5 Antworten zum Ablauf Ihrer Vorstandswahl

Wird der Vorstand eigentlich immer von der Mitgliederversammlung gewählt?
Um die Frage zu beantworten, ist zunächst ein Blick auf § 27 Abs. 1 BGB erforderlich. Demnach wird der Vorstand durch Beschluss der Mitgliederversammlung bestellt. Gemeint sind hie Wahlen. Aber: Ihre Satzung darf etwas anderes regeln.  So kann die Bestellung des Vorstands auch durch ein besonderes Organ erfolgen. Beispielsweise durch ein Präsidium, einen Beirat usw. In kleineren und mittleren Vereinen empfehle ich dringend, die Wahlen durch die Mitgliederversammlung durchführen zu lassen. So viel Demokratie muss sein.

Gibt es eine Mindestzahl von Mitgliedern, damit Wahlen durchgeführt werden können?
Solange Ihre Satzung hierzu keine Vorschriften enthält, reicht im Grunde die Anwesenheit eines einzigen Mitglieds, um Wahlen durchführen zu können. Ob das sinnvoll ist, sei einmal dahingestellt.

Welches Wahlverfahren wird bei Vorstandswahlen angewendet?
Enthält Ihre Satzung keine Regelung, ist grundsätzliche die absolute Mehrheit notwendig. Absolute Mehrheit heißt: Es muss eine Stimme mehr als die Hälfte der bei der Abstimmung anwesenden Mitglieder erreicht werden. So regelt es § 32 bis 1 Satz 3 BGB. Nach gängiger Rechtsauffassung gilt dies übrigens auch, wenn Ihre Satzung „einfache Mehrheit“ vorsieht. Dies bedeutet nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, dass derjenige gewählt ist, wer die Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen erlangt hat.

Gesamt- oder Einzelabstimmung – worauf kommt es an
Sieht die Satzung Ihres Vereins für die Wahl mehrerer Vorstandsmitglieder kein bestimmtes Wahlverfahren vor? In diesem Fall kann der Versammlungsleiter festlegen, ob er eine Gesamt- oder Einzelabstimmung vorsieht. Aber: Hier lauert eine Falle, die in der Praxis oft übersehen wird:

Die Gesamtabstimmung ist dann (also wenn die Satzung kein bestimmtes Wahlverfahren für die Wahl mehrerer Vorstandsmitglieder vorsieht) nur dann möglich, wenn jedes Mitglied dann auch so viele Stimmen hat, wie Kandidaten zu wählen sind – und es von diesen Stimmen auch beliebig Gebrauch machen kann.

Muss der gewählte Vorstand die Wahl ausdrücklich annehmen?
Entgegen anderslautender Berichte im Internet muss ein gewähltes Vorstandsmitglied nicht ausdrücklich erklären: „Ich nehme die Wahl an!“. Aber: Es muss durch sein Handeln erkennen lassen, dass es die Wahl annimmt.

Beispiel:
Walter Peters kandidiert zum Amt des 2. Vorsitzenden. Aus beruflichen Gründen kann er am Wahlabend nicht teilnehmen. Er lässt vor den Wahlen eine persönliche Erklärung verlesen: „Hiermit kandidiere ich, Walter Peters, für das Amt des zweiten Vorsitzenden. Für den Fall meiner Wahl nehme ich die Wahl gerne an!“.

Letztendlich reicht aber auch eine stillschweigende Zustimmung – sprich: das gewählte Vorstandsmitglied legt einfach los.

 

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