Freibeträge und Gemeinnützigkeit 2026: Ein Überblick für Vereine
Auch im Jahr 2026 gelten für Vereine bewährte steuerliche Vorteile und Regelungen zur Gemeinnützigkeit. Von Freibeträgen für Übungsleiter und Ehrenamtliche bis hin zu Erleichterungen bei Spenden und Mittelweitergaben – Vereine profitieren weiterhin von stabilen Rahmenbedingungen. Doch welche wichtigen Punkte sollten Verantwortliche kennen, um steuerliche Vorteile optimal zu nutzen und mögliche Stolperfallen zu vermeiden?
Freibeträge und Steuerregelungen für Vereine 2026
Ab 2026 gelten für Übungsleiter und Ehrenamtliche neue Freibeträge, ebenso bleibt die Umsatzgrenze für steuerfreie Vereinstätigkeiten unverändert.
- Übungsleiterfreibetrag: 3.300 Euro/Jahr (statt 3.000 Euro im Vorjahr)
- Ehrenamtspauschale: 960 Euro/Jahr (statt 840 Euro im Vorjahr)
Diese Freibeträge können in der Steuererklärung für 2026 steuerlich geltend gemacht werden.
Die Steuerpflicht für Vereine bleibt allerdings unverändert: Die Umsatzgrenze zur Steuerfreiheit im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb beträgt weiterhin 45.000 Euro.
Gemeinnützigkeit im Verein: Änderungen 2026 im Überblick
Ab 2026 bleiben viele Regelungen zur Gemeinnützigkeit bestehen, einige Anpassungen aus dem Jahressteuergesetz haben jedoch weiterhin Einfluss auf die Vereinsarbeit.
Das Finanzamt prüft bei der Anerkennung der Gemeinnützigkeit nicht mehr nur die Vereinssatzung, sondern auch die tatsächliche Geschäftsführung. Verstöße gegen die satzungsmäßigen Voraussetzungen können zur Aberkennung führen.
Der Gemeinnützigkeitskatalog wurde in den letzten Jahren erweitert und umfasst weiterhin:
- Förderung der Hilfe für Menschen, die aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität oder Orientierung diskriminiert werden (§ 52 Abs. 2 Satz 1 Nr. 10 AO).
- Klimaschutzförderung als gemeinnützigen Zweck (§ 52 Abs. 2 Satz 1 Nr. 8 AO).
- Ortsverschönerung als förderungswürdiges Ziel (§ 52 Abs. 2 Satz 1 Nr. 22 AO).
- Freifunk-Initiativen, die nun ebenfalls unter die Gemeinnützigkeit fallen (§ 52 Abs. 2 Satz 1 Nr. 23 AO).
- Unterhaltung und Pflege von Friedhöfen sowie Gedenkstätten für nichtbestattungspflichtige Kinder und Föten, die als gemeinnützig anerkannt wurden (§ 52 Abs. 2 Satz 1 Nr. 26 AO).
Auch für die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) bleibt eine wichtige Änderung bestehen: Kooperationen mit anderen gemeinnützigen Vereinen führen nicht mehr automatisch zur Gründung einer GbR.
Zweckbetriebe: Regelungen im Überblick
Seit den vergangenen Änderungen im Gemeinnützigkeitsrecht gelten bestimmte Einrichtungen weiterhin als Zweckbetriebe, wenn sie spezifische soziale Aufgaben erfüllen.
Als Zweckbetrieb werden Einrichtungen eingestuft, die sich um Versorgung, Verpflegung und Betreuung von Flüchtlingen kümmern (§ 68 Nr. 1 c AO). Dabei sind die Voraussetzungen gemäß § 66 Abs. 2 AO zu beachten.
Darüber hinaus gelten auch Einrichtungen zur Fürsorge für psychische und seelische Erkrankungen oder Behinderungen (§ 68 Nr. 4 AO) weiterhin in erweitertem Umfang als Zweckbetrieb.
Diese Regelungen bleiben 2025 unverändert bestehen und ermöglichen betroffenen Einrichtungen steuerliche Vorteile, sofern sie die gesetzlichen Vorgaben erfüllen.
Neue Regelungen für Spenden und Mittelweitergaben
Die seit einigen Jahren geltenden Erleichterungen für Spenden und Mittelweitergaben zwischen gemeinnützigen Vereinen bleiben auch 2026 bestehen.
Die Weitergabe von Vereinsmitteln an andere gemeinnützige Organisationen ist weiterhin zulässig, selbst wenn diese abweichende Satzungszwecke verfolgen. Zudem gibt es keine Begrenzung mehr für die Höhe der Mittelweitergabe zwischen gemeinnützigen Organisationen.
Der Vertrauensschutz nach § 58a AO bleibt ebenfalls bestehen: Wenn der empfangende Verein seine Gemeinnützigkeit beispielsweise durch einen Steuerbescheid nachweist, kann der spendende Verein darauf vertrauen. Sollte die Gemeinnützigkeit des Empfängers später entfallen, hat dies keine negativen Auswirkungen auf den Mittelgeber. Diese Regelung gilt nicht nur für finanzielle Mittel, sondern auch für die unentgeltliche Überlassung von Personal oder Räumen.
Wichtig bleibt: Ein schriftlicher Nachweis der Gemeinnützigkeit sollte immer eingeholt werden, da die kostenlose Weitergabe an nicht gemeinnützige Organisationen weiterhin Risiken birgt und zur Aberkennung der Gemeinnützigkeit führen kann.
Der Grenzbetrag für den vereinfachten Spendennachweis bleibt auch 2026 bei 300 Euro, wodurch Spender bis zu dieser Summe keinen detaillierten Zuwendungsnachweis benötigen.