      Hierbei sollten auch die Türklinken, Lichtschalter, Wasserhähne und andere Gegenstände, nicht vergessen werden. Außerdem müssen die Abfallbehälter täglich geleert werden. Besprechen Sie dies unbedingt mit Ihren Reinigungskräften.
    5. Empfehlen Sie Ihren Mitgliedern, wenn sie sich doch einmal begegnen, Körperkontakt und Händeschütteln zu vermeiden. Unter Vereinsmitgliedern ist es vielfach üblich, sich mit Küsschen zu begrüßen. Oder man begrüßt sich per Handschlag. Hierauf sollte man derzeit zwingend verzichten.
    6. Lüften Sie Ihre Räume mehrmals täglich für einige Minuten mit weit geöffneten Fenstern durch.

    Fazit: So agieren Sie als Vereinsvorstand während der Corona-Krise

    Auch wenn die Inzidenzwerte aktuell sinken, wird die Corona-Krise Deutschland und auch die Vereinswelt noch eine ganze Weile beschäftigen und in die Pflicht nehmen. Die neue Testpflicht für Beschäftigte des Vereins ist ein weiteres deutliches Zeichen dafür. Selbstverständlich halte ich Sie auch in den weiteren Wochen stets auf dem Laufenden.

    Um den Corona-Virus einzudämmen, ist es wichtig, dass gewisse Vorsichtsmaßnahmen im Vereinsalltag getroffen werden, wie etwa gründliches Händewaschen. Genauso wichtig ist es jedoch auch, dass Sie so viele Menschen wie möglich über Corona informieren.

    • Leiten Sie die wichtigsten Präventionsmaßnahmen an Ihre Vereinsmitglieder weiter und ruhig auch an befreundete Vereine.
    • Wichtig ist nur, dass Zusammenkünfte mit so wenig Personen wie möglich stattfinden – Halten Sie sich hierbei unbedingt an die Vorgaben und Verbote der Behörden.

    Nur dadurch tragen Sie auch dazu bei, dass die Krise möglichst bald wieder vorbei ist und der Vereinsbetrieb wieder aufgenommen werden kann.

    In unserem Folgeartikel Corona-Update für Vereine: Ausgangsbeschränkung und Ausgangssperre erfahren Sie mehr zu diesem brandaktuellen Thema.

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    FAQ: Coronavirus - Häufig gestellte Fragen als Vereinsvorstand

    Mitgliederversammlungen können auch auf anderem Wege, beispielsweise mittels einer Telefonkonferenz oder online stattfinden. Dies muss in der Regel in der Vereinssatzung festgelegt sein. Im Jahr 2020 wurde jedoch das Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht verabschiedet. Demnach dürfen Mitgliederversammlungen auch ohne Satzungsgrundlage online oder schriftlich erfolgen. Das Gesetz gilt bis zum 31.08.2022.

    Wenn eine Veranstaltung ersatzlos abgesagt werden musste, besteht ein Rückzahlungsanspruch, sofern Sie bereits Gebühren eingenommen haben. Konnte die Veranstaltung verschoben werden, behalten die Tickets ihre Gültigkeit. Der Rückzahlungsanspruch kann hier jedoch greifen, wenn ein Teilnehmer den neuen Termin nicht wahrnehmen kann und sein Ticket zurückgeben muss.

    Die Mitgliedsbeiträge dienen dazu, den Verein aufrecht zu erhalten. Aus diesem Grund dürfte es nicht gerechtfertigt sein, die Beiträge zu mindern oder für den entsprechenden Zeitraum komplett zu streichen. Auch ist das kein Grund für ein Sonderkündigungsrecht.

    Beachten Sie hierzu die Vereinbarungen mit dem Caterer. In den AGBs befinden sich die entsprechenden Stornierungsklauseln. Diese enthalten in der Regel die Stornierungsfristen und mögliche Stornierungskosten.

    Dabei kommt es auf die Regelungen der einzelnen Bundesländer bei verschiedenen Inzidenzzahlen an. Richten Sie sich nach Ihrem Bundesland und prüfen Sie die aktuellen Zahlen der Ansteckungen.
    Die wichtigsten Vereinsordnungen
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