Spenden

  • This topic has 3 Antworten, 2 Teilnehmer, and was last updated vor 7 Monate, 2 Wochen by  hbaumann.
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  • Kein Profilbild vorhanden Butzi

    Hallo zusammen,
    ich hätte eine Frage bzgl. Spenden.
    Es ist in unserem Verein so, dass der 1.Vorstand Getränke für Mitglieder und Gäste bei Wettkämpfen bestellt und liefern lässt, die dann im Vereinsheim verkauft werden. Diese Getränke werden geliefert. Nun ist es so, dass der 1.Vorstand, sagen wir mal, die Hälfte der Getränkekästen für sich privat nimmt. Er nimmt sich also die Kästen mit nach Hause. Die komplette Getränkelieferung kostet, sagen wir mal 500€ und läuft über den Verein. Da er sich die Hälfte genommen hat, SPENDET er nun 250€ (Bezeichnung auf dem Konto „Spende“) und schreibt sich auch gleichzeitig SELBST eine Spendenquittung aus.
    Sehe ich das nur so pingelig oder habe ich Recht, dass es ja eigentlich Betrug ist ? Er spielt das herunter und fühlt sich im Recht. Aber die Kasse ist ja in dem Fall doch gefälscht, weil ich die 500€ Ausgaben für Getränke habe, und die Einnahmen für die Getränke aus dem Verkauf ja wieder mind. 500€ einbringen müssten, was aber ja nicht geht, weil die Hälfte der Getränke ja fehlt. Die 250€ Spenden laufen ja nicht als „Einnahme“ sondern als „Spende“.
    Kann ja sein, dass ich da jetzt komplett falsch liege, darum frage ich jetzt einfach mal euch.
    Vielen Dank schon mal !

    hbaumann hbaumann

    Ihre Bedenken sind völlig berechtigt. Nicht nur, dass ein Teil der Einnahmen fehlt und damit dem Finanzamt möglicherweise Umsatzsteuer verloren geht (sofern der Verein umsatzsteuerpflichtig ist), nein, es kommt noch viel schlimmer; das, was der Vorsitzende „bezahlt“ ist keine Spende. Immerhin erhält er ja dafür eine Gegenleistung in Form der Getränke.
    Er schädigt also nicht nur den Verein, sondern auch das Finanzamt. Das Finanzamt könnte ihm Steuerbetrug unterstellen, denn mit der Spendenbescheinigung, die er sich zu unrecht selbst ausstellt, mindert er seine eigene Steuerlast, die dem Finanzamt dann entgeht und der Verein andererseits gerät in die Spendenhaftung, denn letztendlich hat ja dennoch der Verein die Spendenbescheinigung ausgestellt.

    Der Restvorstand sollte ihn schriftlich auffordern (und sich das von ihm gegenzeichnen lassen), dass er das ab sofort zu unterlassen hat. In diesem
    Schreiben sollte er auch darauf hingewiesen werden, dass eventuelle Steuernachzahlungen aufgrund einer Betriebsprüfung voll zu seinen Lasten gehen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Finanzamt über diese Praxis „stolpert“.

    Sollte der Vorsitzende allerdings uneinsichtig sein, dann könnte der Verein auch aus Selbstschutz eine Anzeige beim Finanzamt erstatten.

    H. Baumann

    Kein Profilbild vorhanden Butzi

    Vielen Dank für die Antwort! Es ist dann wohl genauso, wie ich vermutet hab.
    Das, mit den Getränken, ist ja nur ein Beispiel. Selbst das passiert ja mind. 2-3 mal im Jahr.
    Das Problem ist, dass sich der 2. Vorstand auf seine Seite stellt. Mir, als Kassier, wird nur gesagt, das geht mich nichts an, weil nur der 1. und 2. Vorstand „haften“ und das alles so schön seine Richtigkeit hat.
    Ein anderes Beispiel, es wurden 4 Geräte über den Verein gekauft. Das war allerdings vor meiner Zeit. Diese 4 Geräte wurden von Mitgliedern ausgesucht und diese 4 Mitglieder haben jeweils Beträge „gespendet“. Also mit Spendenquittung vom 1.Vorstand.
    Die Rechnung läuft auf den Verein. Rein theoretisch gehören ja diese Geräte doch jetzt den Verein, oder? Auch hier ist er uneinsichtig, da eben 1 Gerät von einem Mitglied (seiner Mutter!!)„auf Raten“ „gespendet“ wurde. Die letzte Rate ging dann nach eindringlicher Rückfrage dann endlich ein.
    Ich soll jetzt rausgemobbt werden, weil ich meine Meinung sage und diese Mauschelei nicht unterstütze.
    Ich könnte noch so einiges aufzählen…🙈

    hbaumann hbaumann

    Wenn Sie als Kassenwart zum Vorstand nach § 26 BGB gehören, dann sind auch Sie in der Haftung, da der Vorstand gesamtschuldnerisch haftet. Da der 1. und 2. Vorsitzende offensichtlich nicht einsichtig sind, sollten Sie überlegen, ob Sie Ihr Amt niederlegen. Das Risiko ist zu groß, dass es mal einen großen Knall gibt.

    H. Baumann

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