Übungsleiterpauschale 2018: Gehen Sie auf Nummer sicher!

2.400 Euro! So viel kann derjenige steuerfrei verdienen, der Anspruch auf den Übungsleiterfreibetrag nach § 3 Nr. 26 Einkommensteuergesetz (EStG) hat. Doch ein erst später veröffentlichtes Urteil des Hessischen Finanzgerichts zeigt: Schauen Sie als Schatzmeister lieber zweimal hin, wer die Übungsleiterpauschale auch beanspruchen darf (FG-Urteil, veröffentlicht am 25.2.2016, Az. 12 K 1017/15).

Im entschiedenen Fall wollte ein ehrenamtlich tätiger Auditor die Übungsleiterpauschale erhalten. Das ist jemand, der Unis für das Anbieten von Bachelor-Studiengängen fit macht. Seine Arbeit dient zweifelsohne einen nützlichen Zweck – aber: die Übungsleiterpauschale gibt es trotzdem nicht. Denn: Nach § 3 Nr. 26 EStG sind Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten als

  • Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbaren nebenberuflichen Tätigkeiten, aus nebenberuflichen künstlerischen Tätigkeiten oder der nebenberuflichen Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen im Dienst oder im Auftrag einer juristischen Person des öffentlichen Rechts

steuerfrei. Schauen Sie sich deshalb, bevor Sie jemanden die Übungsleiterpauschale zahlen, lieber die Liste der begünstigten Tätigkeiten an – zuletzt von der Oberfinanzdirektion Frankfurt „aktualisiert“ (OFD Frankfurt vom 12.8.2014, Az. S 2245 A-2-St 213).

Achten Sie auch auf dieses Kriterium

In § 6 EStG ist ausdrücklich von „Nebenberuflichkeit“
die Rede. Das heißt: Wer einer Tätigkeit als Übungsleiter, Trainer, Betreuer, Erzieher, Chorleiter usw. bei Ihnen hauptberuflich nachgeht, ist beim Thema Übungsleiterfreibetrag auch schon wieder außen vor.

Was aber heißt „nebenberuflich“?

Nebenberuflichkeit liegt übrigens immer dann vor, wenn die Tätigkeit von der betreffenden Person nicht mehr als ein Drittel der Zeit beansprucht, die sie für einen Hauptberuf aufbringen würde oder tatsächlich aufbringt.

Praxis-Tipp:
Bei einer maximalen regelmäßigen Wochenarbeitszeit von bis zu 14 Stunden geht der Fiskus noch von einer Nebenberuflichkeit aus. Im Einzelfall kann auch eine höhere Stundenzahl steuerunschädlich sein, wenn Ihr Übungsleiter eine höhere tarifliche Arbeitszeit nachweist (Oberfinanzdirektion Frankfurt, 25.11.2015, Az. S 2245 A-2-St 213). Diese Grenze bezieht sich auf den Jahresdurchschnitt. Ihr Übungsleiter kann also in den Ferienmonaten weniger und in anderen Monaten dafür etwas mehr für Ihren Verein tätig sein.

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