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Veruntreuung. Was nun?

gefragt von Virginia
am 14.09.2011
um 15:49 Uhr
Der 2.Vorsitzende und der Schatzmeister unseres Vereins haben massiv Vereinsgelder veruntreut und sogar ein privates Konto eröffnet, worauf neue Mitglieder zahlten. Unser Vorstand besteht nur aus 3 Personen. Laut Satzung ist die Mitgliederversammlung alle 4 Jahre (also 2013) und Wahlen aller 5 Jahre. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung kann nur durch den gesamten Vorstand beschlossen werden. Da machen die Beiden natürlich nicht mit. Eine andere Lösung ist laut Satzung nicht möglich. Des Weiteren gibt es da noch das Problem der Kooptation. Mir wurde bereits angeraten, freiwillig zurückzutreten. Der vorherige Vorstandsvorsitzende ist aus dem gleichen Grund zurückgetreten, hat aber nichts unternommen. Was muss ich jetzt unternehmen, bzw. kann ich mit haftbar gemacht werden? Auch für meinen Vorgänger, da er ja Stillschweigen bewahrt hat? Über eine schnelle Antwort würde ich mich freuen. Vielen Dank

Antworten & Kommentare

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Antwort von mouche
am 25.09.2011
um 11:25 Uhr
Hallo Virginia,
es eilt!
Einmal abgesehen von der Satzung, die in unangemessener Weise den Verein "knebelt" und daher umgehend der Überarbeitung bedarf, ist Ihnen persönlich an der objektiv gesehen, unhaltbaren Situation ein nicht unbeträchtliches Mitverschulden vorzuwerfen.
Ihre nächste Maßnahme, die Sie oder Ihr zurückgetretener Vorgänger oder auch ein Mitglied des Vereins treffen müssen, ist eine Strafanzeige gegen den 2. Vorsitzenden und Schatzmeister Ihres Vereins wegen Untreue (§266 StGB) zu stellen.
In dem vorliegenden Falle kann die Anzeige auch noch auf Vergehen nach §246 BGB (Unterschlagung) und §242 BGB (Diebstahl), variiert oder erweitert werden.
Außerdem ist es Ihnen als 1. Vorsitzenden möglich, eine außerordentliche Mitgliederversammlun einzuberufen, weil in gravierender Weise die Interessen Ihres Vereins durch kriminelles Vorgehen geschädigt werden. Abgesehen davon, steht es Ihnen frei, in dieser "Notsituatuion" als amtiernde 1. Vorsitzende beim Amtsgericht die Einsetzung eines Notvorstandes zu beantrgaen, weil Gefahr für den Verein im Verzug ist. Diese Gefährdung des Vereins ist nicht nur für die Zukunft zu prognostizieren, sondern bezieht sich auch rückwirkend auf die, nach Ihrem Schreiben zu urteilen, schon länger andauernden Verstöße gegen strafrechtliche Bestimmungen.
Zu Ihrer persönlichen rechtlichen Situation, die aber auch für Ihren zurückgetretenen Vorgänger gilt, ist festzustellen, dass Sie sich durch Ihr Stillschweigen und Ihre Untätigkeit bei einem doch rechtlich so klaren krimminellen Tatbestand eindeutig schuldig gemacht haben und damit auch im Sinne des § 280 BGB zum Schadensersatz wegen Pflichtverletzung herangezogen werden können.
Als Vorstandsmitglied, damit Beauftragte Ihres Vereins, sind Sie nach § 280 BGB zum Schadensersatz wegen Pflichtverletzung verpflichtet, was auf den § 276 BGB
(Grob fahrlässiges Verhalten) ausgedehnt werden kann.
Es liegt in Ihrem Interesse, umgehend tätig zu werden!
Gruß
mouche
 
 
 
 
 

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