Fördermittel für Vereine – was Sie wissen müssen

AKTUELL: Fördermittel in der Corona-Krise: Vereine stehen aktuell vor großen Herausforderungen, da das Vereinsleben durch das Corona-Virus quasi stillsteht. Es können keine Mitgliederversammlungen oder Wahlen stattfinden, vielen Vereinen brechen die Einnahmen weg. Doch einige private Hilfsprogramme wurden bereits aufgelegt.

 

„We Kick Corona“
Hunderte Profisportler haben gemeinsam „We Kick Corona“ ins Leben gerufen, um karitativen Einrichtungen zu helfen. Mehr als 3,7 Millionen Euro sind bereits zusammengekommen. Prüfen Sie jetzt, ob Ihr Verein für eine Soforthilfe in Frage kommt.

 

Aktion Mensch – „Hilfe kennt keinen Shutdown“

20 Millionen Euro wurden unter obigem Motto zusätzlich für Aktion Mensch aufgelegt, um bedrohten Einrichtungen schnell und unbürokratisch zu helfen. Vor allem, wenn Sie im Themenbereich Inklusion tätig sind, sollten Sie hier prüfen, ob Sie für die Antragsstellung in Frage kommen.

 

NRW: Hilfe für Sportvereine

Das Land NRW hat 13 Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt, um Sportvereine in der Corona-Krise unter die Arme zu greifen. Direkt zum Förderportal. Achtung: Eine Antragsstellung ist nur bis 15. Mai 2020 möglich.

 

Rheinland-Pfalz: Schutzschild für Vereine in Not

Bis zu 12.000€ können an gemeinnützige Vereine in Not ausgezahlt werden. Der Schutzschild ist 10 Millionen Euro stark. Alle Infos zur Antragsstellung gibt es hier.

 

Thüringen: Corona-Soforthilfe für gemeinnützige Vereine und Einrichtungen

Auch in Thüringen können Vereine auf schnelle Hilfe hoffen. Die Höhe der Soforthilfe ist dabei nach Größe des Vereins gestaffelt. Bis zu 9.000€ sind mindestens möglich. Zur Antragsstellung geht es hier.

 

Land Hessen: Soforthilfe für gemeinnützige Vereine

Alle gemeinnützigen Vereine in Hessen können Soforthilfe beim Land beantragen, um laufende Kosten z.B. für Miete weiter bezahlen zu können. Bis zu 10.000€ werden auf Antrag gewährt. Alle Infos gibt es hier.

    Fördermittel können dafür sorgen, dass Vereinsarbeit langfristig funktioniert und bestimmte Projekte umgesetzt werden können. Voraussetzung dafür ist allerdings die Gemeinnützigkeit des Vereins.

    Was tun Fördermittel – und was tun sie nicht? 

    Wichtig: Das Grundprinzip sollte immer sein, dass sich jeder Verein zunächst einmal durch seine eigenen Einnahmen finanzieren kann. Meist sind das die Mitgliedsbeiträge. Erst dann sollte er für zusätzliche Einnahmen auf Spenden, Fördermittel, Sponsoring usw. spekulieren. Andernfalls kann das sehr schnell zur Zahlungsunfähigkeit führen, wenn Geldgeber wieder abspringen.

    Doch Mitgliedsbeiträge reichen oft nicht aus, um besondere Projekte zu fördern oder Veranstaltungen durchzuführen. Daher sind viele Vereine, die sich sozial engagieren, auf Fördergelder angewiesen.

    Wie Fördermittel für Vereine beantragt werden und was Sie sonst noch darüber wissen müssen, erfahren Sie in diesem Artikel.

    Welche Vereine dürfen Fördermittel beantragen?

    Grundsätzlich ist es allen gemeinnützigen Organisationen und Vereinen erlaubt, Fördergelder zu beantragen.

    Insbesondere Vereine aus den Bereichen Sport, Umwelt, Jugendförderung, Kultur, Bildung und Soziales kommen dafür in Frage, doch selbst dem Kaninchenzüchter-Verein kann es möglich sein, Fördermittel zu erhalten.

    Welche Arten der Förderung für Vereine gibt es?

    Im Prinzip kann man zwei Arten von Förderungen unterscheiden, die für Vereine in Frage kommen.

    • Dauerhafte Förderung

    Dadurch beziehen Vereine verlässlich und langfristig Fördermittel, die wichtige Arbeit in Sachen Jugendarbeit, Gleichstellung und Integration leisten und meist feste Arbeitnehmer beschäftigen.

    • Projektförderung

    Hier fließen Fördergelder an Vereine und Organisationen, die bestimmte Projekte verfolgen und umsetzen möchten. Diese Projekte sind meistens zeitlich begrenzt und müssen dann wieder von neuem beantragt werden.

    Wo kann man Fördergelder beantragen? 

    Empfehlenswert ist es immer, sich zunächst nach Geldgebern aus dem näheren Umfeld, also aus Ihrer Region umzusehen. Ihre örtliche Stadt- oder Gemeindeverwaltung bzw. der Landkreis, in dem Ihr Verein ansässig ist, können hier zum Beispiel die ersten Ansprechpartner sein, wenn es um Fördergelder für den Verein geht.

    Je nach inhaltlichem Schwerpunkt des Vereins gibt es weitere Anlaufstellen für Fördermittel:

    • Bundesverband Deutscher Stiftungen
    • Ministerien
    • Landessportbund
    • Umweltbundesamt
    • Stiftungen
    • Unternehmen
    • Förderdatenbanken
    • Banken
    • Landeslotterien
    • Medienfonds (Aktion Mensch, Sternstunden)

    Es gibt außerdem die Möglichkeit, sich mit seinem Verein auch an Privatpersonen zu wenden, die dafür bekannt sind, sich finanziell an bestimmten Projekten oder allgemein an Vereinsarbeit zu beteiligen bzw. diese zu fördern. Selbst politischen Parteien ist es möglich, Vereine zu unterstützen. Allerdings ist es ihnen nicht erlaubt, Geld zu spenden.

    Beim Thema Fördermittel für Vereine sollten Sie zudem gut darüber informiert sein, was Ihr Verein an Fördermitteln annehmen darf und von wem. Hier kann es je nach Stadt oder Gemeinde gravierende Unterschiede geben. Aufschluss darüber geben die Vereinsförderungsrichtlinien, die bei jeder Stadtverwaltung eingesehen werden können.

    Wie gehe ich die Antragstellung richtig an?

    Zunächst sollten Sie die Förderrichtlinien der Institution kennen, bei der Sie eine Förderung beantragen möchten.

    Gehen Sie am besten in zwei Schritten vor:

    1. Die Förderpraktiken sind in jedem Bundesland, jeder Kommune und Gemeinde anders – informieren Sie sich also, was bei Ihnen vor Ort gilt
    2. Dann können Sie sondieren, welche Fördermöglichkeiten es für Ihren Typ Verein überhaupt gibt – für Sportvereine ist das z.B. ganz anders als für einen Musikverein.

    So können Sie prüfen, ob Ihr Vorhaben überhaupt für eine Förderung in Betracht kommt und dann mögliche Geldgeber und deren Förderbedingungen zusammenstellen.

    Wer denkt, Anträge auf Fördermittel können à la Serienbrief verschickt werden, sollte schnell umdenken. Ratsam ist es in jedem Fall, den Antrag auf den jeweiligen Förderer genau anzupassen. Eben genauso, wie Sie es mit einer Bewerbung machen würden.

    Beginnen Sie Ihr Vorhaben, Fördermittel für den Verein zu beantragen, so früh wie möglich. Sie sollten sicherstellen, dass bis zu Beginn des Projekts noch ausreichend Zeit für die Genehmigung der Gelder bleibt.

    Extra-Tipp:

    Vitamin B nicht unterschätzen. Lernen Sie die Entscheidungsträger in den Verwaltungen am besten persönlich kennen. Vereinbaren Sie einen Termin und besprechen Sie gemeinsam Ihr Vorhaben. Das rückt Erwartungen zurecht und Sie können Ihre Förderchancen viel realistischer einschätzen, als wenn Sie “einfach so” einen Antrag einreichen, der oft erst Monate später beschieden wird.

    Checkliste + Tipps für Vereine

    © Helloquence / Unsplash

    Checkliste für die Antragsstellung

    Wenn Sie sich auf den Weg zum ersten Gespräch machen, sollten Sie folgende Punkte gut durchdacht haben.

    Beispiel: Checkliste Förderantrag für einen Sportverein 

    • Ziel Ihres Projekts und eine Erklärung, inwiefern es gemeinnützige Zwecke erfüllt
      • Ein Fußballverein möchte einen zweites Spielfeld bauen, da die einzelnen Gruppen des Vereins durch starken Zuzug überfüllt sind und der Sport im Dorf weiter gefördert werden soll
    • Dauer des Projekts
      • Der Bau des Spielfelds soll innerhalb eines Jahres nach Förderungsbeginn erfolgen
    • Finanzierungsplan mit Posten, wie Sie die Fördermittel zweckgebunden ausgeben wollen
      • Tabelle mit Kostenvoranschlägen und der allgemeinen Kalkulation

    Das Förderkonzept 

    Wenn Sie bereits wissen, wo genau Sie Fördermittel für Ihren Verein beantragen möchten, sollten Sie sich eingehend mit Ihrem Konzept beschäftigen. Denn oft scheitert die Fördermittel-Beantragung genau hier.

    Sofern es von den Geldgebern keine vorgefertigten Antragsformulare gibt, sollte Sie für Ihren Verein eine sogenannte Konzeptmappe erstellen, die Sie z.B. potentiellen Sponsoren überreichen können.

    Die Konkretisierung Ihres Vorhabens, Ihres Projekts oder Ihrer Organisation sollte dabei so präzise wie möglich sein, damit die Entscheidungsträger es im Zweifel so leicht wie möglich haben. Gerade in öffentlichen Einrichtungen sind Fördertöpfe knapp und das Personal rar – das sollten Sie immer bedenken.

    Generell gilt: Stiftungen, Unternehmen oder andere Institutionen, die Fördergelder für den Verein zur Verfügung stellen, haben gerne eine gute Planung vorliegen, wenn es um die Geldvergabe geht.

    Eigenbeteiligung als Voraussetzung für Vereine

    Geldgeber und Förderer setzen immer eine Eigenbeteiligung für geplante Vereinsprojekte voraus.

    Wichtig: Die Hauptlast bei öffentlichen Förderungen trägt fast immer der Verein und die Förderung deckt lediglich einen kleinen Teil der Kosten. Das nennt man Fehlbetragsfinanzierung.

    Keine Förderstelle finanziert oder fördert ein Projekt oder Vorhaben zu 100 Prozent. Darüber müssen Sie sich als Antragsteller im Klaren sein.

    Die Eigenbeteiligung von Vereinen können Sie entweder durch Mitgliedsbeiträge, freiwillige Spenden oder Sponsoring abdecken.

    Was ist Sponsoring für Vereine?

    Eine vergleichsweise unkomplizierte Art der Beschaffung von Fördergeldern ist Sponsoring. Diese Bezuschussung kommt jedoch nicht für alle Vereine in Betracht. Sponsoring kennt man bereits aus dem Fußball oder anderen Sportarten. Die beteiligten Sponsoren sind dann oft auf den Trikots der jeweiligen Mannschaften zu sehen, die für ihre investierten Fördergelder wiederum eine Leistung in Form von Werbung erhalten. Und genau so funktioniert Sponsoring.

    Geschenkt kriegen Sie jedoch nichts: Es wird von den Vereinen, die gesponsert werden, immer eine gewisse Gegenleistung erwartet, die vorher vertraglich festgelegt wird – genau wie die Summen an Fördergeldern, um die es dabei geht.

    Beim Sponsoring werden also im Grunde Werbeverträge abgeschlossen. Bei Sportvereinen ist meist klar, wie der Hase läuft: Der Sponsor platziert sein Logo auf den Trikots oder am Spielfeld.

    Je sensibler aber Ihr Vereinszweck ist, desto weniger eignet sich Sponsoring. Gerade bei zwischenmenschlichen Themen wird Einflussnahme von Unternehmen gerne kritisch gesehen.

    Beim Abschluss eines Sponsoren-Vertrags sollte der Verein die Vertragsbedingungen daher immer eingehend prüfen und darüber nachdenken, ob diese mit dem Vereinskodex vereinbar sind.

    Ansonsten ist Sponsoring für viele Künstler, Sportler, soziale Einrichtungen und Vereine eine tolle Möglichkeit, bestimmte Ideen und Projekte umzusetzen, die ohne Sponsorenvertrag gar nicht erst denkbar wären.

    So finden Sie Geldgeber

    © Tim Marshall / Unsplash

    Was ist Fundraising für Vereine?

    Fundraising ist ein Begriff aus dem Marketing und meint generell die Beschaffung von Mitteln durch Organisationen wie Vereine. Mit „Mitteln“ ist hier allerdings nicht nur Geld gemeint, auch Sachspenden oder Dienstleistungen können so beschafft werden.

    Viele Fundraising-Kampagnen laufen heute über das Internet. Auf Plattformen wie Startnext oder Betterplace können Sie Ihr Projekt vorstellen und um Fördergelder bitten. Je nachdem, wie effektiv Sie Ihr Vorhaben im Netz über soziale Medien verbreiten, kommen Geld oder Sachspenden von spendenwilligen Privatpersonen oder Firmen zustande.

    Hier gilt: Je konkreter und besser darstellbar ein Projekt ist, desto größer die Chancen für erfolgreiches Fundraising.

    Diese Art der Förderung läuft komplett unabhängig von Institutionen oder Unternehmen und ist daher eine tolle Möglichkeit, wenn die klassischen Förderwege für Ihren Verein nicht in Frage kommen oder Sie eine Förderfrist verpasst haben und trotzdem aktiv werden wollen.

    Fundraising ist wie gesagt eine Marketingstrategie, um Geldgeber und andere Förderer für Vereine und Institutionen an Land zu ziehen. Es gibt sogar professionelle Fundraiser, die für diese speziellen Aufgaben engagiert werden können.

    Dieses Video erklärt Ihnen auch noch einmal, worum es beim Fundraising geht.


    Fördermittel für den Verein aus dem EU-Topf

    Woher die jeweiligen Fördermittel für den Verein stammen, kommt in erster Linie immer auf das genaue Vorhaben an. Je nützlicher es für die gesamte Gesellschaft ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass auch öffentliche Gelder fließen. Und in diesem Fall kann es sich dabei unter Umständen sogar um EU-Fördermittel handeln.

    Und auch hier gilt: nur neue Projekte (die auch für Europa von Vorteil sind) werden gefördert. Das können besonders innovative Maßnahmen sein, aber ebenso Aus- und Weiterbildungen. Machen Sie sich dazu am besten im Internet schlau und besprechen Sie intern, ob Sie den Weg der EU-Förderung gehen wollen. Denn meist ist dieser mit komplizierten bürokratischen Hürden verbunden.

    Doch wenn es Ihnen am Ende gelingt, kann sich Ihr Verein immerhin damit rühmen, von der Europäischen Union gefördert zu werden. Ein sehr gutes Argument für alle zukünftigen Förder-Bemühungen.

    Wie hoch sind Fördergelder für Vereine?

    Die Antwort auf die Frage ist fast ebenso vielfältig wie die Förderzwecke selbst. Auch hier heißt es: es kommt darauf an. Im Bereich der projektbezogenen Förderungsmöglichkeiten können die Mittel ganz unterschiedlich ausfallen.

    • Vollfinanzierung: Hier werden alle Kosten abgedeckt
    • Festbetragsfinanzierung: Hier kann der Verein selbst entscheiden, wofür er das Geld einsetzt
    • Anteilsfinanzierung: Hier wird vom Geldgeber festgelegt, zu welchem Prozentsatz er sich an den Kosten beteiligt
    • Fehlbedarfsfinanzierung: Sie steht für Lücken in der Finanzierung von Vereinsvorhaben, die durch entsprechende Fördergelder abgedeckt werden.

    Bei diesen ganzen Varianten ist es für Sie umso wichtiger, systematisch vorzugehen. Fragen Sie zunächst bei Ihrem Verband nach. Dort werden Ihnen alle wichtigen Adressen genannt. Schritt für Schritt tasten Sie sich dann zu den richtigen Ansprechpartnern vor, die die passenden Fördermittel für Ihren Verein verwalten.

     

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