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Die Mitgliederliste im Verein

Ein Verein lebt davon, dass seine Mitglieder sich untereinander austauschen. Gerade in gr√∂√üeren Vereinen ist es allerdings normal, dass man nicht alle Vereinsmitglieder pers√∂nlich kennt. Daher stellt sich die berechtigte Frage, ob es f√ľr Vereinsmitglieder einen Anspruch darauf gibt, die Mitgliederliste einzusehen.¬†¬†

Die Antwort: Ja, prinzipiell muss die komplette Mitgliederliste allen Vereinsmitgliedern zugänglich gemacht werden. Aber nur wenn diese ein berechtigtes Interesse daran vorweisen können.  

Eine einfache Kontaktaufnahme zu Vereinszwecken z√§hlt allerdings schon dazu, schlie√ülich ist ein Verein demokratisch organisiert.¬† Jede gesetzes- oder satzungswidrige Verwendung bzw. eine Nutzung aus rein privaten Gr√ľnden ist hingegen nicht zul√§ssig. Dies w√§re zum Beispiel dann der Fall, wenn die Mitgliederliste f√ľr Gesch√§ftsinteressen verwendet wird oder die Adressen zu Werbezwecken genutzt w√ľrden.¬†

¬†Allerdings bedeutet dies nicht, dass Sie die Mitgliederliste gleich im Vereinsheim aush√§ngen m√ľssen. Im folgenden Absatz geht es darum, wie Sie die Liste am¬†Besten¬†zug√§nglich machen k√∂nnen.¬†

Mitgliederliste herausgeben ‚Äď so geht es am einfachsten¬†

© Arisa Chattasa / Unsplash

Es ist wenig sinnvoll, die Mitgliederliste durch einzelne Vorstandsmitglieder f√ľhren zu lassen. Sie sollte stattdessen zentral abgelegt und zumindest allen Vorstandsmitgliedern zug√§nglich sein. Dann k√∂nnen Sie die Datei interessierten Mitgliedern ganz einfach per E-Mail schicken oder ausdrucken und vorlegen.¬†¬†

Sie können auch in der Satzung festlegen, dass die Mitgliederliste bei einem Treuhänder liegt (z.B. Rechtsanwalt), so dass ein Missbrauch ausgeschlossen ist. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Liste zeitnah herausgegeben werden kann, wenn ein Mitglied danach fragt.  

Ein weiterer Fall, bei dem die Herausgabe der Mitgliederliste eine Rolle spielt, ist das sogenannte Minderheitenbegehren.  

Minderheitenbegehren 

© Pixabay / Pexels

¬†Wenn Mitglieder mit Pl√§nen oder Entscheidungen des Vorstands nicht einverstanden sind oder aus Unzufriedenheit gar den ganzen Vorstand absetzen m√∂chten, dann steht ihnen ein Mittel zur Verf√ľgung, mit dem sie ggf. auch gegen den Willen des Vorstands ihre Interessen durchsetzen k√∂nnen: das Minderheitenbegehren.¬†¬†

Sofern die Satzung Ihres Vereins nicht ausdr√ľcklich eine andere Mehrheit regelt, reichen 10 Prozent der Mitglieder aus, um ein solches Minderheitenbegehren nach ¬ß 37 des B√ľrgerlichen Gesetzbuchs zu initiieren.¬†¬†

Doch um die erforderliche Mehrheit zu organisieren, brauchen die Initiatoren nat√ľrlich Zugang zu den Mitgliederdaten. Schon allein, um die exakte Anzahl der Vereinsmitglieder zu ermitteln k√∂nnen, aber auch, um die Anschriften der anderen Mitglieder in Erfahrung zu bringen. Denn gerade bei gro√üen Vereinen oder solchen mit diversen Untergliederungen kennt nicht¬† jeder alle seine Vereinskollegen und um die Unterst√ľtzung des Minderheitenbegehrens wird dann oft schriftlich geworben.¬†¬†

Dennoch werden Fragen nach der Mitgliederliste vom Vorstand in der Praxis oft mit Schulterzucken oder schlichtweg auch mit Ablehnung beantwortet. Sehr oft berufen sich die Vorst√§nde dann darauf, dass sie ihrer Informationspflicht lediglich in der Mitgliederversammlung nachkommen m√ľssen und die Mitglieder ansonsten kein Einsichtsrecht in Vereinsunterlagen haben. Doch das ist falsch!¬†¬†

Im Falle des Minderheitenbegehrens besteht das Interesse an der Mitgliederliste daran, andere Mitglieder zu Vereinszwecken zu erreichen. Auch wenn es manchmal unbequem sein mag ‚Äď die Mitglieder haben das Recht, ein Minderheitenbegehren zu organisieren ‚Äď und brauchen daf√ľr die Mitgliederliste.¬†

FAQ zur Mitgliederliste

Eine Mitgliederliste muss immer dann herausgegeben werden, wenn die Mitglieder ein berechtigtes Interesse daran vorweisen können. Zum Beispiel dann, wenn dieses Verzeichnis benötigt wird, um andere Mitglieder aufgrund von Vereinszwecken zu erreichen.

Das Minderheitsbegehren ist ein Mittel, das den Vereinsmitgliedern zusteht, wenn sie mit Pl√§nen oder Entscheidungen des Vorstands nicht einverstanden sind oder aus Unzufriedenheit gleich den gesamten Vorstand absetzen m√∂chten. Mithilfe des Minderheitsbegehren k√∂nnen die Mitglieder dieses Vorhaben und ihre Interessen auch gegen den Willen des Vorstands durchsetzen. F√ľr die Initiierung eines Minderheitsbegehren nach ¬ß 37 BGB reichen 10 Prozent der Mitglieder aus, sofern die Satzung des Vereins nichts anderes dazu geregelt hat. Um diese 10 Prozent zu erreichen, muss der Einblick in die Mitgliederliste gew√§hrleistet werden.
Die wichtigsten Vereinsordnungen
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