Warum sich eine Vereinswebseite für jeden Verein lohnt

Die Internetseite eines Vereins ist zugleich sein wichtigstes Aushängeschild. Denn wer heute etwas sucht, der sucht in der Regel zuerst im Internet. „Generation Google“ lässt grüßen. Was bietet der Verein? Was prägt ihn? Wofür steht er? Aber auch: Wer ist im Verein für was zuständig? Wie lässt sich der Kontakt zu den richtigen Ansprechpartnern schnell und einfach herstellen? All das sind Fragen und Anliegen, die eine gute Internetpräsenz beantwortet. „Bequemlichkeit“, das schnelle Auffinden gesuchter Inhalte, ist für die Besucher einer Vereinswebseite dabei das A und O.

Die Vereinswebseite ist in der Regel die zentrale Anlaufstelle für Mitglieder, Interessenten, aber auch für den Fiskus, für Spender und Sponsoren. Wer wissen möchte, wann die nächsten Veranstaltungen stattfinden, welche Aktivitäten der Verein anbietet oder wie man am besten den Vorstand erreicht, der sucht heute vor allem im Internet danach.

Was Ihre Vereinswebseite überzeugend macht

„Content sells“, heißt es bei werbeaktiven Unternehmen mit Blick auf deren Unternehmenswebseiten. „Der Inhalt verkauft“: Dieser Satz gilt auch für Vereine. Denn wer möchte schon einem Gesangverein beitreten, dessen Homepage verspricht: „Singen mit Freu(n)den“, aber als letzte Nachricht einen Bericht über ein Sängertreffen 2016 zeigt?

Entscheidend ist damit also schon die Startseite Ihrer Vereinshomepage: Sie ist das Erste, was ein Besucher zu sehen bekommt. Die Regel lautet: Je wichtiger Informationen sind, desto eher stehen sie gleich auf der Startseite. Zu diesen wichtigen Informationen gehören zum Beispiel Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Events, aber auch alle wesentlichen Angaben zum Verein.

Außerdem müssen auf der Hauptseite alle wichtigen Unterseiten aufgeführt und von dort leicht erreichbar sein: „Zum Anmeldeformular“, „Unsere Satzung“, „Videos“, „Referenzen“, ggf. eigene (passwortgeschützte) Unterseiten für Mitglieder und Sponsoren etc.

Wichtig: Die Rubrik „Aktuelles“

Wichtig ist auch eine gute Rubrik „Neuigkeiten“ oder „Aktuelles“. Hier stellen Sie folgende Inhalte ein:

  • aktuelle Berichte aus dem Vereinsleben,
  • personelle Veränderungen im Vorstand,
  • besondere Erfolge oder Aktivitäten,
  • Presseberichte,
  • Danksagungen (z. B. an einen Sponsor, an Helfer beim letzten Vereinsfest)

Die Meldung mit dem jüngsten Datum steht zuerst! Beherzigen Sie beim Verfassen der Texte für die Rubrik „Aktuelles“ darüber hinaus den wichtigen Leitsatz: „In der Kürze liegt die Würze.“ Denn in dieser Rubrik der Vereinswebseite geht es nicht darum, Romane zu schreiben. Stattdessen sind kurze und verständliche Sätze und Beiträge gefragt. Zur Not kann immer noch auf eine Unterseite mit weiterem (längerem) Text und/oder einer schönen Fotostrecke verlinkt werden. Denken Sie bei allen Fotos aber immer daran: Sind Einzelpersonen zu sehen, brauchen Sie deren Einwilligung. Eine Einwilligung brauchen Sie ebenfalls dann, wenn Sie Fotos verwenden, die von fremden Urhebern stammen. Für die Bilder Ihrer Homepage können Sie aber zum Beispiel auf Seiten wie „pixabay.com“ zurückgreifen, auf denen Sie kostenlose Fotos herunterladen können.

Eine Vereinswebseite erstellen: So gehen Sie vor

Für den Internetauftritt Ihres Vereins braucht es klare Verantwortlichkeiten. Am besten stellen Sie ein kleines Team aus internetbegeisterten (Vorstands-) Mitgliedern zusammen, das sich darum kümmert und die Seite aktuell hält. Sinnvoll kann es auch sein, dass jede Abteilung oder Sparte einen Vertreter in diesem Team hat.

Sie müssen keine Webentwickler sein, um eine kleine Seite für Ihren Verein zu erstellen. Viele Website Baukästen Anbieter stellen kostenlose (oder sehr günstige) Möglichkeiten zur Verfügung, mit denen der Traum von der eigenen Website Wirklichkeit wird. Mit dem Baukasten-Prinzip wird der technische Aspekt so zum Kinderspiel und Sie haben mehr Zeit für das Wesentliche. Außerdem lassen sich eventuelle Fragen oder Probleme immer zügig mit dem Support der Anbieter klären.

Tipp: Je nachdem, wie groß der Verein und seine Reichweite sind, können Sie Social Media dafür nutzen, Ihre Fans auf dem Laufenden zu halten. Auch eine Facebook Fanpage ist schnell erstellt und steigert die Interaktion mit Ihren Followern.

Aber: Auch wenn Sie die Bearbeitung des Internetauftritts in vertrauenswürdige Hände legen möchten, können und sollten Sie als Vorsitzender die Verantwortung nicht komplett aus der Hand geben! Halten Sie als Vorstand daher immer einen engen Kontakt zum Internetteam und sorgen Sie außerdem dafür, dass das Thema „Internetauftritt“ in regelmäßigen Abständen auch in den Vorstandssitzungen auf der Tagesordnung steht, damit es nie aus dem Blickfeld gerät.

Abteilungen und Mannschaften: Gehen Sie ins Detail!

Je größer Ihr Verein ist, je mehr Mitglieder, Mannschaften und Abteilungen er hat, desto mehr Informationen produziert er auch. Legen Sie daher auch für Ihre einzelnen Mannschaften oder Abteilungen Unterseiten an, auf denen sich der Besucher Ihrer Homepage über diese strukturiert informieren kann.

Dabei können Sie auf den Abteilungsseiten ruhig ins Detail gehen. Wenn Sie beispielsweise einen Handballverein betreiben, informieren Sie auf den Unterseiten auch über alle Spieler. Stellen Sie die Spieler und Trainer auf der Vereinswebseite beispielsweise im Kurzporträt mit Name, Alter, Position, Vereinszugehörigkeit und einem kleinen Zitat vor und stellen Sie ein Mannschaftsfoto dazu, sofern Ihnen die betroffenen Personen hierzu die Einwilligung erteilt haben.

Letzteres schreibt die Datenschutzgrundverordnung zwingend vor. Bieten Sie zudem die aktuelle Tabelle an, damit der Besucher Ihrer Homepage weiß, wo die Mannschaft derzeit steht.

Präsentieren Sie die Vereinsführung auf Ihrer Website

Der Vereinsexperte Achim Behn schreibt: „Jede Organisation ist so gut, wie die Leute, die sie lenken. Das gilt auch für Ihren Verein. Menschen, die sich informieren wollen, wollen auch immer wissen: Was sind das für Personen, die den Verein lenken? Lohnt sich für mich ein Engagement? Präsentieren Sie deswegen auch die Vereinsführung, zum Beispiel mit einer Seite, die ,Vorstand‘ oder eben ,Vereinsführung‘ heißt. Aber Vorsicht: Eigenlob stinkt! Ein sachliches Kurzporträt zur Person ist ausreichend. Beschränken Sie sich hier auf Informationen zu Beruf, Dauer der Vereinszugehörigkeit und zu weiterem gesellschaftlichem Engagement!“ Das kann ich nur ohne Wenn und Aber unterschreiben!

Das gilt für die Homepage mit Blick auf die Spender und Sponsoren

Bieten Sie auf Ihrer Homepage Ihren wichtigsten Spendern und Sponsoren einen Platz an. Denn diese gehören genauso zum Verein wie Mitglieder und Vorstand. Bei Sponsoren können Sie auch auf deren Homepage verlinken. Bei Spendern dürfen Sie das allerdings nicht! Denn hier könnte sonst Ihre Gemeinnützigkeit in Gefahr geraten. Spenden müssen nämlich immer freiwillig und ohne Gegenleistung sein. Das Logo eines Spenders aus der Wirtschaft aber dürfen Sie (ohne Verlinkung) zeigen.

Der Pressebereich auf der Vereinshomepage: nicht zu unterschätzen

Wenn die (lokalen) Medien regelmäßig über Ihren Verein berichten, erstellen Sie unbedingt auch eine Seite mit dem Titel „Presse“. Dort sammeln Sie die Medienberichte über Ihren Verein. Die „Presse“-Seite ist eine besonders glaubwürdige Unterseite, denn schließlich stammen die Berichte dort nicht aus der Feder von (voreingenommenen) Vereinsmitgliedern, sondern von Journalisten. Wichtig: Fragen Sie bei jedem Presseartikel, ob Sie ihn auch veröffentlichen dürfen. Denn auch Presseartikel unterliegen dem Urheberrecht.

Bieten Sie einen „Newsletter“ an!

Nicht alle Menschen, die sich für Ihren Verein interessieren, besuchen Ihre Homepage regelmäßig. Um möglichst viele Interessierte immer wieder mit Neuigkeiten und Wissenswertem zu versorgen, bietet sich ein Newsletter an. Richten Sie auf Ihrer Homepage daher eine Unterseite namens „Newsletter“ ein. Auf dieser Seite können Interessenten eine E-Mail-Adresse angeben und ihre Zustimmung dazu erklären, regelmäßig mit Nachrichten aus Ihrem Verein versorgt zu werden.

Datenschutzgrundverordnung im Blick

Die Datenschutzgrundverordnung bringt eine Reihe von Pflichten mit sich, die Ihr Verein im Hinblick auf seine Homepage unbedingt beachten sollte, wenn Sie keine teuren Bußgelder riskieren möchten:

  • Stellen Sie die Internetseite Ihres Vereins von HTTP- auf HTTPS-Verschlüsselung um. Das ist kein Hexenwerk und geht in der Regel problemlos über das Portal Ihres Providers. Positiver Nebeneffekt: Neben den datenschutzrechtlichen Aspekten bewerten Suchmaschinen eine Webseite mit HTTPS-Verschlüsselung besser. Ihr Verein ist also besser zu finden.
  • Für Ihre Vereinswebseite müssen Sie eine eigenständige Datenschutzerklärung erstellen, die unter dem Hinweis „Datenschutz“ auch direkt angesteuert werden kann. Hierzu finden Sie entsprechende Generatoren im Internet, wie zum Beispiel https://datenschutzerklärunggenerator.de/. Sie geben dort die Daten Ihres Vereins ein und die Datenschutzerklärung wird formuliert.
  • Wenn Sie den Aufnahmeantrag online anbieten und die Mitglieder ihn auch gleich online ausfüllen und absenden können, dürfen Sie die Information darüber, was mit den Mitgliederdaten passiert, nicht vergessen. Sie müssen also angeben, welche Daten von Ihnen gespeichert und verarbeitet werden und in welcher Form dies geschieht. Ein Muster finden Sie unter dem Stichwort „Datenschutzerklärung“ auf www.vereinswelt.de
    • → Meine Vereinswelt  → Verein & Vorstand aktuell.

Zu guter Letzt: Ihre Vereinswebseite benötigt ein Impressum!

Die Internetseite des Vereins muss schließlich unter der Rubrik „Impressum“ die Verantwortlichen des Vereins benennen. Diese sechs Angaben dürfen im Impressum nicht fehlen:

  1. Angabe des Namens mit Rechtsform, bei eingetragenen Vereinen also der Zusatz „e. V.“
  2. vollständige Adresse (kein Postfach),
  3. unmittelbare Kontaktmöglichkeiten: Telefon- oder besser noch die Mobilfunknummer, Fax, E-Mail-Adresse,
  4. Vertretungsorgane bzw. Vertretungsberechtigte,
  5. Nennung des zuständigen Amtsgerichtes und der Vereinsregisternummer,
  6. Angabe der Umsatzsteueridentifikationsnummer des Vereins (nach § 27a des Umsatzsteuergesetzes), falls vorhanden.

Fazit: Warum sich eine Homepage für jeden Verein lohnt

Online zählt. Immer mehr Menschen nutzen das Internet, um zu sich zu informieren. Damit auch Sie dabei gut gefunden werden und sich gut präsentieren können, ist eine Vereinswebseite sinnvoll. Dabei lässt sich schon mit geringem Aufwand und kleinen Budget eine gute Webseite erstellen. Zeigen Sie, was den Verein ausmacht, informieren Sie über aktuelle Ereignisse und geben Sie interessierten Menschen die Möglichkeit, mit Ihrem Verein in Kontakt zu treten.

Die besten Vereinsreden – Von Antritt bis Abschied
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