Echte und unechte Mitgliedsbeiträge

  • This topic has 2 Antworten, 2 Teilnehmer, and was last updated vor 1 Jahr, 9 Monate by  KassenwartinDoVo.
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    Sehr geehrter Herr Baumann,
    wir haben in unserem eingetragenen, gemeinnützigen Verein unterschiedliche
    Mitgliedsbeiträge.
    Jahresmitgliedsbeitrag 43,00 € und
    Jahresmitgliedsbeitrag 85,00 €
    Von den 85,00 € Jahresbeitrag gehen 56,00 € an einen dt. Verband e. V. mit Gemeinnützigkeit,
    um bestimmten Mitgliedern die Teilnahme an Wettbewerben zu ermöglichen. Dadurch ergibt
    sich für diese Mitglieder ein geminderter Jahresbeitrag von 29,00 € an unseren Verein.
    Ist es richtig, dass die Vereinsmitglieder, die ein Jahresbeitrag von 29,00 € gegenüber denjenigen,
    die 43,00 € an Mitgliedsbeitrag zahlen, sich einen Vorteil verschaffen? Geht es hier um echte und
    unechte Mitgliedsbeiträge? Wenn ja, kann das Finanzamt die Mitgliedsbeiträge bei der Prüfung bemängeln?
    Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort.
    Mit einem freundlichen Gruß
    DoVo

    hbaumann hbaumann

    Die Begriffe echte und unechte Mitgliedsbeiträge werden anders verwendet. Echte Beiträge sind die, die ein Mitglied aufgrund der Satzung und der daraus folgenden Beschlüsse für die Mitgliedschaft zahlen müssen. Unechte Beiträge sind z.B. Kursgebühren, die zwar oft als Beiträge bezeichnet werden, aber lediglich dafür gezahlt werden, weil man eine Gegenleistung (die Kursteilnahme) erhält. Das sind dann Gebühren, die auch steuerpflichtig sein können.

    Wenn Sie innerhalb der Mitgliedschaft unterschiedliche Beiträge erheben wollen, muss es dafür einen sachlichen Grund gegen, der auch in der Satzung definiert sein muss. So könnte der Beitrag für aktive und passive Mitglieder unterschiedlich sein oder Rentner zahlen weniger als Berufstätige. Diese Mitgliedsgruppen müssen aber in der Satzung aufgeführt werden. Ist das der Fall, kann die Mitgliederversammlung für jede Gruppe andere Beiträge beschließen. Innerhalb einer Gruppe darf es aber keine Unterschiede geben.

    In Ihrem konkreten Fall sollten Sie die aktiven Mitglieder als Gruppe führen, die an Wettkämpfen teilnehmen, und die passiven, die das nicht tun. Dann können Sie auch unterschiedliche Beiträge erheben.

    Bedenken Sie aber, dass für die Mitglieder, für die der Verbandsbeitrag nicht abgeführt wird, z.B. kein Versicherungsschutz über den Landessportbund besteht. Außerdem sollten Sie beim Verband nachfragen, ob Sie tatsächlich nur die aktiven Mitglieder zu melden brauchen.

    H. Baumann

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    Vielen Dank Herr Baumann für die schnelle und ausführliche Antwort.

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