Coronavirus: Was Sie als Vereinsvorstand wissen müssen

    Das neuartige Corona-Virus breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Dies sorgt auch in vielen Vereinen für Besorgnis und Verunsicherung. Die Berichterstattung in Presse und den sozialen Medien heizt die allgemeine Verunsicherung noch an.

    In diesem Artikel finden Sie kurz zusammengetragen die wichtigsten Informationen zum Coronavirus, die Sie als Vereinsvorstand jetzt wissen müssen und wie Sie hierauf – zum derzeitigen Zeitpunkt – reagieren können. Von der Mitgliederversammlung bis zum Umgang mit dem Corona-Virus im Vereinsalltag, finden Sie alle Antworten, die Sie benötigen.

    Wird die Expertenmeinung richtig gedeutet, ist das Corona-Virus ähnlich gefährlich wie eine Virus-Grippe. Das heißt:  Bei den meisten Erkrankten verläuft sie glimpflich bis leicht. Bei einigen Erkrankten nimmt die Krankheit allerdings einen schweren Verlauf. Gefährlich sind die schweren Lungenentzündungen, die auftreten können und die intensivmedizinisch betreut werden müssen. Die aufgetretenen Todesfälle betrafen bisher wohl eher ältere oder vorerkrankte Patienten. Kinder, junge und gesunde Menschen sind von schweren Folgen der Krankheit wohl weniger betroffen.

    Als Vereinsvorstand sollten Sie nicht in Panik verfallen, sondern ruhig und besonnen überlegen, wie Sie eine Infektion Ihrer Mitglieder und Besucher mit dem Coronavirus nach Möglichkeit vermeiden können, und prüfen Sie, ob es nicht Sinn macht, zum derzeitigen Zeitpunkt größere Veranstaltungen vorsichtshalber abzusagen oder zu verschieben.

    Das sagt Vereinswelt Experte Günter Stein zur aktuellen Lage:

     

    Corona-Virus im Vereinsalltag: die wichtigsten Fragen

    „Müssen Sie wegen des Corona-Virus das Training des Sportvereins oder z. B. die Jugendgruppe ausfallen lassen?“

    Ja, zwingend. Inzwischen haben Bundesregierung und Länder ein generelles Verbot vereinbart. Es gilt, die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Sie können allerdings Online-Kurse und Seminare anbieten.

    „Können wir die Mitgliederversammlung vertagen oder verschieben?“

    Sie müssen sogar. Allerdings gibt es – zumindest für Ihre Vorstandssitzungen – eine Alternative. Alles weitere finden Sie in meinem Video.

    „Können wir die Mitgliederversammlung auf anderem Wege abhalten (z. B. per Skype)?“

    Grundsätzlich ja: Zwar sieht das Gesetz vor, dass Entscheidungen nur in einer Versammlung beschlossen werden können. Möchten Sie auf anderem Wege, eben zum Beispiel per Telefonkonferenz, Entscheidungen treffen, muss dies in der Satzung festgeschrieben sein.

    Es gibt aber eine Ausnahme: Sind sich alle Mitglieder des Gremiums darüber einig und geben ihr Einverständnis, dass die Mitgliederversammlung als Telefonkonferenz, dann kann die Abstimmung auch auf anderem Weg erfolgen!

    „Ausfall von Kursen – Hat der Trainer Anspruch auf Bezahlung?“

    Wenn Sie den Vertrag mit Ihren Übungsleitern so gestaltet haben, dass sie nur bezahlt werden, wenn sie Kurse anbieten, haben sie auch keinen Anspruch auf Bezahlung, wenn die Kurse ausfallen.

    Hinweis: Teilweise sehen Verträge mit Übungsleitern eine „pauschale“ monatliche Vergütung vor. Diese soll dann unabhängig von der Frage gezahlt werden, ob Kurse gegeben wurden oder nicht. Dies kann durch die Rentenversicherung als Indiz für ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis gewertet werden! Informieren Sie daher Ihre Trainer zeitnah, damit sie für die Zeit vielleicht sich andere Beschäftigungen suchen können.

    „Müssen wir bei einer Absage die Teilnehmergebühren zurückzahlen?“

    Veranstaltungen werden von langer Hand geplant. Neben den erforderlichen Genehmigungen werden Versicherungen abgeschlossen und auch Personal wird eingestellt. Wenn Sie nun diese Veranstaltung endgültig absagen und bereits Teilnehmergebühren eingenommen haben, besteht ein Rückzahlungsanspruch.

    Wenn Sie die Veranstaltung nur verschieben, behalten die bereits bezahlten Eintrittskarten Gültigkeit. Hier müssen Sie jedoch den Preis erstatten, wenn es Ihrem Gast nicht möglich sein sollte, den anderen Termin wahrzunehmen. Schlussendlich werden Sie erneute Genehmigungen einholen müssen, so dass zumindest teilweise Kosten erneut anfallen. Ob Sie hierfür von staatlicher Seite finanzielle Hilfestellungen erhalten, bleibt abzuwarten.

    „Haben unsere Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht oder dürfen den Mitgliedsbeitrag mindern, wenn das Vereinsleben still steht?“

    An sich nein. Der Beitrag dient ja dem Zweck, das Leben des Vereins zu erhalten und seine Ziele erfüllen zu können und ist grundsätzlich kein Entgelt für die Leistungen des Vereins. Mit dem Mitgliedsbeitrag werden überwiegend die laufenden Kosten eines Vereins gedeckt. Zudem ist der Beitrag oft knapp kalkuliert und dient ja für ganzjährig anfallende Kosten wie etwa Verbandsabgaben und der Zweck einer Vereinsmitgliedschaft liegt nun mal in der längerfristigen Verpflichtung. Daher dürfte es nicht gerechtfertigt sein,für einen temporären Zeitraum, in dem die Leistungen entfallen, den Mietgliedsbeitrag zu mindern oder eine außergewöhnliche Kündigung zu vollziehen. Für Zeit- oder Kursmitgliedschaften kann jedoch anderes gelten.

    Ungeklärt ist jedoch noch, ob Corona als höhere Gewalt gilt. Hier heißt es abwarten und beobachten, wie die Rechtssprechung entscheidet. Grundsätzlich wird der Fall „Höhere Gewalt – ja /nein“ jedoch immer eine Frage des Einzelfalls sein, bei dem viele Faktoren beleuchtet werden müssen.

    „Stornierung des Vereinsfestes – Welche Ansprüche hat der Caterer?“

    Der Corona-Krise sind auch viele Vereinsfeste zum Opfer gefallen. Haben Sie für solche Feste Speisen und Getränke von Catering-Firmen bestellt., stellt sich die Fragen: Wer zahlt nun eventuell anfallende Stornogebühren? Die Antwort:

    Es kommt darauf an, was  Sie mit dem Caterer vereinbart haben – und was in seinen  Allgemeinen Geschäftsbedingungen steht. Dort finden sich häufig Klauseln, dass bis zu einer gewissen Frist vor der Veranstaltung der Auftrag storniert werden kann. Je näher der Termin rückt, desto höher sind dann auch diese Ausfallkosten.

    Tipp: Noch ist ungewiss, wann die bestehenden Veranstaltungsangebote aufgehoben werden. Prüfen Sie die Verträge schon jetzt und notieren sich die Stornierungsfristen. So können Sie frühzeitig handeln, falls die Corona-Krise in eine Verlängerung geht. Gleiches gilt für eventuell von Ihnen engagierte Bands. DJs und andere Künstler.

    „Wie sehen die Symptome einer Infektion mit dem Corona-Virus aus?“

    Die Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus sind sehr unspezifisch. Es kommt zu Fieber, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Atemproblemen, wie Kurzatmigkeit, Husten, Schnupfen, Gliederschmerzen, allgemeinem Krankheitsgefühl, Durchfall. Manche Erkrankte zeigen allerdings keine oder kaum Symptome. Behandeln kann man – derzeit – nur die Symptome der Erkrankung, nicht aber die Virusinfektion selbst. Man kann z. B. fiebersenkende Mittel geben oder in schweren Fällen den betroffenen Patienten beatmen. Es gibt auch keinen Impfstoff gegen Corona.

    „Wie wird das Corona-Virus übertragen?“

    Der Ausbruch des Corona-Virus hat seinen Ursprung wahrscheinlich auf den Wildtiermärkten in China. Das Virus wurde dort erstmals vom Tier auf den Menschen übertragen. Inzwischen steht fest, die Übertragung erfolgt – als Tröpfchen- und Schmierinfektion – von Mensch zu Mensch. Bei Kindern und Jugendlichen verläuft die Krankheit eher leicht. Sie können sie aber dennoch übertragen. Insofern ist die Gefahr, dass sich das Virus über Kinder- und Jugendgruppen in Vereinen ausbreitet, sehr groß.

    Corona wird durch Husten und Niesen als Tröpfcheninfektion, aber auch als Schmierinfektion übertragen, da das Coronavirus auch auf Gegenständen wie z. B. Türklinken, Wasserhähnen und Lichtschaltern einige Zeit überleben kann. Unklar ist derzeit, ob die Übertragung auch durch den Kot Infizierter erfolgen kann.

    Keine Panik! Gratis PDF zum Corona-Virus mit einem Klick herunterladen

    7 Hygiene-Tipps gegen die Ausbreitung des Corona-Virus

    1. Wer krank ist, bleibt zu Hause, bis er wieder gesund ist! Diesen Grundsatz sollten Sie allen Mitgliedern, gerne per Rundmail oder per Brief kommunizieren. Stellen Sie bei Veranstaltungen oder beim Training fest, dass Teilnehmer unter Symptomen, die auf eine grippale Virusinfektion schließen lassen, leiden, sollten Sie diese konsequent bitten, wieder nach Hause zu gehen. Bitten Sie um Verständnis, dass Sie damit einer Ausbreitung des Corona-Virus entgegenwirken wollen.

    2. Informieren Sie Ihre Besucher über die Handhygiene, z. B. durch einen Aushang in Ihren Toiletten. Sorgen Sie dafür, dass in Ihren Toiletten und Waschräumen Flüssigseife und Papierhandtücher in ausreichender Menge vorhanden sind und regelmäßig nachgefüllt werden.

    3. Weisen Sie auf die sogenannten „Husten- und Niesetikette“hin. Das heißt: Bitten Sie darum, nicht in die Hand zu husten oder zu niesen und auch das Gegenüber nicht anzuhusten oder anzuniesen. Richtig: in die Ellenbeuge husten und niesen. Raten Sie Ihren Mitgliedern, sich möglichst wenig ins Gesicht zu fassen, um zu vermeiden, dass Viren so über die Schleimhäute in den Körper gelangen.

    4. Sorgen Sie für sorgfältige Hygiene in den Räumlichkeiten Ihres Vereins. Sorgen Sie dafür, dass die Toiletten und Waschräume täglich sorgfältig gereinigt und mit einem Flächendesinfektionsmittel desinfiziert werden – sofern Sie viel Publikumsverkehr haben. Hierbei sollten auch die Türklinken, Lichtschalter, Wasserhähne und andere Gegenstände, die von den Besuchern angefasst werden, nicht vergessen werden. Außerdem müssen die Abfallbehälter täglich geleert werden. Besprechen Sie dies unbedingt mit Ihren Reinigungskräften.

    5. Empfehlen Sie Ihren Mitgliedern und Besuchern – soweit möglich – Körperkontakt und Händeschütteln zu vermeiden. Unter Vereinskameraden ist es vielfach üblich, sich mit Küsschen zu begrüßen. Oder man begrüßt sich per Handschlag. Hierauf sollten man derzeit lieber verzichten. Körperkontakt bzw. körperliche Nähe lassen sich beim Training bei vielen Sportarten kaum vermeiden. Wichtig ist daher, dass Mitglieder, die Krankheitssymptome zeigen, dem Training fernbleiben. Hierauf sollten auch Ihre Übungsleiter achten und erkrankte Teilnehmer konsequent nicht zum Training zulassen.

    6. Empfehlen Sie Ihren Mitgliedern nur aus der eigenen Trinkflasche bzw. Becher oder Glas zu trinken und diese nicht mit Vereinskameraden zu teilen oder Wasser mit dem Mund direkt aus dem Hahn zu trinken.

    7. Lüften Sie Ihre Räumlichkeiten mehrmals täglich für einige Minuten mit weit geöffneten Fenstern durch.

    Fazit: Ruhe bewahren und Vereinsmitglieder zügig informieren

    Um den Corona-Virus einzudämmen, ist es wichtig, dass gewisse Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, wie etwa gründliches Händewaschen. Genauso wichtig ist es jedoch auch, dass Sie so viele Menschen wie möglich über Corona informieren. Leiten Sie die wichtigsten Präventionsmaßnahmen an Ihre Vereinsmitglieder weiter und ruhig auch an befreundete Vereine.

    Lassen Sie alle Veranstaltungen bis auf weiteres ausfallen und auch alle anderen Vereinstätigkeiten (wie Traings etc.) ruhen. Wichtig ist nur, dass so wenig Menschen wie möglich zusammen kommen.

    In unserem Folgeartikel Corona-Update für Vereine: Ausgangsbeschränkung und Ausgangssperre erfahren Sie mehr zu diesem brandaktuellen Thema.

    Tipp: Mit dem Musterschreiben, das wir in unserem Corona-Ratgeber bereits vorbereitet haben, können Sie Ihre Mitglieder schnell und einfach informieren. Einfach hier klicken und GRATIS den Ratgeber zum Umgang mit Corona herunterladen!

    Die wichtigsten Vereinsordnungen
    Die wichtigsten Vereinsordnungen

    Entlasten Sie sich jetzt als Vorstand durch die richtige Vereinsordnung!