So geben Sie Zuwendungen finanzamtssicher an Ihre Mitglieder

Wer seinen Vereinsmitgliedern großzügige Geschenke macht, kann im schlimmsten Fall verursachen, dass der Verein die Anerkennung der Gemeinnützigkeit und die damit verbundenen Steuerprivilegien verliert. Grundsätzlich ist es einem gemeinnützigen Verein verboten, Mitglieder zu beschenken, da er selbstlos bleiben muss. Allerdings gibt es Ausnahmeregelungen, die Aufmerksamkeiten in einem gewissen Rahmen erlauben. Dieser Rahmen wird allerdings von den Finanzämtern scharf überprüft und sollte entsprechend streng eingehalten werden.

Wie teuer dürfen Zuwendungen an Vereinsmitglieder sein?

Vom Finanzministerium ist festgelegt, dass Aufmerksamkeiten an Mitglieder den üblichen Rahmen nicht sprengen dürfen. Dieser ist aber für Vereine nicht explizit festgelegt. Finanzämter orientieren sich daher meist an den aktuellen Lohnsteuerrichtlinien. Demnach galt bis 2015 eine Grenze von 40 Euro als angemessen: Das war die Grenze, bis zu deren Höhe Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern steuerfrei Zuwendungen zukommen lassen konnten.

Die Lohnsteuerrichtlinien sehen aber seit 2015 eine neue Grenze für Aufmerksamkeiten von Arbeitgebern an Arbeitnehmer vor, nämlich 60 statt 40 Euro. Allerdings erkennen manche Finanzämter diese neue Grenze für Vereine nicht an. Wer keinen Fehler machen möchte, sollte bei seinem Finanzamt nachfragen.

Grundsätzliche Regelungen zu Aufmerksamkeiten für Mitglieder

Bei persönlichen Anlässen kann das Geschenk pro Anlass 40 (bzw. 60) Euro wert sein, während Geschenke bei Vereinsanlässen insgesamt 40 (bzw. 60) Euro im Jahr nicht überschreiten sollten.

Zu jedem dieser Anlässe darf das Geschenk 40 (bzw. 60) Euro kosten:

  • “Runder” Geburtstag eines Mitglieds
  • Jubiläum der Vereinsmitgliedschaft
  • Hochzeit
  • Geburt eines Kindes

Vereinsanlässe, bei denen der Gesamtwert aller Zuwendungen 40 Euro pro Kopf nicht überschreiten darf, sind beispielsweise:

  • Fest zum Vereinsjubiläum
  • Weihnachtsfeier
  • Sommerfest für Mitglieder
  • Abteilungsausflug

Der Jahresbeitrag ist die Grenze

Grundsätzlich dürfen die Aufwendungen für Geschenke und Aufmerksamkeiten die Höhe eines Jahresbeitrags nicht überschreiten. Dabei ist es egal, ob der Anlass persönlich oder vereinsbezogen ist. Bei einem Verein mit einem geringen Jahresbeitrag gilt also nicht die Grenze von 40 (bzw. 60) Euro, sondern die des Jahresbeitrags.

Wichtige Tipps:

Geldgeschenke sind grundsätzlich und ohne Ausnahme verboten. Auch verbilligtes Essen oder ein kleines Weihnachtsgeschenk zählen als Zuwendung. Die unentgeltliche oder verbilligte Abgabe von Getränken und Speisen stellt grundsätzlich einen Verstoß gegen die Regelungen der Gemeinnützigkeit dar, da die Mittel des Vereins nur für satzungsmäßige Zwecke genutzt werden dürfen. Davon ausgenommen sind lediglich solche Bewirtungen, die sich strikt an die Grenze von 40 (bzw. 60) Euro halten.

Achtung bei Kleinigkeiten:

Zu den Zuwendungen zählen unter anderem auch Kosten für die Verpflegung von Helfern bei Auf- oder Abbauarbeiten bei Feierlichkeiten. Sogar die Ausgaben für den gemieteten Weihnachtsmann, der bei der Feier für Stimmung sorgt, werden auf die anwesenden Feiernden umgelegt und müssen von dem Betrag abgezogen werden, zu dem sie noch beschenkt werden dürfen. Diese Beträge müssen alle berücksichtigt werden, damit dem Verein nicht nach dem Kassensturz am Jahresende die Gemeinnützigkeit aberkannt werden kann.

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