Zweckbetrieb

Wenn Sie Ihre gemeinnützigen Ziele auch wirtschaftlich verfolgen

Ein Zweckbetrieb ist der Teil Ihrer Vereinsaktivitäten, der Einnahmen erwirtschaftet und zu den gemeinnützigen Satzungsaktivitäten zwingend dazugehört. Ein Zweckbetrieb darf gewerblichen Unternehmen keine direkte Konkurrenz machen und auch nicht auf Dauer ein deutliches Übergewicht in den Tätigkeiten oder Einnahmen Ihres Vereins ausmachen.

Ist Ihr Verein erst als gemeinnützig anerkannt, kann er sich generell über mehrere Steuerbonbons freuen. Eines davon: Für Umsätze im sogenannten Zweckbetrieb gilt bei umsatzsteuerpflichtigen Vereinen grundsätzlich nur der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent. Doch der Fiskus schaut sehr genau hin!

Das musste im vergangenen Jahr ein Verein erfahren, der ein Integrationsprojekt initiiert hatte. Im Rahmen dieses Projekts sollte eigens eingestellter schwerbehinderter Mitarbeiter für eine Versicherungsgesellschaft Daten digitalisieren. Diese Tätigkeit aber lag außerhalb des Satzungszweckes und wurde deshalb vom Fiskus als voll umsatzsteuerpflichtig eingestuft (Bundesfinanzhof, Az. V R 11/14).

So bleiben Sie auf der sicheren Seite
Immer wenn sich Ihr Verein wirtschaftlich betätigt, schaut der Fiskus genau hin und prüft: Findet diese wirtschaftliche Aktivität zur Erfüllung des Satzungszwecks statt – oder rein in Konkurrenz zu „normalen“ Wirtschaftsbetrieben? Nur wenn die Erfüllung des Satzungszwecks im Vordergrund steht, handelt es sich um einen Zweckbetrieb.

Die Voraussetzungen für einen steuerbegünstigten Zweckbetrieb

  • Die wirtschaftliche Betätigung des Vereins dient der unmittelbaren Verwirklichung der gemeinnützigen Satzungszwecke.
  • Die wirtschaftliche Betätigung ist für die Verwirklichung des Zwecks unentbehrlich.
  • Zusätzlich tritt der Verein nicht mehr als unbedingt notwendig in Wettbewerb zu anderen nicht begünstigten Steuerpflichtigen (der Wettbewerb ist dann schädlich, wenn ein Unternehmer oder ein Unternehmen die gleichen Leistungen bedarfsdeckend anbietet und dafür Steuern zahlen muss).

Beispiel: Der Verkauf von Ausstellungskatalogen durch einen Kunstverein oder der Musikunterricht, der von einer gemeinnützigen Musikschule entgeltlich erteilt wird, stellt einen steuerfreien Zweckbetrieb dar.

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Tipp:
Bei der Frage, ob bestimmte wirtschaftliche Aktivitäten Ihres Vereins als Zweckbetrieb zu betrachten sind, können Sie sich an der folgenden Tabelle orientieren. Dann sind Sie auf der sicheren Seite!

Von A bis Z: Was das Finanzamt als Zweckbetrieb einstuft

Einnahmen/Ausgaben durchErläuterungen
Ablösesumme
Altenheim
Aufwandsersatz für SportlerEinem Sportler des eigenen Vereins können seine tatsächlichen Ausgaben ersetzt werden, und zwar pauschal maximal 400 Euro pro Monat im Schnitt.
„Fremden“ Sportlern dürfen Sie nicht mehr als die Kosten der Veranstaltung ersetzen.
Bildungsveranstaltungen
Eintrittsgelder für SportveranstaltungenBeachten Sie die Sonderreglungen für Sportveranstaltungen (Zweckbetriebsgrenze und Profizuordnung).
Formularverkauf eines Verbands
Jugendherbergen
Kindergärten
Kostenersatz für ausgebildete SportlerSiehe Aufwandsersatz
KrankenhäuserMit Einschränkungen
Kunstausstellungen
LotterienNur genehmigte
Mahlzeitendienste
Meldegebühren
Museum
Pflegeheim
ReisenNur wenn die Reisen ausschließlich oder im Wesentlichen den Satzungszweck erfüllen. Kein Zweckbetrieb sind Reisen, bei denen die Erholung der Teilnehmer im Vordergrund steht.
Reisen zu Wettkämpfen und Training
Sportkurse und -unterricht gegen Entgelt
Startgelder
Studentenheime
Teilnehmergebühren
Theater
TombolasNur genehmigte
Verkauf von

Festschriften (z. B. Programmhefte, Jubiläumsschriften)
Festabzeichen
Abzeichen (z. B. Leistungsabzeichen)
Vermietung (kurzfristig) vereinseigener Sportstätten an Mitglieder
Volkshochschulen
Werkstätten für behinderte Menschen

 

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