Vergütungsspende

  • This topic has 5 Antworten, 3 Teilnehmer, and was last updated vor 1 Monat, 3 Wochen by  Lutzi.
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  • Kein Profilbild vorhanden bueschkes

    Hallo,
    unser Verein hat das Glück eine Privatperson zu kennen, die nicht nur die Vereinshomepage erstellt hat, sondern sie auch regelmäßig pflegt und Beiträge einstellt. Darüber hinaus erstellt sie für uns alle Druckdateien, z. B. für Broschüren, Flyer etc. Das macht sie in ihrer Freizeit und bringt dafür viel Zeit auf. Unsere Buchhalterin ist der Meinung, dass die angefallene Arbeitszeit eine Form der Vergütungsspende ist und dafür eine entsprechende Spendenbescheinigung ausgestellt werden darf. Das haben wir dann auch getan. Unsere fleißige Helferin hat dann die Spendenbescheinigung beim Steuerberater für die Einkommenssteuererklärung abgegeben, Dieser ist der Meinung, dass die Arbeitsleistung nicht absetzbar ist. So recht wollen wir das nicht glauben. Kann uns jemand weiterhelfen? (siehe https://www.lohnsteuer-kompakt.de/fag/2018/2545/was_sind_verguetungsspenden) Gruß Christine

    Kein Profilbild vorhanden Rosa

    Gibt es zwischen Verein und der Person eine schriftliche Vereinbarung vor der Arbeitsaufnahme? Wenn dies so ist und der Spender darauf verzichtet hat, könnt ihr so verfahren wie der Link es aussagt.

    Kein Profilbild vorhanden bueschkes

    Hallo Rosa,
    vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Wir haben hier beispielsweise folgendes Schreiben von der Person vorliegen:
    „Sehr geehrte Frau Vereinsvorsitzende…,
    Sie sind am 08.01.2019 persönlich mit der Bitte an mich herangetreten, für das Magazin Pola eine Druckdatei für Ihren Verein zu erstellen. Dabei sind wir übereingekommen, dass der dafür notwendige Zeitaufwand zwei Arbeitsstunden umfassen würde und ortsüblich mit einem Stundensatz von 50 Euro zu vergüten wäre.
    Auf die Auszahlung meiner Vergütung verzichte ich und bitte Sie, mir für meine Leistung eine Spendenbescheinigung als Aufwandsspende in Höhe von 100 Euro auszustellen, damit ich diese als Privatperson und als Nichtmitglied Ihres Vereins entsprechend beim Finanzamt einreichen kann.“ (Auszug)
    Wäre das so in Ordnung? Damals dachten wir noch, dass es sich um eine Aufwandsspende handelt. Mittlerweile glauben wir zu wissen, dass es richtigerweise Vergütungsspende heißen müsste.
    Danke und Gruß

    Kein Profilbild vorhanden Rosa

    „Auf die Auszahlung meiner Vergütung verzichte ich“

    Auf die Auszahlung meiner Vergütung verzichte t e ich und verzichte weiterhin. Ich bitte Sie mir eine Spendenbescheinigung als Vergütungsspsende ….

    Es ist hier die Vergangenheit und Zukunft. Wenn die Person weiterhin für euch tätig ist, habt ihr jedes Jahr die Möglichkeit eine solche Spendenbescheinigung auszustellen.

    Kein Profilbild vorhanden bueschkes

    Vielen Dank für die hilfreiche Antwort. Ich habe dazu noch eine letzte Frage, hinsichtlich des richtigen Spendenformulars, die man ja im Formularcenter des Bundesfinanzministeriums auf der Seite http://www.formulare-bfinv.de/ über den Pfad: Formularcenter/Steuerformulare/Gemeinnützigkeit/ findet. Nimmt man das Formular „015 Sachspenden“ oder „010 Geldzuwendungen“, wo wohl noch die zusätzliche Formulierung „Es handelt sich um den Verzicht auf die Erstattung von Aufwendungen.“aufgenommen werden muss.

    Kein Profilbild vorhanden Lutzi

    Hallo Bueschkes,

    das ist wirklich eine sehr praxisrelevante Frage, die leider von einem unwilligen oder uninformierten Steuerberater verursacht wurde.

    Denn: Vergütungsspenden gibt es schon immer und diese werden auch beim Vorliegen der entsprechenden Formalien stets vom Finanzamt anerkannt.

    Meine Tipps dazu:

    1. Den Steuerberater wechseln, den nur sagen „geht nicht“ reicht nicht, er muss dann sagen wie es anders geht.

    2. Es reicht hier keine einseitige Erklärung der leistenden Person, sondern einer 2-seitigen Vereinsbarung eines Dienstvertrags für die Leistung mit genauer Beschreibung was, wann, wo, bis wann für welche Vergütung in € pro Stunde geleistet werden soll, dazu muss dann die leistende Person auch eine genaue Leistugsaufstellung mit Tag, konkreten Leistungszeiten „von-bis“ und der jeweils dabei erbrachten Leistung genau erstellen.

    3. Die Vergütungshöhe muss ortsüblich und angemessen sein und sich an aktuellen Marktkonditionen dazu orientieren.

    4.. Dazu gibt es dann nach der festehenden und beendeten Leistung eine gesonderte schriftliche Verzichtserklärung, die der Verein in Form einer kurzen gemeinsamen schriftlichen Vereinbarung annimmt und die Vergütungsspende dann ausfertigt.

    Dann findet auch kein Steuerberater oder Finanzamt dazu noch ein Ablehnungsgrund.

    Toll, das Ihr so engagierte Vereins-Mitstreiter habt!

    Weitere wichtige Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Vereins-Führung findet Ihr auch stets auf meinem Portal „mein-erfolgreicher-Verein.de, jetzt auch mit einem Gratis-Vereins-Webinar.

    Beste Vereinsgrüße aus Berlin,

    Lutz Bernard, Ass. jur.
    Autor und Vereins-Experte
    https://mein-erfolgreicher-verein.de/webinar-1

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