Wie lange dauert eine Amtszeit als Vereinsvorstand?

Es gibt keine gesetzlich festgelegte Länge für die Amtszeit des Vereinsvorstands. Entsprechend sollte die Länge der Amtszeit in der Vereinssatzung festgehalten werden. Dabei empfiehlt es sich, die jeweiligen Amtszeiten nicht allzu sehr auszudehnen: Sie schrecken sonst mögliche Vorstände ab, die sich nicht so lange binden möchten, oder führen im Gegensatz dazu, dass einzelne Vorstände sich als ungekrönte Könige empfinden. Eine Wahl alle zwei bis drei Jahre beugt solchen Problemen am besten vor.

Die Länge der Amtszeit wird in der Satzung geregelt

Die Amtszeit beginnt regelmäßig mit der Annahme der Wahl und endet mit Ablauf der in der Satzung festgelegten Amtszeit. Sieht die Satzung beispielsweise vor, dass die Amtszeit drei Jahre beträgt, so ist damit nicht ein Zeitraum von drei Geschäftsjahren gemeint, sondern von drei Jahren ab Annahme der Bestellung. Eigentlich ist das ganz einfach:

  • die Länge der Amtszeit wird in der Satzung festgelegt
  • sie beginnt ab dem Moment, in dem der Vorstand die Wahl annimmt
  • sie endet genau nach Ablauf der festgelegten Zeit automatisch

Diese auf den ersten Blick simple Regelung hat allerdings einen Haken, der schon manchem Verein zum Verhängnis geworden ist.

Wenn plötzlich der Vorstand fehlt

Die in der Satzung festgelegte Amtszeit verlängert sich auch dann nicht von selbst, wenn ein neuer Vorstand oder ein neues Vorstandsmitglied nicht rechtzeitig berufen wird, sofern die Satzung dies nicht ausdrücklich vorsieht. Und einem handlungsunfähigen Verein sind in vielerlei Hinsicht die Hände gebunden, da er keinen rechtlichen Vertreter hat. Es empfiehlt sich deshalb, in der Satzung deutlich zu regeln, dass ein Vorstandsmitglied über seine Amtszeit hinaus bis zur Wahl eines Nachfolgers im Amt bleibt. Dadurch wird verhindert, dass der Verein handlungsunfähig wird, weil die Amtszeit eines Vorstandsmitglieds abgelaufen ist und sich kein Nachfolger findet.

Absicherung durch die passende Regelung

Dieses Beispiel zeigt, weshalb diese Regelung sinnvoll ist: Im Verein Musterhausen e. V. möchte der erste Vorsitzende nicht mehr kandidieren. Ein Nachfolger wird allerdings nicht gleich gefunden. Mit dem Einverständnis des bisherigen Vorsitzenden beschließt die Mitgliederversammlung, keine sofortige Wahl durchzuführen, sondern sie erst in der nächsten Mitgliederversammlung nachzuholen. Damit ist Zeit gewonnen, denn der erste Vorsitzende bleibt im Amt und der Verein somit handlungsfähig. Sollte sich auch beim nächsten Termin kein Nachfolger finden, muss der erste Vorsitzende allerdings dann seinen Rücktritt erklären, falls er über die ursprüngliche „Nachfrist“ hinaus das Amt nicht weiter ausüben möchte.

Eine entsprechende Satzungsregelung, die eine Zeit ohne Vorstand den Gesetzen nach verhindert, könnte zum Beispiel so aussehen:

„Die Amtszeit beträgt zwei Jahre. Die Wiederwahl ist zulässig. Die jeweils amtierenden Vorstandsmitglieder bleiben nach Ablauf ihrer Amtszeit im Amt, bis Nachfolger gewählt worden sind.“

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