Wann und wie muss Ihr Verein eigentlich eine Steuererklärung abgeben?

Steuererklärung abgeben – Das müssen Sie beachten

Frage: Müssen wir eigentlich regelmäßig Steuererklärungen abgeben?

Diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Und die Antwort ist auf den ersten Blick gar nicht so klar.

Antwort: Ja, aber es kommt drauf an …

Denn: Gemeinnützige Vereine werden hinsichtlich der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer in der Regel nur alle drei Jahre daraufhin überprüft, ob die Voraussetzungen für die Steuerbefreiung (noch) gegeben sind. Sie geben aber in der Regel keine Steuererklärung ab – aber  – auch wenn sonst keine Steuererklärungen abzugeben sind – den ausgefüllten Vordruck Gem 1 (bei Sportvereinen zusätzlich Gem 1A). Anhand dieser Angaben prüft das Finanzamt. inwieweit die Voraussetzungen für die Gewährung derGemeinnützigkeit bei Ihrem Verein noch gegeben sind.

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Wenn Ihr Verein aber steuerpflichtig ist, weil die Grenze zum wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb überschritten ist, muss er regelmäßig Steuererklärungen abgeben. Gleiches gilt, wenn er Mitarbeiter beschäftigt (Lohnsteueranmeldung) oder umsatzsteuerpflichtig ist.

Die Regel lautet also:

Ihr Verein braucht keine Körperschaftsteuererklärung abzugeben, wenn er keinen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb unterhält oder die Einnahmen aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb, d. h. die Einnahmen-Grenze von 35.000 Euro, nicht überschreitet. In jedem Fall aber muss er dann die Gem-1-Erklärung abgeben. Hierzu werden Sie in der Regel alle 3 Jahre vom Finanzamt aufgefordert. Der Schwerpunkt liegt dann aber auf dem letzten Jahr.

Beispiel: Ihr Verein muss für die Jahre 2011 – 2014 eine Gemeinnützigkeitserklärung abgeben. Angaben im Vordruck Gem 1 machen Sie dann, sofern Sie das Finanzamt nicht ausdrücklich zu etwas anderem auffordert, nur für das Jahr 2014. Gleichzeitig reichen Sie ein:

  • Gewinn- und Verlustrechnungen (Überschussermittlungen, Kassenberichte) für die Jahre 2012, 2013 und 2014,
  • Geschäfts- und Tätigkeitsberichte für die Jahre 2012, 2013 und 2014,
  • Niederschriften über Mitgliederversammlungen aus den Jahren 2012, 2013 und 2014,
  • Aufstellung über das Vermögen zum 31.12.2014,
  • eine Satzung, falls diese seit der letzten Prüfung geändert wurde,
  • als Sportvereine zusätzlich die Anlage Sportvereine Gem 1A.

Das gilt für die Umsatzsteuererklärung:

  • Überschreitet Ihr Verein die Kleinunternehmergrenze, muss er Umsatzsteuererklärungen abgeben.
  • Liegt die jährliche Umsatzsteuer-Zahllast über 1.000 Euro, geben Sie zusätzlich eine vierteljährliche Umsatzsteuer-Voranmeldung ab.
  • Liegt die Steuerschuld über 7.500 Euro, müssen die Voranmeldungen monatlich eingereicht werden.

Körperschaft- und Gewerbesteuer
Wenn die Einnahmen im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb über 35.000 Euro liegen, geben Sie für diesen Bereich entsprechende Steuererklärungen ab.

Lohnsteuer
Falls Ihr Verein Mitarbeiter beschäftigt, geben Sie monatliche Lohnsteuer-Anmeldungen ab.

Tipp: Auf diese Punkte kommt es dem Finanzamt besonders an

Punkte zur Steuererklärung

Nun meine Frage:

Sie möchten beim Thema „Aufzeichnungen und Buchführung im Verein wirklich alles richtig machen um die Gemeinnützigkeit Ihres Vereins nicht zu gefährden? Dann habe ich gleich den Hinweis auf einen neuen Vereins-Ratgeber für Sie, der Sie überzeugen und begeistern wird. Vorher noch die Antwort auf die Frage: Welche Strafe gibt es für das Plündern der Vereinskasse und das Ausräumen der Geschäftstelle?

Antwort: Im entschiedenen Fall wurde ein mildes Urteil gefällt. Eine Geldstrafe von 960 Euro. Sehr zum Unmut der Vereinskollegen. Sie hätten sich eine Gefängnisstrafe für Ihren ehemaligen Vorsitzenden gewünscht, wie „Die Welt“ berichtet.

Sind junge Sachbearbeiter im Finanzamt gefährlich für Vereine?

Rechtsanwalt Sven Köppe aus Giessen hat bei einem Themenabend „Vereinsrecht“ , über den die Gießener Zeitung berichtet, sinngemäß Folgendes gesagt: „Früher wurden Vereine beim Finanzamt wie „heilige Kühe“ geschont. Heute dagegen werden sie als Wirtschaftsbetriebe gesehen, bei denen Geld „abgeschöpft“ werden kann.“

Ich erlebe das in der Redaktionssprechstunde des „Handbuch für den VereinsVorsitzenden“ aber auch von „Schatzmeister aktuell“ immer häufiger. Anrufe wie:„Ich weiß gar nicht, was los ist. Aber seit in dem für uns zuständigen Finanzamt ein neuer, junger Sachbearbeiter für uns zuständig ist, gibt es nur noch Ärger!“

Tatsächlich erleben viele Vereine gerade einen Generationenwechsel in den Finanzämtern. Alte, dem Vereinsleben eher nahestehende Sachbearbeiter gehen in den Ruhestand, die jungen Wilden, die mit Vereinen nicht viel am Hut haben, rücken nach. Und für die sind Vereine Organisationen wie alle andere auch. Schonung ist da nicht angesagt.

Das ist vor allem deshalb fatal, weil in vielen Vereinen sich zwar sehr engagierte, steuerlich aber nicht immer sattelfeste Vorstände bemühen, das Gemeinschaftsleben zu organisieren und zu verwalten, wozu immer auch die steuerlichen Pflichten gehören. Doch gerade beim Thema Steuern steckt der Teufel im Detail. Und Google hilft nicht weiter. Hierzu eines meiner Lieblingsbeispiele:

Im Internet ist zu lesen, dass ein Verein dann nicht umsatzsteuerpflichtig ist (es sei denn, er hat sich freiwillig dazu entschieden), wenn er im Vorjahr nicht mehr als 17.500 Euro Umsatz im möglicherweise umsatzsteuerpflichtigen Bereich gemacht hat – und im Folgejahr nicht mehr als 50.000 Euro machen wird.

So weit, so richtig, aber:

Der Detailteufel steckt hier: Es reicht, wenn auch nur eine der Grenze überschritten wird, damit Ihr Verein in die Steuerpflicht rutscht.

Beispiel: Ihr Verein hat in den Jahren 2011 bis 2013 folgende Einnahmen erzielt:

Mitgliedsbeiträge/Spendensteuerpflichtige Einnahmen (z.B. Vereinsfeste)
20115.000 Euro15.000 Euro
20125.000 Euro20.000 Euro
20135.000 Euro16.000 Euro

Ergebnis: Relevant sind die steuerpflichtigen Umsätze. Da der Verein im Beispiel 2011 die Grenze von 15.000 Euro nicht überschritten hat, war er 2012 nicht umsatzsteuerpflichtig. 2012 aber hat er aber 20.000 Euro Umsatz im steuerpflichtigen Bereich gemacht.

Folge: Für 2013 besteht Umsatzsteuerpflicht. Dass der Verein in 2013 mit seinem steuerpflichtigen Umsatz wieder unter der Grenze von 17.500 Euro lag (im Beispiel: 16.000 Euro) spielt keine Rolle. Dies wirkt sich erst im Jahr 2014 wieder aus.

Für Betriebsprüfer und Finanzämter ist so etwas natürlich ein gefundenes Fressen, und es  gibt eine Vielzahl steuerlicher Fallen im Vereinssteuerrecht, so dass es ohne entsprechende Literatur (wie zum Beispiel mein Infodienst Schatzmeister aktuell, um mal ein bisschen Werbung zu machen) oder einen wirklich im Vereinssteuerrecht versierten helfendem Auge (also z.B. Steuerberater) dünnes Eis wird, auf dem Sie sich bewegen.

Erfahren Sie in unserem Artikel über den sogenannten Freistellungsbescheid, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, damit ihn das Finanzamt erlässt!

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