Mitgliederbeiträge nicht einziehen wegen Corona

  • This topic has 10 Antworten, 7 Teilnehmer, and was last updated vor 4 Monate, 3 Wochen by  Tom.
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  • Kein Profilbild vorhanden FETTeV

    Hallo,

    wir sind ein Tanzverein für elektronische Musik. Wir konnten dieses Jahr auf Grund der Einschränkungen nicht eine einzige Tanzveranstaltung durchführen. Der Vereinszweck wurde also nicht erfüllt. Wir hatten dadurch aber auch keinerlei Kosten.

    Nun haben wir in der Satzung stehen, dass pro Jahr 25€ an Beitrag zu zahlen ist.

    Gibt es eine Möglichkeit den Beitrag dieses Jahr nicht einzuziehen oder ihn zumindest nicht anzumahnen. Unsere Mitglieder verstehen zumindest auch nicht warum sie dieses Jahr zahlen sollen. Wir als Vorstand würden gerne auf die Beiträge verzichten, ohne die Satzung zu ändern.

    Danke und Grüße,
    Alex

    Kein Profilbild vorhanden Rosa

    Auf den Betrag könnt ihr leider nicht verzichten, ansonsten kann es euch passieren, dass ihr eure Gemeinnützigkeit verliert.

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    Tom Tom

    Mitgliedsbeiträge sind zur Unterstützung des Vereins gedacht und an keinerlei Forderungen an den Verein gebunden.
    Zieht ihr die Beiträge nicht, oder teilweise nicht ein, verliert ihr die Gemeinnützigkeit. Die MV kann darüber hinaus, den Vorstand diesbezüglich in Regress nehmen, wobei der Vorstand hier, da der Nichteinzug vorsätzlich ist, mit seinen Privatvermögen persönlich haftet.
    Es bleibt euch also nichts anders übrig als die Beiträge korrekt einzuziehen.

    Kein Profilbild vorhanden FETTeV

    Hallo und danke für die Antworten. Ich verstehe schon dass die Mitglieder keine Gegenleistung vom Verein erwarten dürfen. Aber wenn der Zweck des Vereins in keiner Weise erfüllt werden konnte so ist dies für die einzelnen Mitglieder auch nicht nachvollziehbar warum sie noch Mitglieder bleiben sollen. Wenn wir also alle offenen Zahlungen anmahnen würden dann wäre das 1. ein enormer Aufwand und 2. würden wir viele Mitglieder verlieren. Hinzu kommt, dass der Verein dieses Jahr auch keine erwähnenswerte Kosten gehabt hat.
    Ich habe nun mit dem Finanzamt gesprochen. Mir wurde gesagt, dass wir nicht gleich die Gemeinnützigkeit verlieren, sollten einzelne Mitglieder den Beitrag dieses Jahr nicht zahlen und wir als Vorstand dies dann nicht anmahnen.
    Es ist schön zu wissen dass in diesen schwierigen Zeiten eine gewisse Kulanz besteht die am Ende auch das Fortbestehen unseres Vereins sichert.

    Kein Profilbild vorhanden Stephan1005

    Hallo und guten Morgen,

    wir haben in unserem Tanzsportclub das gleiche „Problem“ wie der andere Tanzclub. Wegen einen Austausch in diesem Forum im 1. Halbjahr diesen Jahres zu diesem Thema und damals der gleichen Antwort haben wir weiterhin die Beiträge eingefordert, um das beschriebene Problem der Gemeinnützigkeit und Haftung des Vorstandes zu vermeiden. Mittlerweile macht sich aber auch bei uns Unmut wegen des Beitragseinzugs im Verein breit.
    Des Weiteren besteht zum Jahresabschluss die Notwendigkeit zu hohe Rücklagen zu bilden, die wiederum zeitnah zu verwenden sind.
    Da in unserer Satzung auch keinerlei möglich besteht, die Beiträge nach vorne schauend vom Vorstand einfach zu ändern sprich zu kürzen, sondern hier ein Mitgliederbeschluss erforderlich ist, wäre die Idee, in der nächstjährigen Mitgliederversammlung von mir als Finanzvorstand den Vorschlag zu unterbreiten, auf den Einzug der Mitgliedsbeiträge in den nächsten 3-6 Monaten temporär zu verzichten. Dies hätte den Vorteil, dass gemäß Satzung die MV die Beiträge neu, wenn auch temporär festlegt, all die Mitglieder entlastet werden, die bisher die Beiträge trotz fehlender Gegenleistung gezahlt haben und zu allerletzt die sich aufmachende Unruhe im Verein gedämpft wird.
    Wäre so ein Weg denkbar und machbar?
    Grüße

    Kein Profilbild vorhanden Rosa

    Verzichten könnt ihr wie oben beschrieben leider nicht, aber es wäre auch eine Möglichkeit den Beitrag auf einen sehr geringen Betrag zu ändern durch Beschluss der MV vielleicht für 1 oder 2 Jahre.

    hbaumann hbaumann

    Durch die Mitgliedschaft entsteht ein personenrechtliches Verhältnis mit dem Verein und kein vermögensrechtliches. Das heißt, das Mitglied zahlt seinen Beitrag dafür, dass es Mitglied im Verein ist. Eine Rückzahlung des Beitrages wegen der aktuellen Einschränkungen ist daher nicht gerechtfertigt.

    Andererseits fragt man sich, was das für Mitglieder sind, die wegen 25 Euro pro Jahr anscheinend Probleme machen. Auf diese könnte man auch getrost verzichten, weil sie anscheinend überhaupt keine emotionale Beziehung zum Verein haben.

    Nur am Rande bemerkt, ich bezahle in meinem Verein das Zehnfache und bezahle den Beitrag trotzdem weiter.

    H. Baumann

    Kein Profilbild vorhanden gr2020

    Hallo Tom,
    Sie schreiben hier „Zieht ihr die“ (Mitglieds-) „Beiträge nicht, oder teilweise nicht ein, verliert ihr die Gemeinnützigkeit.“
    Wie das? Können Sie das etwas erläutern?
    Oder gilt Ihr Statement nur für den Fall, dass der Verein Mitgliedsbeiträge erhebt, also in der Satzung vorgesehen ist? Denn ein Verein muss doch grundsätzlich einen Mitgliedsbeitrag nicht erheben – oder?

    Tom Tom

    gr2020: Ein Verein muss nicht unbedingt Mitgliedsbeiträge erheben. Steht das aber in der Satzung, ist der Vorstand verpflichtet diese ordnungsgemäß einzuziehen, da er sonst gegen die Satzung verstößt. Dies macht wiederum den Vorstand haftbar. Spätestens bei der nächsten Steuererklärung wird das Finanzamt darauf aufmerksam. Und glauben Sie mir, die werden dann aktiv, aber nicht im positiven Sinne.

    Kein Profilbild vorhanden Lisa55

    H.Baumann,
    nur mal am Rande bemerkt. Sicher sind 25,00 € im Jahr kein riesiger Betrag. Aber es gibt Vereinsmitglieder, welche höhere Mitgliedsbeiträge zahlen. Jetzt auf Grund der Coronakrise entweder keine Arbeit haben bzw. in Kurzarbeit sind. Diesen Mitgliedern müssen wir natürlich helfen oder ???

    Tom Tom

    Das geht aber nur, wenn Sie eine entsprechende Regelung in der Satzung haben.
    Wir haben z.B. geregelt, dass der Vorstand in begründeten Ausnahmefällen Mitgliedsbeiträge entweder stunden oder erlassen kann. Dies hat er der MV entsprechend zu begründen, jedoch aus Datenschutzgründen ohne Namensnennung.
    Ist das nicht in der Satzung geregelt, haben Sie keine rechtliche Möglichkeit den Mitgliedern in dieser Art und Weise zu helfen. Sie verstoßen gegen die eigene Satzung und machen sich Schadensersatzpflichtig.
    Und ehrlich, ein Vorstand, der gegen die eigene Satzung verstößt, gehört abgewählt. Da hätte ich als Mitglied keine Verständnis für! Sonst kann ja gleich jeder machen was er will.

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