Rücktritt des Vorstands und Auflösung des Vereins

Ein Verein lebt vom Engagement seiner Mitarbeiter. Dies trifft im Besonderen auf den Vorstand zu. Gleichzeitig kann es zu Situationen kommen, in der ein Vereinsvorstand einen Rücktritt in Erwägung zieht. Das Vereinsrecht, das auf den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) beruht, sieht vor, dass ein vorzeitiger Rücktritt eines Vorstandsmitglieds oder des gesamten Vorstands möglich ist.

In vielen Fällen stellt der Rücktritt des Vorstands darüber hinaus das letzte Mittel in einer Eskalationsspirale oder bei tiefgehenden Meinungsverschiedenheiten dar. Konflikte zwischen dem Vorstand und den weiteren Gremien des Vereins können das Wohl und die Ziele des Vereins nachhaltig gefährden. In anderen Fällen mag der 1. Vorsitzende eines Vereins während der laufenden Amtszeit die Lust auf sein Amt verlieren und zurücktreten. Generell gilt: Ehrenamtlich tätige Vorstandsmitglieder haben zu jeder Zeit die Möglichkeit, von ihrem Amt zurücktreten. Grundvoraussetzung hierfür ist, dass dem Verein ausreichende Zeit eingeräumt wird, die ehrenamtliche Funktion neu zu besetzen. Es ist ebenfalls möglich, dass ein Verein Vorstandsmitglieder abberuft. Dies ist dann der Fall, wenn dem Vereinsvorstand ohne Zweifel ein grobes Fehlverhalten oder Unfähigkeit in der Amtsführung nachgewiesen werden können.

Ist der Gesamtverein aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr weiterzuführen, muss die Auflösung des Vereins angestrebt werden. Der Verein kann aus rechtlicher Sicht ausschließlich durch Beschluss der Mitgliederversammlung aufgelöst werden. Alternativ kann ebenso ein Zeitraum in der Satzung verankert werden, der die Auflösung eines Vereins zu einem definierten Zeitpunkt verfügt. Bei befristeten Vereinen, die für ein bestimmtes Ziel streiten oder für einen besonderen Zeitabschnitt gegründet werden, ist die vorab in der Satzung verankerte Auflösung ein gangbarer Weg.

Vereinsvorstände, die einen Rücktritt anstreben oder Mitgliederversammlungen, die BGB-Vorstände abberufen oder die Auflösung des Vereins anstreben, sollten sich vor allem mit den folgenden, aus gesetzlicher Sicht bedeutenden Fragestellungen beschäftigen:

  • Was ist bei einem Rücktritt des Vorstands aus rechtlicher Sicht zu beachten?
  • Was sollte die Satzung in Bezug auf den Rücktritt eines Vorstands regeln?
  • Wie kann ein Vorstand vereinsseitig aufgelöst werden?
  • Wie kann die Auflösung eines Vereins rechtlich korrekt vollzogen werden?
  • Welche Schritte müssen bei der Liquidation des Vereins beachtet werden?
  • Warum wurde im Gesetz ein Sperrjahr nach der Liquidation implementiert?

Was bei einem Rücktritt des Vorstands aus rechtlicher Sicht zu beachten ist

Die Amtsniederlegung eines BGB-Vorstands ist grundsätzlich zu jeder Zeit möglich. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) enthält keine Vorschriften oder Bestimmungen, die die Form oder einen Rücktrittsanlass explizit regeln. Mögliche Gründe für einen Rücktritt des Vorstands könnten zum Beispiel sein:

Tritt ein Vorstand zurück, ist der auf Grundlage von § 26 Absatz 2 verpflichtet, seinen Rücktritt einem anderen Vorstandsmitglied mitzuteilen. Der Gesetzgeber regelt unmissverständlich: „Ist eine Willenserklärung gegenüber einem Verein abzugeben, so genügt die Abgabe gegenüber einem Mitglied des Vorstands.

Um den Rücktritt zu kommunizieren, reicht eine mündliche Willenserklärung aus. Die Vereinssatzung kann darüber hinaus bestimmen, dass ein Rücktritt vom Vorstandsamt zu jeder Zeit schriftlich zu erfolgen hat. Mit einer solchen Regelung schaffen Vereine Klarheit und Transparenz und beugen Missverständnissen aktiv vor.

Tipp: Neben der Verankerung eines schriftlichen Rücktritts in der Vereinssatzung, bestehe ebenso die Möglichkeit, den Rücktritt im Rahmen einer Sitzung zu protokollieren. In diesem Fall ist der Amtsverzicht aus rechtlicher Sicht ebenso eindeutig und transparent.

Der § 130 BGB konkretisiert darüber hinaus unverkennbar, wann der Rücktritt aus juristischen Aspekten wirksam wird: „Eine Willenserklärung, die einem anderen gegenüber abzugeben ist, wird, wenn sie in dessen Abwesenheit abgegeben wird, in dem Zeitpunkt wirksam, in welchem sie ihm zugeht. Sie wird nicht wirksam, wenn dem anderen vorher oder gleichzeitig ein Widerruf zugeht.“

Wie ein einzelner Vorstand oder der 1. Vorsitzende zurücktreten kann

Besteht der Vorstand eines Vereins ausschießlich aus einem Vereinsvorstand oder dem 1. Vorsitzenden, gestaltet sich ein Rücktritt schwieriger. In Ermangelung von weiteren Mitgliedern im Vorstand, denen ein Rücktritt auf Basis von § 26 BGB erklärt werden könnte, muss dieser im Rahmen einer Mitgliederversammlung öffentlich gemacht werden. Es ist üblich, eine außerordentliche Mitgliederversammlung für diesen Zweck einzuberufen. Ein vorzeitiger Rücktritt des Vereinsvorstands kann nicht aufgehalten werden. Sein Amtsverzicht ist jederzeit möglich. Gleichzeitig muss vor einem Amtsaufgabe sichergestellt sein, dass der Verein weiterhin handlungsfähig ist. Darüber hinaus kann ein kurzfristiger Amtsverzicht Konsequenzen, wie zum Beispiel Schadenersatzforderungen, für den ehemaligen 1. Vorsitzenden nach sich ziehen.

3 Gründe im Vereinsrecht, die gegen einen sofortigen Rücktritt sprechen

  1. Satzungsgemäße Einschränkungen:

Diese könnten sich zum Beispiel auf spezielle Bestimmungen beziehen, die einen sofortigen Rücktritt ausschließen. Bei einem hauptamtlichen Vorstand muss unter anderem geklärt werden, ob bei einem Verzicht auf das Vorstandsamt zum gleichen Zeitpunkt der Dienstvertrag endet. Darüber hinaus müssen etwaige Haftungsfolgen aus der nicht fristgemäßen Kündigung des Dienstvertrags berücksichtigt werden. Eine Alternative zu einer außerordentlichen Kündigung des Arbeitsvertrags stellt, wie bei einem Arbeitsvertrag, ein in beiderseitigem Einvernehmen geschlossener Aufhebungsvertrag dar. Dieser beinhaltet die gleichzeitige Beendigung des Dienstverhältnisses und der Vorstandstätigkeit.

  1. Der Rücktritt erfolgt zur Unzeit

Ein Amtsverzicht darf gemäß § 627 BGB nicht zu Unzeiten erfolgen. Dies bedeutet, dass der Verzicht auf das Vorstandsamt zu einer unpassenden, ungeplanten Zeit ereignet und dem Verein gleichzeitig finanziellen oder immateriellen Schaden zufügt. Ist zum Beispiel ein Vorstandsmitglied im Vorstand aktiv, kann ein Amtsverzicht nicht ohne Probleme und deren Auswirkungen kompensiert werden. Kurzfristig könnte ein deplatzierter Amtsverzicht ohne Vorlaufzeit zur Handlungsunfähigkeit des gesamten Vereins führen. Ein Rücktritt zur Unzeit ist aus rechtlicher Sicht sofort wirksam. Er kann für das zurückgetretene Vorstandsmitglied in der Folge bedeuten, im Nachhinein mit Schadenersatzansprüchen des Vereins konfrontiert zu werden. § 627 BGB erklärt unmissverständlich: „Kündigt er ohne solchen Grund zur Unzeit, so hat er dem Dienstberechtigten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.“

  1. Rechtsmissbrauch

Bei einem nachgewiesenen Rechtsmissbrauch kann der Rücktritt des Vereinsvorstands ebenfalls verweigert werden. Ein solcher Missbrauch der Rechte und Pflichten im Verein tritt zum Beispiel ein, wenn sich alle Mitglieder eines Vorstands gegenseitig den Amtsverzicht erklären.

In diesem Fall wird der Vorstand mit sofortiger Wirkung handlungsunfähig. Der Verein hat aufgrund der Kurzfristigkeit der Entscheidung keine Möglichkeit, adäquat auf die Umstände zu reagieren. Aus diesem Grund ist der Rücktritt in der Regel unwirksam. Der Vorsitzende des Vorstands muss auf Basis von § 29 BGB beim zuständigen Amtsgericht einen Notvorstand einfordern. Der Gesetzgeber hat folgende Regelung implementiert: „Soweit die erforderlichen Mitglieder des Vorstands fehlen, sind sie in dringenden Fällen für die Zeit bis zur Behebung des Mangels auf Antrag eines Beteiligten von dem Amtsgericht zu bestellen, das für den Bezirk, in dem der Verein seinen Sitz hat, das Vereinsregister führt.“

Nachdem ein Notvorstand vom Amtsgericht eingesetzt wurde, erklärt der bisherige Vorstand diesem gegenüber die Amtsniederlegung. Ob und unter welchen Umständen der § 29 BGB seine rechtliche Anwendung findet, muss im Einzelfall und vorab mit dem maßgeblichen Amtsgericht geklärt werden. Das Amtsgericht bestellt einen Notvorstand durch den zuständigen Rechtspfleger. Für die Einsetzung eines Notvorstandes ist generell das Amtsgericht verantwortlich, in dem das Vereinsregister angesiedelt ist, in dem der Verein geführt wird.

Alternative zum Notvorstand

Eine adäquate Alternative zu einem Notvorstand stellt die Berufung eines kommissarischen Vorstandsmitglieds dar. Voraussetzung hierfür ist, dass diese Möglichkeit explizit in der Satzung geregelt ist. Eine Übertragung des Vorstandsamtes auf einen bevollmächtigten Dritten ist in der Regel nicht möglich, da es hierzu ebenfalls eines eindeutigen Satzungseintrags bedarf. Regelt die Vereinssatzung eine Übertragung von Befugnissen nicht explizit, dürfen bestimmte Aufgaben und Tätigkeitsbereiche nicht durch Vollmacht auf eine andere Person weitergegeben werden.

Wichtig: Ist der Rücktritt des Vereinsvorstands auf Basis der Vereinssatzung möglich und vereinsintern und vom Amtsgericht akzeptiert, hat der ehemalige Vorstand noch eine wichtige Verpflichtung. Er muss alle vorhandenen:

  • Vereinsunterlagen,
  • Wertgegenstände,
  • Schlüssel oder
  • bestehende finanzielle Mittel (Bargeld, Einnahmen der Vereinskasse)

unverzüglich an den Verein übergeben. Nach erfolgter Rückgabe ist das Vorstandsmitglied offiziell von seinen Aufgaben entbunden und nicht mehr im Namen des Vereins handlungsbefugt.

Was die Satzung in Bezug auf den Rücktritt des Vorstands zwingend regeln sollte

Da es aus gesetzlicher Sicht keine Vorgaben oder Regelung in Bezug auf den Rücktritt eines Vorstands gibt, spielt die Vereinssatzung beim Amtsverzicht eine besondere und entscheidende Rolle. Ein Verein handelt zielführend, wenn die Vereinssatzung eindeutig und spezifisch beschreibt, wie bei einem vereinsinternen Rücktritt des Vorsitzenden oder des Vorstands verfahren wird. Verbindliche Regelungen und eine detailliert beschriebene Rücktrittskaskade bei einem sofortigen Amtsverzicht geben dem Verein die Sicherheit, jederzeit handlungsfähig zu bleiben. Darüber hinaus können Übergangsfristen in die Satzung integriert werden, die für Klarheit und Transparenz sorgen.

Die Satzung sollte gleichzeitig definierten, welche Form des Rücktritts vorgeschrieben ist. Ein vorzeitiger Rücktritt des Vereinsvorstands eines gemeinnützigen Vereins könnte in diesem Fall zum Beispiel ausschließlich schriftlich erfolgen. Ein in Schriftform niedergelegter Rücktritt per Einschreiben ist für beiden Seiten rechtlich bindend und wirkt professionell. Ist eine mündliche Willenserklärung nicht ausreichend, wird ein Vorsitzender nicht vorschnell aus einer Laune oder bei Streitigkeiten das Amt niederlegen.

Da das Vereinsrecht und das BGB nicht umfassend beschreibt, wie der Rücktritt eines Vorstands eines gemeinnützigen Vereins vollzogen wird, sollte die Satzung die vereinsinterne Verfahrensweise umfassend darstellen. Eine solche Vorgehensweise beugt Kurzschlusshandlungen vor. Diese könnten zum Beispiel im Falle von tief greifenden Differenzen entstehen.

Wann ein Vorstandsmitglied von seiner Tätigkeit abberufen werden kann

Ein Vorstandsmitglied oder der gesamte BGB-Vorstand können gemäß § 27 BGB von der Mitgliederversammlung von ihrer Tätigkeit entbunden werden. Der Gesetzgeber erklärt:

  • „Die Bestellung ist jederzeit widerruflich, unbeschadet des Anspruchs auf die vertragsmäßige Vergütung.“
  • „Die Widerruflichkeit kann durch die Satzung auf den Fall beschränkt werden, dass ein wichtiger Grund für den Widerruf vorliegt.“
  • „Ein solcher Grund ist insbesondere grobe Pflichtverletzung oder Unfähigkeit zur ordnungsmäßigen Geschäftsführung.“

Um den Vereinsvorstand wirksam abzuberufen, muss ein wichtiger und nachweisbarer Grund vorliegen. Bedeutende Gründe, die das Gesetz anführt, sind vor allem Unfähigkeit sowie grobe Pflichtverletzungen. Ein Widerruf der Vorstandstätigkeit gilt als gesetzeskonform, wenn es dem Verein und seinen Mitgliedern aufgrund eindeutiger, nachweisbarer Vorkommnisse nicht zugemutet werden kann, weiter mit einem Vorstandsmitglied oder dem Gesamtvorstand zusammenzuarbeiten.

Wie die Auflösung eines Vereins rechtlich korrekt vollzogen werden kann

Die überwiegende Mehrheit der Vereinsmitglieder wünscht sich einen lebendigen und innovativen Verein. Mitglieder eines Vereins sind aus Überzeugung aktiv und setzen ihre Zeit zum Wohle des Vereins ein. Sie sind in den meisten Fällen von den Leitmotiven und der Ausrichtung des Vereins persönlich überzeugt. Trotz des Engagements einzelner kann es im Laufe von Jahren notwendig sein, einen Verein aufzulösen. Die Auflösung eines Vereins wird im Bürgerlichen Gesetzbuch eindeutig beschrieben. Das Gesetz enthält klare Regelungen und Bestimmungen, die vom BGB-Vorstand und der Mitgliederversammlung vollumfänglich umgesetzt werden müssen.

Eindeutiger Beschluss der Mitgliederversammlung ist essenziell

Ein Verein kann ausschließlich durch den eindeutigen Beschluss der Mitgliederversammlung aufgelöst werden. Hierfür ist nach der Vorgabe des § 41 BGB generell eine Mehrheit von 75 % der Stimmen erforderlich. Die Vereinssatzung kann eine abweichende Mehrheit bestimmen. Diese ist in diesem Fall für die Anerkennung der Beendigung maßgeblich. Wird die vorgesehene Majorität in einer Mitgliederversammlung erreicht, kann der Verein aus rechtlicher Sicht als „Verein in Auflösung“ bezeichnet werden.

Die Mehrheitsentscheidung zur Schließung des Vereins ist bindend. Sie hat nicht zur Folge, dass der Verein und seine Tätigkeit umgehend ad acta gelegt wird. Der Verein ist bis auf Weiteres formal weiterhin existent. Der BGB-Vorstand und andere Funktionsträger sind bis zur vollständigen Auflösung fortlaufend verpflichtet, ihre Aufgaben kompetent auszuführen.

Übergang in einen Liquidationsverein

Mit der endgültigen Auflösung des Vereins endet der Verein aus rechtlicher Sicht. Er geht in einen Liquidationsverein über. Dieser fokussiert das Ziel, noch laufende Geschäfte abzuschließen, mögliche Gläubiger zu bedienen und das Vereinsinventar zu verkaufen. Bleiben nach Abwicklung des Vereins Überschüsse, sind diese gemäß Satzung und Maßgabe des BGB entweder:

  • dem Fiskus,
  • einem angeschlossenen Verband oder
  • den Mitgliedern des Vereins zuzuführen.

Nach der Abwicklung und einem Sperrjahr wird der Verein im Vereinsregister gelöscht. Ab diesem Zeitpunkt ist der Verein nicht existent und komplett und rechtskräftig aufgelöst.

Weitere Sachverhalte, die zur Auflösung eines Vereins führen können

  1. Zeitablauf:

In der Satzung kann geregelt werden, dass der Verein nach Ablauf eines definierten Zeitraums aufgelöst wird. Die Liquidation des Vereins erfolgt am Fälligkeitstag automatisch. Ein Auflösungsbeschluss ist nicht erforderlich. Durch eine rechtzeitige Satzungsänderung kann die Fortsetzung des Vereins zu jeder Zeit beschlossen werden.

Beispiel: Ein Verein wurde mit dem Ziel gegründet, ein bestimmtes Projekt zu fördern. Durch freiwillige Spenden und Aktionen der Vereinsmitglieder sollten Zuwendungen für den Bau eines Gebäudes eingeworben werden. Die Liquidation erfolgte satzungsgemäß mit Erreichen des Projektzieles.

  1. Insolvenz:

Ein Verein wird aufgelöst, wenn über sein Vermögen das Insolvenzverfahren eröffnet worden ist. Kein Auflösungsgrund ist gegeben, wenn es das Gericht ablehnt, das Insolvenzverfahren einzuleiten. Der Gesetzgeber verfügt im § 42 BGB:

  • Der Verein wird durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens und mit Rechtskraft des Beschlusses, durch den die Eröffnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse abgewiesen worden ist, aufgelöst.“ (1)
  • „Der Vorstand hat im Falle der Zahlungsunfähigkeit oder der Überschuldung die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu beantragen. Wird die Stellung des Antrags verzögert, so sind die Vorstandsmitglieder, denen ein Verschulden zur Last fällt, den Gläubigern für den daraus entstehenden Schaden verantwortlich; sie haften als Gesamtschuldner.“ (2)

Zusammenfassend übernimmt der Vereinsvorstand eine bedeutende Verantwortung, wenn es um die Bekanntgabe der finanziellen Lage des Vereins geht. Berichtet er zu spät über eine Schieflage der Vereinsfinanzen, macht er sich der Insolvenzverschleppung schuldig.

  1. Erlöschen des Vereins:

Verfügt der Verein aufgrund von Austritten oder Todesfällen nicht mehr über eine ausreichende Anzahl von aktiven Anhängern, erlischt der Verein automatisch. Gleiches gilt bei ausschließlich inaktiven Mitgliedern oder einer Aufgabe des Vereinszweckes.

  1. Zusammenschluss von Vereinen:

Ein Zusammenschluss von Vereinen erfolgt durch die Verschmelzung von zwei oder mehr Einzelvereinen. Bei einer Vereinigung durch Aufnahme eines Vereins tritt der aufnehmende Verein in die Rechte und Pflichten des aufgenommenen Vereins ein. Schließen sich bestehende Vereine zu einer neuen Gemeinschaft zusammen, wird diese als Rechtsnachfolger der alten Vereine angesehen. Maßgeblicher Zeitpunkt ist die Eintragung des neuen Vereins im Vereinsregister.

Ein Zusammenschluss setzt voraus, dass:

  • die Satzungen der beteiligten Vereine einer Verschmelzung nicht entgegenstehen;
  • die Vermögen der beteiligten Vereine festgestellt sind;
  • die Modalitäten der Fusion vertraglich geregelt werden;
  • die Mitglieder der beteiligten Vereine der Fusion, mit der vorgesehenen gesetzlichen oder satzungsmäßigen Mehrheit zugestimmt haben und der Zusammenschluss notariell beurkundet wird.

Welche Schritte bei der Liquidation des Vereins beachtet werden sollten

Der endgültigen Schließung eines Vereins gehen mehrere wichtige Schritte voraus. Im ersten Schritt muss durch die Mitgliederversammlung ohne Zweifel und mit der erforderlichen Mehrheit determiniert werden, dass der Verein satzungsgemäß aufgelöst wird. § 47 BGB regelt den Liquidationsvorgang eindeutig und verfügt in § 48 BGB ebenso die Wahl der Liquidatoren. Die Bestimmung der für die Abwicklung des Vereins bestimmten Personen erfolgt aufgrund einer satzungskonformen Mehrheit. Liquidatoren übernehmen aus rechtlicher Sicht die Stellung des Vorstands im Verein und müssen dem Vereinsregister durch den amtierenden Vorstand gemeldet werden. Der Name des Vereins ändert sich durch die Liquidation nicht, üblich ist jedoch im Vereinsnamen den Zusatz „in Liquidation“ (i. L.) zu verwenden.

Liquidatoren, deren Rechte und Pflichten im BGB in den § 41 bis § 53 detailliert beschrieben werden, vertreten den Verein vollumfänglich:

  1. gerichtlich und
  2. außergerichtlich.

Ihre hierarchische Stellung ist mit der Stufenordnung im Vereinsvorstand vergleichbar. Ihre Aufgaben beschränken sich, abweichend von denen des Vereinsvorstandes, einzig auf die Abwicklung des Unternehmens. Wurden mehrere Liquidatoren zur Auflösung des Vereins bestellt, müssen Beschlüsse einstimmig gefasst werden. Liquidatoren können den Verein darüber hinaus ausschließlich gemeinsam vertreten. Abweichend vom Vorsitzendes des Vereinsvorstandes definiert der Gesetzgeber keinen Liquidator, der als Vorsitzender fungiert. Liquidatoren sind verpflichtet, ihre Aufgabe im Sinne des Vereins auszuführen. Verletzten Sie die definierten Ziele der professionellen Abwicklung des Vereins grob fahrlässig, können sie ebenfalls haftbar gemacht. Umfangreiche Schadenersatzansprüche könnten die Folge sein, wenn nachweisbarer Schaden entstanden ist.

Warum das BGB ein Sperrjahr nach der Liquidation vorsieht

Der Gesetzgeber präzisiert im § 51 BGB, warum ein Sperrjahr nach der Liquidation vorgeschrieben wird. Nach Abschluss der Liquidation und nach der Auflösung des Vereins dient dieses Sperrjahr dazu, unbekannten Gläubigern mehr Zeit einzuräumen. Sie können in diesem fest definierten Zeitraum offene Forderungen gegen den Verein anzumelden und eintreiben.

Das im BGB verankerte Sperrjahr kann als zeitlicher Puffer verstanden werden. Dieser Karenzzeitraum soll es jedem nicht namentlich bekannten Gläubiger ermöglichen, finanzielle Ansprüche gelten zu machen. Durch eine Bekanntmachung des Vereins in Liquidation werden alle Gläubiger informiert. Der § 50 BGB erklärt:

  • „Die Auflösung des Vereins oder die Entziehung der Rechtsfähigkeit ist durch die Liquidatoren öffentlich bekannt zu machen. In der Bekanntmachung sind die Gläubiger zur Anmeldung ihrer Ansprüche aufzufordern.“
  • „Die Bekanntmachung erfolgt durch das in der Satzung für Veröffentlichungen bestimmte Blatt.“

Mit Ablauf des Sperrjahres darf noch vorhandenes Vereinsvermögen bestimmten Vereinsmitgliedern oder juristischen Personen zufallen. Nach Ende der Liquidation und Ablauf des Sperrjahres wird letzten Endes die definitive Auflösung des Vereins im Vereinsregister vollzogen. Geschäftsunterlagen und Nachweise über den Verein sollten trotz der endgültigen Löschung noch für 10 Jahre verwahrt werden. Der Mitgliederversammlung kommt die Verantwortung zu, eindeutig zu regeln, wie und in welcher Weise die wichtigsten Unterlagen über den Verein und seine wirtschaftlichen Verhältnisse archiviert werden.

Zusammenfassung und Fazit

Tritt der 1. Vorsitzende des Vorstands oder das gesamte Vorstandsgremium zurück, stellt dieses Vorgehen eines der einschneidendsten Ereignisse im Vereinsleben dar. In Bezug auf den Amtsverzicht eines Vereinsvorstands eines gemeinnützigen Vereins sind im Bürgerlichen Gesetzbuch keine expliziten Vorgaben oder Regelungen zu finden. Generell hat jedes Mitglied des Vorstands das Recht, seinen Rücktritt zu erklären. Der Gesetzgeber verfügt, dass ein Amtsverzicht zu jeder Zeit persönlich gegenüber einem anderen Vorstandsmitglied kommuniziert werden muss. Die Information kann mündlich erfolgen, wenn in der Satzung des Vereins keine anderweitige Regelung verankert ist.

Besteht der Vereinsvorstand aus einem Mitglied, muss ein Rücktritt gererell der Mitgliederversammlung in einer außerordentlichen Sitzung offenbart werden. Vorstände, die ihr Amt freiwillig zur Verfügung stellen möchten, sollten darauf achten, dass ihr Entschluss nicht zur Unzeit erfolgt. Dies impliziert vor allem, dass es dem Verein möglich sein muss, Nachfolgeregelungen zu implementieren oder Neuwahlen anzusetzen. Entstehen durch einen kurzfristigen Amtsverzicht Probleme oder wird der Verein handlungsunfähig, hat der Verein das Recht, Schadenersatzforderungen gegen den zurückgetretenen Vorstand einzuklagen. Vereine haben unter Anwendung der Grundsätze des BGB ebenso die Möglichkeit, die Wahl eines Vorstandsmitglieds zu widerrufen. Die Hürden für einen Widerruf sind hoch. Dem in Ungnade gefallenen Vorstandsmitglied muss ein Amtsmissbrauch oder eine Unfähigkeit in der Amtsführung nachgewiesen werden.

Ein Verein kann von der Mitgliederversammlung mit einer Mehrheit von 75 % aller stimmberechtigten Mitglieder aufgelöst werden. Die Vereinssatzung kann ein abweichendes Mehrheitsverhältnis vorschreiben. Mit der Entscheidung, den Verein aufzulösen, beginnt die Phase der Liquidation. Hierfür werden vereinsintern Liquidatoren eingesetzt, die eine ähnliche Funktion wie der Vorstand haben. Sie kümmern sich vollumfänglich um die Abwicklung des Vereins. Ihre Tätigkeit schließt ein, die Forderungen und Verbindlichkeiten aufzuschlüsseln. Vorhandener Besitz, wie zum Beispiel Immobilien oder Grundstücke werden von den Liquidatoren meistbietend verkauft. Nach Beendigung und einem Sperrjahr können die verbleibenden Vermögenswerte unter ehemaligen Vereinsmitgliedern aufgeteilt oder anderweitig verwendet werden. Damit endet der Verein aus rechtlicher Hinsicht und gilt als erloschen.

BGB-Vorstandsmitglieder und alle Vereinsmitglieder handeln zielführend, die Vorgaben und gesetzlichen Rahmenbedingungen des Bürgerlichen Gesetzbuches anzuwenden. Zusammen mit der Satzung des Vereins setzen diese Richtlinien den Rahmen für ein sinnvolles, professionelles und verantwortungsvolles Vereinsleben.